VW Caddy: Gebrauchtwagen-Test
Ist der Caddy gebraucht eine Empfehlung?
Gebrauchter VW Caddy im Test
Golf-Gene und Hochdach ergeben gekreuzt den VW Caddy. Wie fit ist der im Alter? Hier kommt unser Test!
Er ist die pure automobile Vernunft. Und auch deswegen taugt der VW Caddy als Held des Alltags. Familien, Gewerbetreibende und Behörden schätzen den niedersächsischen Hochdachkombi als pragmatischen Allrounder. Unser viereinhalb Jahre alter Testwagen mit 43.415 Kilometern auf der Uhr ist ein Vertreter der 2015 bis 2020 gebauten vierten Caddy-Generation. Wobei die Grundkonstruktion streng genommen bereits 2003 mit dem Caddy 3 eingeführt wurde.
Die optische Nähe zu Golf 6 und erstem Touran ist kein Zufall. Mit ihnen teilt sich der Caddy 4 die PQ35-Plattform. Starrachse und Blattfederpakete hinten schmälern besonders unbeladen den Fahrkomfort, sorgen andererseits für enorme Zuladungsreserven. Ebenfalls den Nutzfahrzeug-Genen geschuldet sind eine sichtbar robustere Materialauswahl im Innenraum, eine schlechtere Geräuschdämmung und eine asketische Basisausstattung.
VW Caddy gebraucht: Verarbeitung nicht auf dem Niveau der Pkw-Geschwister
Einzige nennenswerte Extras unseres bambusgardengrünen Testwagens sind eine manuelle Klimaanlage, ein 6,3-Zoll-Touchnavigationssystem mit App-Connect, Schiebefenster in den Schiebetüren und Parksensoren am Heck. Praktisch ist die Zugänglichkeit gelöst: Neben zwei serienmäßigen Schiebetüren hat der Caddy wahlweise eine große Heckklappe oder, wie bei unserem Testfahrzeug, zwei asymmetrische Hecktüren.

Caddy-Innenraum: sachliches Cockpit im Stil der sechsten Golf-Generation.
Bild: Roman Raetzke
Für überschaubare 600 Euro hätte man den Caddy ab Werk mit einer zusätzlichen Zweiersitzbank im Heck zum Großraumtaxi aufrüsten können. Beim Stauraum hält kein Kombi mit: Je nach Bestuhlung und Ladehöhe sind 750 bis 3030 Liter Volumen drin. Und die Verarbeitung? Sie ist nicht auf dem Niveau der Pkw-Geschwister, aber eben noch ordentlich. Wie es um die Gebrauchtsubstanz steht, hängt beim Caddy stets von den Vorbesitzern ab.
Der 1.0 TSI mit 102 PS eine positive Überraschung
Kleinere Schürfwunden an Stoßfängern und Rückleuchten wie bei unserem gepflegten Fotofahrzeug sind normal. Familienautos sind meist deutlich besser erhalten als von Gewerbetreibenden vorgenutzte Transporterversionen. Letztere waren nicht selten unter Termindruck und mit viel Zuladung unterwegs, was insbesondere die Achslager und Verkleidungen mit Verschleiß quittieren.
Technische Daten
VW Caddy 1.0 TSI BMT | |
|---|---|
Motor | Dreizylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 999 cm³ |
Leistung | 75 kW (102 PS) bei 5000/min |
Drehmoment | 175 Nm bei 1500/min |
Höchstgeschw. | 172 km/h |
0-100 km/h | 12,1 s |
Tank/Kraftstoff | 55 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Fünfgang man./Vorderrad |
L/B/H | 4408/1793/1858 mm |
Kofferraumvolumen | 750-3030 l |
Leergewicht/Zuladung | 1342/838 kg |
Generell sind gepflegte Caddy gesucht. Etliche Tausender Aufgeld kosten Varianten wie die verlängerte Maxi-Version (4,88 Meter Länge, bis 4130 Liter Ladevolumen), 4Motion-Allradmodelle und die Crossover-Version Alltrack. Als Antrieb ist der 1.0 TSI eine positive Überraschung: Der kleine Euro-6- Motor mit 102 PS fühlt sich, sobald sein kleines Turboloch überwunden ist, lebendig an. Drehmomentstark und mit unter sechs Liter Verbrauch sparsam sind die empfehlenswerten 2.0-TDI-Modelle (Euro 6) mit 110 beziehungsweise 150 PS.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,9 l S/100 km |
|---|---|
CO2 gemäß NEFZ-Zyklus | 126 g/km |
Inspektion | 300-550 Euro |
Haftpflicht (17)* | 520 Euro |
Teilkasko (17)* | 531 Euro |
Vollkasko (16)* | 763 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 82 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 798 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 564 Euro |
Wasserpumpe | 531 Euro |
Zahnriemen | 755 Euro |
Nachschalldämpfer | 320 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1082 Euro |
Bremsscheiben und -klötze | 645 Euro |
Infotainmenteinheit | 803 Euro |
Sommerreifen (195/65 R15 T) | 450 Euro |
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