Verkehrsforschung

Mehr Sicherheit durch Gefahr

Das EU-Projekt "Shared Space" zeigt, dass Autofahrer, Radler und Fu√üg√§nger bestens miteinander auskommen ‚Äď wenn keiner auf Rechte pocht.
B√ľrokratieabbau f√§ngt am Stra√üenrand an: In Deutschland steht ‚Äď rein statistisch gesehen ‚Äď alle 28 Meter ein Verkehrszeichen. Zu viele, dar√ľber herrscht im Prinzip Einigkeit unter Verkehrssicherheitsexperten, Wissenschaftlern und Politikern. "Wir m√ľssen alles an Schildern einsammeln, was unn√∂tig ist", sagte jetzt ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums der "Berliner Zeitung". "Ein Drittel aller Schilder ist √ľberfl√ľssig", ist sich Andreas H√∂lzel vom ADAC sicher.

Bohmte macht es vor: Die Kleinstadt bei Osnabr√ľck (Niedersachsen) verwirklicht derzeit den ehrgeizigen Versuch, sich von √ľberfl√ľssiger Blech-Last zu befreien. Die Kommune mit 13.500 Einwohnern beteiligt sich am EU-Projekt "Shared Space" (geteilter Raum). Das beinhaltet die Aufhebung der Trennung zwischen Fu√üg√§ngern, Radfahrern und Autos ‚Äď mit anderen Worten: Es geht um eine Stra√üe f√ľr alle.

Was auf den ersten Blick lebensgef√§hrlich klingt, entspringt einer schr√§gen, aber gr√ľndlich durchdachten Philosophie. Der niederl√§ndische Verkehrsplaner Hans Mondermann erkl√§rt: "Man muss den Verkehr gef√§hrlicher machen, damit er sicherer wird. Das ist unlogisch wie die menschliche Psyche, und prompt funktioniert es bestens." Monderman saugt sich diese Erkenntnis nicht aus den Fingern: In der holl√§ndischen Stadt Drachten wurden die wichtigsten Kreuzungen von Ampeln und Schildern befreit. Es gilt rechts vor links.

Was viele in chaotischem Durcheinander und t√∂dlichen Unf√§llen enden sahen, verlief harmonisch: Der Verkehr wird entschleunigt, die Menschen k√∂nnen sich nicht mehr auf ihre Rechte berufen, sondern m√ľssen Blickkontakt halten. Laut Monderman hat sich die Zahl der Unf√§lle mit anschlie√üendem Krankenhausaufenthalt halbiert. Wie in der holl√§ndischen Provinz Friesland soll nun auch auch in Bohmte "Shared Space" pur eingef√ľhrt werden: Bordsteine werden abgeschafft, Stra√üe und Gehweg befinden sich auf einer Ebene, Verkehrsschilder wandern auf den Schrottplatz. Nur farblich werden sich die Bereich voneinander abgrenzen: "Damit die Leute sich nicht mehr blind auf Verkehrszeichen verlassen, sondern mehr aufeinander achten", so Monderman.
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