Vision Zero Vehicle: System gegen Geisterfahrer

Vision Zero Vehicle: System gegen Falschfahrer

Nie wieder Geisterfahrer

Ein Auto, das selbstständig Geisterfahrten auf Autobahnen verhindern soll: Das ist die Vision des Technologiekonzerns ZF. AUTO BILD konnte das "Vision Zero Vehicle" testen!
Sorgt eine neue Erfindung dafür, dass künftig keine Geisterfahrer mehr auf Autobahnen schwere Unfälle auslösen? Der Friedrichshafener Technologiekonzern ZF wird im September auf der IAA 2017 in Frankfurt ein Auto präsentieren, das selbstständig das Auffahren in die falsche Richtung verhindern soll: das Vision Zero Vehicle. AUTO BILD durfte das System in einem mit Radar und hochauflösenden Karten versehenen VW Touran testen. Der Wagen warnt im Falle des Falles mit dem "Wrong-way Inhibit" (Falsche-Richtung-Sperre) – zunächst akustisch, haptisch via Gurtvibration und optisch auf einem Display. Schließlich gibt es Vibrationen im Lenkrad und einen leichten Lenkwiderstand. Gibt der Fahrer dennoch weiter Gas, bremst das Auto selbstständig bis zum Stillstand ab.

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Auch die Ablenkung des Fahrers, beispielsweise durch ein Handy, kann das System kompensieren.

Hintergrund: Jedes Jahr kommen aufgrund von Falschfahrern in Deutschland etwa 20 Menschen ums Leben. Laut ADAC gab es allein 2016 rund 2200 Meldungen über Geisterfahrer. Auch Unfälle durch Ablenkung, beispielsweise das Benutzen eines Handys am Steuer, kann der umgebaute Familienvan verhindern. Durch eine Innenraumüberwachung per Kamera erkennt das Auto die Gefahr und lenkt mit dem "Driver Distraction Assist" genannten System eigenständig vor Kurven oder Hindernissen ein.

Geisterfahrer: So reagieren Sie richtig

Das ZF-Konzept ist ein Beitrag zum EU-Projekt Vision Zero, das die Zahl der Unfalltoten bis 2050 bis auf Null reduzieren will. Der 150 kW starke ZF-Touran ist zudem mit einer elektrisch angetriebenen Hinterachse und einer Hinterachslenkung ausgestattet.

Geisterfahrer-Studie der Uni Wuppertal

Geisterfahrer-Studie der Uni Wuppertal

Jährlich werden etwa 1800 Falschfahrer im Verkehrsfunk gemeldet. 75 bis 80 dieser Fahrten enden laut einer Studie der Uni Wuppertal mit einem Unfall. Das sind nur 0,05 Prozent der Autobahn-Unfälle, doch die Folgen sind meist schwerwiegend.   Etwa bei jedem dritten Unfall durch Falschfahrer gibt es Verletzte, bei jedem sechsten Unfall werden Menschen getötet. Die meisten Falschfahrten begannen durch falsches Auffahren an den Anschlussstellen und Wenden auf der Autobahn. Weitere Ausgangspunkte waren Autobahnkreuze/-dreiecke, Rastanlagen und Autobahnanfänge.
Überproportional häufig verursachen Falschfahrer über 65 Jahre Unfälle bei ihrer Geisterfahrt. Sie sind meistens tagsüber unterwegs. Insgesamt ist aber nachts die Wahrscheinlichkeit größer, auf einen Falschfahrer zu treffen. Die gefährlichste Nacht: von Samstag auf Sonntag.
Alkohol und Drogen spielen bei etwa jedem fünften Geisterfahrer-Unfall eine Rolle. Der Anteil der Alkohol-Unfälle bei Falschfahrten ist damit etwa zehnfach höher als bei "normalen" Unfällen. 
Geisterfahrten mit Unfallfolge passieren häufiger nach dem falschen Auffahren an einer Anschlussstelle und weniger häufig nach dem Wenden auf der Fahrbahn.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) möchte bundesweit an besonders gefährlichen Stellen große, gelbe Warnschilder aufstellen. Derzeit werden diese "Geisterfahrerschilder" in Bayern erprobt. Häufig sind laut Studie eine irreführende Beschilderung oder Verkehrsführung Ursache für das Auffahren in die falsche Richtung. Die Bundesanstalt für Verkehrswesen soll nun Prüfkriterien für Anschlussstellen entwickeln.

Autoren: Hauke Schrieber,

Stichworte:

Autobahn Geisterfahrer

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