Verkehrsunfälle auf Autobahnen
Wie sicher sind unsere Autobahnen?

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Auf deutschen Straßen starben 2013 so wenige Menschen wie nie zuvor. Aber: Auf den als besonders sicher geltenden Autobahnen gab es wieder mehr Tote.
Beschleunigen, einfädeln, hochschalten, zurücklehnen – dann ist es nur noch ein gleichmäßiges Rauschen. Auf der Autobahn gibt es keine Kreuzungen, an denen andere einem die Vorfahrt nehmen könnten. Keine Fußgänger, keine Radfahrer, keinen Gegenverkehr. Kurzum: Nirgends sind Autofahrer so sicher wie hier .Doch die aktuelle Unfallstatistik lässt aufhorchen. Auf Landstraßen nahm die Zahl der Verkehrstoten 2013 um mehr als zehn Prozent ab, auf Autobahnen hingegen stieg sie um 8,1 Prozent. Besonders nach Auffahrunfällen (plus 20,6 Prozent) starben viele Menschen.
Hitze auf Autobahnen: Tödlicher Asphalt
"Während es in den letzten Jahren auf Landstraßen zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit gab, lag der Schwerpunkt bei Autobahnen eher auf der Verbesserung der Leistungsfähigkeit", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Beispiel Rüttelstreifen: In Versuchen konnten die eingefrästen Querrillen am Fahrbahnrand die Anzahl der Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten um 15 Prozent senken. Warum die Rüttelstreifen trotz Empfehlung der Bundesanstalt für Straßenwesen dennoch kaum zum Einsatz kommen, erklärt Brockmann so: "Der volkswirtschaftliche Nutzen landet nicht beim Straßenbaulastträger." In dem Fall also nicht beim Bund. Dabei starben allein auf bayerischen Autobahnen im vergangenen Jahr 50 Menschen durch Abkommen von der Fahrbahn – fast doppelt so viele wie 2012.
Geisterfahrer: Die gefährlichsten Autobahnen
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sieht in der Ablenkung eine mögliche Ursache für den negativen Trend. In einer DVR-Umfrage gaben 15,4 Prozent der Befragten an, trotz Verbots ohne Freisprechanlage zu telefonieren. Aber auch die Tempolimit-Diskussion dürfte neu entflammen. Zumal die Sicherheit auf deutschen Autobahnen im europäischen Vergleich nur mittelmäßig ist. Die UDV geht davon aus, dass sich mit einem Tempolimit rund 70 Verkehrstote pro Jahr vermeiden ließen. "Es könnte auch bei 140 km/h liegen", so UDV-Leiter Brockmann. Gefährlich sei nämlich weniger das absolute Tempo, es seien mehr die großen Geschwindigkeitsunterschiede.
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