(dpa/AUTO BILD/KI) Der Weg in die emissionsfreie Zukunft ist länger als erwartet. Bosch-Chef Stefan Hartung prognostiziert einen Bedarf an Verbrennungsmotoren für die nächsten Jahrzehnte. Trotz eines theoretischen Szenarios, in dem die weltweite Fahrzeugproduktion von 90 Millionen Einheiten auf Elektromobilität umschwenken könnte, sieht Hartung eine Zeitspanne von mindestens 30 bis 35 Jahren als realistisch an, um globale Fahrzeugflotten vollständig zu elektrifizieren.
Die aktuelle Produktion von Verbrennerfahrzeugen und die Notwendigkeit, diese im Laufe der Zeit zu ersetzen, verdoppeln laut Hartung die benötigte Zeit für den Übergang. Auch die Notwendigkeit der Fortführung der Verbrennertechnologie in Deutschland betont Hartung, da man internationale Kunden nicht zum Verzicht zwingen könne. Zudem verweist er auf technische Limitationen bei bestimmten Fahrzeugtypen, wie Erntemaschinen, die aufgrund ihres hohen Energiebedarfs und langen Betriebszeiten nicht einfach elektrifiziert werden können.
Die Elektromobilität bleibt ein Wachstumsmarkt, obgleich der Ausbau langsamer voranschreitet als angenommen. Das EU-Ziel zum Ausstieg aus dem Verbrennermotor sieht Hartung indessen nicht als verfrüht an und betont die Wichtigkeit, überhaupt Klimaziele zu setzen.