Auf die Autoversicherer in Deutschland kommt aller Voraussicht nach ein schweres Jahr 2021 zu. Nachdem das aktuelle Jahr 2020 für die Anbieter von KFZ-Versicherungen insgesamt sehr gut lief, drohen der Branche nun erstmals seit 2013 wieder Verluste.

Sowohl die möglichen Rekordgewinne in diesem als auch die drohenden Verluste im nächsten Jahr hängen eng mit dem Coronavirus zusammen. Nachdem die Pandemie im Frühling 2020 verschärfte Ausgangsbeschränkungen und einen Trend zum Homeoffice bedingte, blieben die Straßen entsprechend leerer. Logischerweise gab es dadurch weniger Unfälle als noch im Vorjahr zur gleichen Zeit. Versicherer mussten daher deutlich seltener Schäden regulieren. Im Coronajahr 2020 konnte die Branche einen enorm hohen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro einfahren. Zum Vergleich: in 2019 betrug der Gewinn zum gleichen Zeitpunkt nur 0,4 Milliarden Euro.

Auch Versicherungsnehmer sollten an diesem Gewinn teilhaben. Viele Autoversicherer reagierten, indem sie die Prämien für die KFZ-Versicherung senkten. Dies verschärfte den Markt enorm. Da die Versicherer natürlich verhindern wollten, dass Verbraucher über einen KFZ-Versicherungsvergleich eine billigere Versicherung finden, die bestehende Versicherung kündigen und dann zu der preiswerteren Versicherung wechseln, senkten nahezu alle Unternehmen der Branche die Beiträge.

Das Problem für die Versicherer ist dabei, dass sich die Anzahl der Verkehrsunfälle Stück für Stück normalisiert. Da die Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus immer weiter aufgehoben werden, müssen die Versicherer im kommenden Jahr wohl wieder öfter für Verkehrsunfälle aufkommen. Im Zusammenhang mit den gesenkten Prämien drohen in der Branche daher rote Zahlen, es werden Verluste von bis zu 800 Millionen Euro erwartet. Damit ist die Pandemie für die deutschen Autoversicherer wohl Fluch und Segen zugleich.