VW Golf 4 R32 (2004) Gebrauchtwagen
Seltener VW Golf 4 R32 mit nur 13.000 Kilometern zu verkaufen

Bild: Autohaus Route66 Apostolos Saratzidis
Mit dem VW Golf 4 R32 wollte der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch ein Ausrufezeichen setzen! Das damalige Topmodell war ursprünglich als Kleinserie von 5000 Stück geplant, doch am Ende der zweijährigen Bauzeit sollten rund 12.000 Golf 4 R32 entstehen!
Das lag vor allem am großen Interesse aus den USA. Für den nordamerikanischen Markt alleine wurden rund 5000 Exemplare gefertigt, etwa 7000 Golf 4 R32 blieben in Deutschland. Mittlerweile ist der Sechszylinder-Golf ein gesuchtes Sammlerstück, für Top-Fahrzeuge werden auch schon mal 40.000 Euro und mehr aufgerufen. Der ehemalige Basispreis lag bei 31.950 Euro.
Zu den Erkennungsmerkmalen des ersten R32 – beflügelt vom Erfolg legte VW auch eine R32-Version des Golf 5 auf – gehören die verbreiterte Karosserie, die angepassten Schürzen mit großen Lufteinlässen an der Front, eine zweiflutige Remus-Abgasanlage mit Klappensteuerung für den typischen R32-Sound, 18-Zoll-Vielspeichenräder "Aristo" und ein Sportfahrwerk mit 20 Millimeter Tieferlegung.
Der VR6 leistet 241 PS
Das Highlight verbirgt sich jedoch unter der Haube, denn statt eines schnöden Vierzylinders verrichtet hier der legendäre VR6-Motor seinen Dienst. Den charakteristischen Sechsyzlinder gab es zwar auch im Golf 4 2.8 V6, da jedoch mit lediglich 2,8-Liter Hubraum und 204 PS. Wie der Name schon verrät, besitzt der R32 einen Hubraum von 3,2 Litern. Das Ergebnis sind 241 PS und 320 Nm. Und damit diese Power nicht in Rauch aufgeht, gab es serienmäßig den Allradantrieb 4Motion. Beim Getriebe hatten die Kunden damals die Wahl zwischen der Sechsgang-Handschaltung und dem aufpreispflichtigen Sechsgang-DSG. Den Sprint auf 100 km/h erledigt so ein R32 in 6,6 Sekunden (6,4 Sekunden mit DSG) und erreicht einen Topspeed von 247 km/h – beeindruckende Werte für einen Kompaktsportler anno 2002.

Die Klappensteuerung der Remus-Abgasanlage funktioniert per Unterdruck und sorgt für den charakteristischen VR6-Sound.
Bild: Autohaus Route66 Apostolos Saratzidis
Wer knapp 23 Jahre nach der Präsentation einen R32 sein Eigen nennen will, der muss tief in die Tasche greifen. Vorausgesetzt, es ist überhaupt ein gutes Exemplar zu finden. Ab Werk lief der R32 als Drei- oder Fünftürer vom Band, wobei die Fünftürer unter Sammlern gesuchter sind, weil sie noch seltener gebaut wurden. Das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt hingegen ist sehr überschaubar. Los geht es ab etwa 15.000 Euro für ein Exemplar mit nicht nachvollziehbarer Historie und über 300.000 Kilometern auf dem Buckel. Seriöse Autos starten grob bei etwa 25.000 Euro – wobei das größte Problem darin besteht, ein unverbasteltes Auto zu finden. Der R32 stammt schließlich aus der Zeit, in der viele Fahrzeuge mit, aus heutiger Sicht, fragwürdigen Tuning-Teilen modifiziert wurden.

Bei den US-Modellen verfügen die König-Sportsitze über eine Doppelnaht. Außerdem war das Schiebedach serienmäßig. Dieser R32 ist ein Handschalter.
Bild: Autohaus Route66 Apostolos Saratzidis
Umso schöner ist es, wenn ein unverbastelter VW Golf 4 R32, so wie dieses Exemplar vom "Autohaus Route66 Apostolos Saratzidis", angeboten wird. Fast schon unglaublich: Das 2004er-Modell hat gerade mal 13.747 Kilometer auf dem Tacho und soll aus erster Hand stammen. Auf den Inseratsfotos hinterlässt der schnelle Golf einen nahezu perfekten Eindruck. Keine fragwürdigen Tuning-Umbauten, originale Räder und ein Unterboden, der aussieht, als wäre das Auto keine 1000 Kilometer gefahren wurden.
Nur 13.747 Kilometer
Doch Profis werden auf den Fotos auch Details erkennen, die sie vielleicht stutzig werden lassen. So hat der schwarze R32 Halogen-Scheinwerfer – obwohl das Topmodell serienmäßig mit Xenon ausgeliefert wurde. Die Erklärung ist einfach: Der Golf ist ein US-Modell, und das unterscheidet sich in einigen Ausstattungsdetails von den deutschen R32. So waren bei den Autos für den nordamerikanischen Markt ein Schiebedach und ein dunkler Dachhimmel Serie, außerdem hatte der Golf andere Rückleuchten, ein angepasstes Fahrwerk und die angesprochenen Halogen-Scheinwerfer. Die Herkunft erklärt im Übrigen auch den Meilentacho, auf dem 8542 Meilen oder umgerechnet 13.747 Kilometer zu sehen sind.
Der Golf hat jedoch schon einiges von der Welt gesehen, denn er wurde unmittelbar nach der Auslieferung in den USA nach Griechenland exportiert. Dort war er Teil einer Sammlung und wurde nur zu regelmäßigen Bewegungsfahrten aus der Garage geholt, was nicht nur den niedrigen Kilometerstand, sondern auch den neuwertigen Zustand erklärt. Mittlerweile ist der Kompaktsportler in Deutschland angekommen, wo er im Februar 2024 einen großen Service und im Mai die Vollabnahme vom deutschen TÜV bekommen hat.
Der teuerste R32 auf dem Markt
Der unfall- und nachlackierungsfreie Golf ist also sofort einsatzbereit – 56.900 Euro vorausgesetzt, denn so viel soll der im Kundenauftrag angebotene R32 kosten, womit er der teuerste R32 auf dem deutschen Markt ist. Bei dem Preis sollte dann auch der fehlende Nabendeckel (Beifahrerseite hinten) inklusive sein.
Fazit
Einen originalen VW Golf 4 R32 mit niedriger Laufleistung zu finden, ist sehr schwer. Dieses Exemplar mit nur 13.700 Kilometern ist streng genommen nur ein Fall für Sammler – die könnte jedoch der Fakt stören, dass es sich hierbei um einen Reimport handelt. Interessenten, die den R32 regelmäßig fahren wollen, sollten lieber ein anderes Exemplar nehmen. Vorausgesetzt, sie finden einen unverbastelten R32.
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