Varta dürfte zu den bekanntesten Batterieherstellern in und aus Deutschland zählen. Doch dem Unternehmen geht es nicht gut. Nach finanziellen Hochzeiten bis 2021 befindet sich die Firma aus Baden-Württemberg seit 2022 in der Krise. Mit einem Einstieg des Sportwagenbauers Porsche könnte aber die Wende bevorstehen.

Interesse an V4Drive-Technik ist groß

Der ausschlaggebende Grund für das Interesse des Stuttgarter Autobauers am Erhalt von Varta liegt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge in der Batteriezellentechnologie V4Drive. Es handelt sich dabei um Hochleistungszellen zur Anwendung im Automobilbereich, deren Entwicklung Porsche schon seit Längerem unterstützt und bereits jetzt Nutzen zieht. So hat die Volkswagen-Tochter sich das Produktionsvolumen der Pilotanlage in Gänze reservieren können und verbaut die Zellen in den Hybridantrieben des Porsche 911 GTS.

Porsche will deutsche Batterieproduktion retten

Dementsprechend hat das Unternehmen zunächst versucht, erst einmal nur die Anteilsmehrheit an der eigenständigen Varta-Tochtergesellschaft V4Drive zu erhalten, um sich im Falle einer Ausgliederung die Versorgung mit Batterien zu sichern. Nun scheint die Lage bei Varta aber deutlich schlechter zu sein als erwartet. Eine Beteiligung an einer finanziellen Neuaufstellung der ganzen Varta AG, bei der Porsche die Hauptrolle einnehmen könnte, sei im Gespräch, heißt es von einem Porsche-Sprecher.

Rücken E-Auto-Batterien in den Mittelpunkt?

Das Geschäft mit Haushalts-Batterieprodukten sei stabil. Wie es in dem FAZ-Bericht aber weiter heißt, habe Varta stark auf Geschäfte im Knopfzellen-Segment für Wearables gesetzt, die die Firma exklusiv an Apple geliefert hat. Dafür wurden die Produktionsmöglichkeiten zuletzt ausgebaut.
Nachdem das Unternehmen aus Cupertino seine Lieferketten jedoch umgestellt hat und für seine Kopfhörer-Produktion nun auf mehrere Zulieferer setzen will, ist die Nachfrage bei Varta gesunken und das Unternehmen bleibt auf den Schulden für die Erweiterung sitzen.
Hohe Lagerbestände bei Großhändlern und ein geringes Bestellvolumen für Varta-Produkte tun ihr Übriges. Somit könnte die Entwicklung und Produktion von Batteriezellen für E-Autos bei Varta durch einen Einstieg von Porsche einen höheren Stellenwert einnehmen, nachdem sie bislang eher vernachlässigt wurde.