Vierzig Jahre nach dem schärfsten Serien-Käfer jemals, lebt dessen Kürzel GSR am Beetle wieder auf. Alles eine Frage des Gelbes?
Bild: VW Beetle GSR (2013) VW 1303 S GSR (1973)
Eigentlich muss sich der Beetle ganz schön verschaukelt vorkommen. Erst verbieten sie ihm das Retrogetue, streichen im Zuge dessen sogar die Bordblumenvase – und dann starten sie ein Sondermodell, das ihn wieder mit dem Auto verkuppelt, mit dem er so richtig viel eigentlich gar nicht mehr zu tun haben darf. Dazu der Zinnober mit dem Namen: Beetle nennen sie ihn, nicht mehr New Beetle wie den alten Neuen, sondern nur Beetle. Wobei: Eigentlich heißt er ja The Beetle – zumindest steht das überall. Wahrscheinlich, weil er damit noch mal unterstreichen soll, dass er nicht noch ein Beetle, sondern der einzig wahre ist. Sei's drum.
In Deutschland kostet der Beetle GSR mindestens 30.300 Euro.
Bild: Ronald Sassen
VW Beetle Jedenfalls gibt es The Beetle jetzt als GSR – ob wieder oder erstmals, dürfen Sie mit sich selbst ausmachen. Die drei Buchstaben bedeuten ausformuliert damals wie heute nichts Weitreichenderes als Gelb-Schwarzer Renner, was die VW-Produktstrategen aber gleich mal dazu veranlasst hat, ihn auch in Grau anzubieten. Doch selbst im historisch korrekten Dress trifft er den Ton seines Vorbilds nicht ganz. Dessen saturngelber Primärfarbton leuchtet quietschiger als der Remix, der sich mit Vornamen zwar auch Saturn, aber dann – genau – Yellow nennt.
Der VW 1303 S basiert auf dem Serien-1303, der Motor mit 50 PS blieb aber unangetastet.
Bild: Ronald Sassen
VW 1303 Das Original hat es vor 40 Jahren natürlich einfacher. Wolfsburg, Anfang der Siebziger. Seit einem Jahr ist der Käfer das meistgebaute Auto der Welt, als man bei Volkswagen die Idee ausheckt, dem grassierenden Rallyefieber im Land mit einer sportlichen Version entgegenzukommen. Viel Erfahrung hat man mit Sondermodellen damals nicht, was schlicht daran liegt, dass sich der Käfer jahrzehntelang sowieso verkauft. So steht anfangs nur die Basis fest: der 1303, sprich Dreizehnlochdrei, der mit den einzeln an den Federbeinen aufgehängten Vorderrädern, der Doppelgelenkachse, Scheibenbremsen vorn, einer Panoramascheibe und den Elefantenfuß-Heckleuchten der modernste Käfer ist, den es je geben wird.
Fazit
von
Stefan Helmreich
Gelb und Schwarz bauen die Brücke zwischen zwei grundverschiedenen VW. Der Käfer mobilisiert auch mit dem 50-PS-Topmotor eher die Massen als sich selbst. Der Beetle hingegen turboprustet kräftig voran, ist im Fahrverhalten aber ganz und gar Golf. Retro dürfen an ihm nur noch Design und Akustik sein.