(dpa/AUTO BILD/KI) Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat bei der Eröffnungsrede der Nutzfahrzeug-Messe IAA Transportation in Hannover eine Überprüfung der CO2-Flottenziele für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie durch die EU gefordert. Er kritisierte, dass die derzeitigen Ziele nicht erreichbar seien und Europa dadurch an Glaubwürdigkeit verliere. Wissing unterstützt die Forderung der Branche, die Überprüfung auf das Jahr 2025 vorzuziehen und betonte, dass Vorgaben umsetzbar sein müssen, um die Industrie nicht zu schwächen.
Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), äußerte sich ähnlich in ihrer Rede auf der Messe. Sie forderte die EU-Kommission auf, die für 2026 und 2027 geplanten Reviews der CO2-Vorgaben jeweils ein Jahr vorzuziehen, um notwendige Klarheit für Anpassungen zu schaffen. Müller bemängelte, dass die erforderlichen Rahmenbedingungen nicht mit der notwendigen Entschlossenheit vorangetrieben würden.
Die EU hat einen stufenweisen Plan zur Reduktion des CO2-Ausstoßes von Neufahrzeugen festgelegt, der ab 2025 strengere Flottenziele vorsieht. Diese Ziele sollen vor allem durch eine Erhöhung des Anteils von Elektrofahrzeugen erreicht werden. Sollten die Ziele nicht erreicht werden, drohen den Herstellern hohe Strafzahlungen. Angesichts der aktuell schwachen Verkaufszahlen von Elektromodellen plädieren einige Hersteller für eine Anpassung des Zeitplans.
Die IAA Transportation wurde von Wissing, Müller und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) eröffnet. Nach einem Tag für Journalisten und Fachpublikum ist die Messe nun auch für Privatbesucher zugänglich. Bis Sonntag präsentieren mehr als 1.650 Aussteller aus 41 Ländern ihre Neuheiten auf der Messe.