VW e-Golf: Schwachstellen, Mängel, Stärken
Der e-Golf ist eine sichere Akku-Bank

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Der elektrifizierte VW Golf 7 glänzt weder mit Reichweite noch mit exorbitanten Fahrleistungen. Dafür funktioniert er auch nach Jahren sensationell unauffällig!
Bild: Volkswagen
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim VW e-Golf achten sollten: die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
VW e-Golf
Bauzeit: 2014 bis 2020
Motoren: 115 PS bis 136 PS
Gebrauchtpreis: ab 9600 Euro
Motoren: 115 PS bis 136 PS
Gebrauchtpreis: ab 9600 Euro
Das ist er: Der e-Golf ist ein gekonnt elektrifiziertes Verbrennermodell. Im vertrauten Golf-7-Gewand arbeiten ein passiv gekühlter 21,2-kWh-Akku (netto) und ein 115-PS-E-Motor an der Vorderachse. Das langt für knapp 150 Kilometer Reichweite. Nicht gerade viel, aber 2014 interessant genug für VW-Fans, die vor allem Kurzstrecke fahren. 2017 wurde der e-Golf alltagstauglicher: Das Facelift punktete mit 136-PS-Motor und 31,5-kWh-Akku (netto), damit schafft der Golf rund 250 Kilometer. Achtung: Wärmepumpe und CCS-Lader kosteten Aufpreis.
Das kann er: Bereits für unter 10.000 Euro einen erfreulich soliden Einstieg in das Thema Elektromobilität bieten. Alles ist bestens bekannt vom normalen VW Golf, die Infotainmentlösung orientiert sich stark an den Verbrennerbrüdern. So gelingt die Bedienung auch nicht-technikaffinen Menschen. Mit maximal 40 kW ist das Aufladen am DC-Lader möglich, was angesichts des kleinen Akkus noch okay ist.

Das Aufladen geht beim e-Golf nicht gerade schnell. Selbst am DC-Lader sind nur 40 kW Ladeleistung drin.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das macht Ärger: Erfreulich wenig. Die hohe Konstruktions- und Fertigungsqualität des in Wolfsburg und Dresden insgesamt 145.561-mal vom Band gelaufenen Stromers zahlt sich im gehobenen Alter aus. Die Mängelquote liegt weit unter dem Klassendurchschnitt, erhebliche Mängel werden nur rund halb so oft wie bei anderen gleich alten Kompakten festgestellt. Damit sichert sich der e-Golf den Sieg in der Kompaktklasse. Für den sündhaft teuren Akku garantiert VW acht Jahre oder 180.000 Kilometer. Am Ende sollte der Akku maximal 30 Prozent seiner Kapazität verloren haben. Es gab mehrere Rückrufe, unter anderem zur nachträglichen Versiegelung des Batteriegehäuses. Kaufinteressenten sollten die Fahrzeughistorie checken – Vorsicht ist bei ausgemusterten Carsharing-Exemplaren geboten!
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Das Mehrgewicht des e-Golf von rund 400 kg verkraften die Achsaufhängungen problemlos. Auch Antriebswellen, Lenkanlage und Gelenke sind tadellos. Achsfedern und Dämpfer bleiben ebenfalls überdurchschnittlich fit.
Licht
Ein vorbildliches Kapitel ohne dunkle Flecken. Das Abblendlicht sowie die Beleuchtung vorn und hinten sind äußerst selten auffällig. Die Prüfer vergeben eine entsprechend sehr gute Teilnote.
Bremsen
Bei der Funktion der Fußbremse zeigt der e-Golf seine einzige echte Schwäche. Typisch für ein E-Auto wird diese aufgrund der Rekuperationsfunktion weniger genutzt und neigt daher zum Rostansatz. Die Verfassung von Feststellbremse, Bremsleitungen und Bremsschläuchen ist dagegen tadellos, und die Bremsscheiben altern weniger schnell als im Durchschnitt.
Umwelt
Ölverlust ist bei E-Autos zwar grundsätzlich am Untersetzungsgetriebe möglich, aber beim e-Golf kein Thema.
Mängeleinteilung*
Alter | Ø Laufleistung in km | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 32.000 (Ø 42.000) | 93,4 (Ø 90,1) | 3,2 (Ø 3,5) | 3,4 (Ø 6,4) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 44.000 (Ø 62.000) | 91,3 (Ø 85,9) | 4,1 (Ø 5,0) | 4,6 (Ø 9,1) | 0,0 (Ø 0,0) |
Fazit
Der VW e-Golf stromert und stromert und stromert. Das bis Ende 2020 gebaute Elektroauto profitiert von seiner sorgfältigen Konstruktion. Bis auf eine leicht auffällige Bremsanlage gibt es keine nennenswerten Probleme. Selbst die bei E-Modellen durch das hohe Gewicht oft problematischen Achsaufhängungen halten sich tadellos. Größter Nachteil des e-Golf ist seine geringe Akkukapazität – aber wenn das Fahrprofil passt, ist er eine Empfehlung wert.
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