(dpa/AUTO BILD/KI) Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen findet die diesjährige Hauptversammlung der Aktionäre am kommenden Mittwoch statt. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als der VW-Chef Oliver Blume die Aktionäre persönlich im CityCube in Berlin empfangen hatte, wird das Ereignis dieses Mal ausschließlich digital durchgeführt. Im Vorjahr kam es zu Protesten im Saal, die dieses Jahr aufgrund des digitalen Formats ausbleiben dürften. Volkswagen begründet die Entscheidung für das rein digitale Format offiziell mit Kostengründen.
Während der letzten Präsenzveranstaltung hatten Klima- und Menschenrechtsaktivisten für Störungen gesorgt. VW-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche entging nur knapp einem Tortenwurf, und eine Aktivistin protestierte mit entblößtem Oberkörper gegen das VW-Werk in der chinesischen Provinz Xinjiang. Zudem gab es vor dem Versammlungsgebäude Klimaproteste und Straßenblockaden.

Aktionärsgruppen kritisieren die Entscheidung

Vertreter von Aktionärsgruppen kritisieren die Entscheidung zur Rückkehr zu einem rein virtuellen Format. Ingo Speich von der DekaBank und Janne Werning von Union Investment äußerten sich kritisch über die mangelnde Möglichkeit zur direkten Interaktion bei einer digitalen Hauptversammlung und forderten eine Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen, um eine lebhafte Diskussion und direkten Austausch zu ermöglichen.
Trotz der digitalen Formatierung der Hauptversammlung ist für den gleichen Tag vor dem Werkstor in Wolfsburg eine "alternative Hauptversammlung" geplant. Organisiert von Klimaschutzaktivisten, wird hier eine grundlegende Verkehrswende weg vom Auto gefordert.