VW-Abgasskandal: Was wusste der ehemalige VW-Chef?
Ex-VW-Chef im Diesel-Drama vor Gericht

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Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn soll am Oberlandesgericht Braunschweig im Rahmen eines Investorenprozesses um Kursverluste infolge des Abgasskandals aussagen.
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(dpa/AUTO BILD/KI) Mehr als acht Jahre nach Bekanntwerden des Abgasskandals bei Volkswagen steht eine bedeutende Zeugenaussage bevor: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Martin Winterkorn, ist für Mittwoch (14. Februar), 10.00 Uhr, vor das Oberlandesgericht Braunschweig geladen. Als Zeuge im Rahmen eines Kapitalanleger-Musterverfahrens soll Winterkorn (76), zu verschiedenen Vorgängen Stellung nehmen, die teilweise bis ins Jahr 2007 zurückreichen.
Das Gerichtsverfahren, das sich auf das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) stützt, wird von Investoren vorangetrieben, die seit 2018 um Schadensersatz kämpfen. Sie argumentieren, dass sie infolge des Skandals massive Kursverluste hinnehmen mussten und beklagen sich, nicht fristgerecht über die Risiken in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Als Musterklägerin fungiert die Deka Investment. Auf der Seite der Beklagten stehen die Volkswagen AG und die Dachholding Porsche SE.
Nach dem Bekanntwerden der Abgasmanipulationen bei dem Automobilhersteller trat Winterkorn im September 2015 von seinem Amt zurück. Er äußerte später, vor der Veröffentlichung des Skandals keine Kenntnis von den illegalen Handlungen gehabt zu haben. In der Reihe der Vernehmungen durch das Oberlandesgericht Braunschweig ist Winterkorn nach Herbert Diess und Matthias Müller der dritte ehemalige Vorstandsvorsitzende, der zu den Vorfällen befragt wird.
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