VW ID.4/ID.5: TÜV-Report
Gebrauchter ID.4/ID.5: Hier muss VW nachbessern!

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Viel Platz, diverse Antriebe, solide Reichweiten: VW ID.4 und ID.5 sind E-Autos für die Masse. Bei der HU landen die nicht gerade günstigen Modelle aber nur im Mittelfeld. Hier kommen alle Infos aus dem TÜV-Report 2026!
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
VW ID.4/ID.5
- Bauzeit: 2020 bis heute
- Motoren: 148 PS (Pure) bis 340 PS (GTX)
- Preis: ab 19.700 Euro
Das sind sie: Technisch gesehen sind VW ID.4 und ID.5 die großen Brüder des ID.3, beide stehen auf VWs MEB-Plattform. Im November 2020 rollten die erste ID.4 auf die Straße, während das 18 mm flachere und bis zur B-Säule identische Schrägheck ID.5 ein Jahr später in den Handel kam. Das kostete mindestens 2635 Euro Aufpreis und bot eine vermeintlich flottere Optik sowie einen besseren cw-Wert (0,26 statt 0,28).

Ableger: Die Schrägheckvariante ID.5 duckt sich flacher als der ID.4, nutzt dessen Technik, ist aber teurer.
Bild: Michael Nehrmann/AUTO BILD
Anfangs ging es mit dem "Pure" bei 148 PS los, inzwischen sind es in der Basis 170 PS. Stärkster ID.4/ID.5 ist der GTX mit 340 PS und permanentem Allradantrieb. Das Basismodell verfügt nur über einen 52-kWh-Akku und lädt mit 50 kW, die stärkeren Versionen speichern 77 kWh (ID.5 GTX 79 kWh) und laden mit 125 kW.
Das können sie: Bedürfnisse des Alltags erfüllen. Das vernünftige Platzangebot, der gute Komfort und die hohe Fahrsicherheit tragen ihren Teil dazu bei. In der Preisliste stehen die gängigen Assistenzsysteme ebenso wie diverse Komfort- und Luxusextras. In puncto Bedienung hat sich VW für eine Mischung aus tippen und wischen entschieden, die für die meisten Nutzer eher nicht intuitiv wirkt und Gewöhnung verlangt. Die recht hohen Preise passen nicht so recht zum schlichten Kunststoff im Interieur.
Das macht Ärger: Hinlänglich bekannt sind vielfältige Software- und Elektronikprobleme, die auch per Update nicht immer zu beheben sind. Für den ID.4 stehen beim Kraftfahrt-Bundesamt sieben Rückrufe in der Datenbank. Die meisten betreffen falsche Verschraubungen, außerdem fehlten Lagerbuchsen im Lenksystem, und es drohte Bremsversagen wegen fehlender Schrauben am Pumpenmotor des ESP. Den ID.5 betrifft nur letztgenannter Rückruf aus dem Jahr 2024.
VW ID.4/ID.5: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 89,0 (Ø 89,4) | 4,9 (Ø 4,0) | 6,1 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Beide Modelle kommen in diesem Kapitel bei der ersten HU ohne große Auffälligkeiten, aber nicht völlig sorglos durch. Die Achsaufhängungen zeigen eine zwar niedrige, aber letztlich überdurchschnittliche Mängelquote, während die von Federn/ Dämpfern durchschnittlich hoch ausfällt.
Licht
Hier sind beide Varianten über fast jeden Zweifel erhaben. Alle Mängelquoten liegen auf dem ohnehin niedrigen Schnitt (Blinker) oder deutlich darunter (Abblendlicht, vordere und hintere Beleuchtung). Sehr gut.
Bremsen
Die Feststellbremse ist leicht auffällig, aber auf relativ niedrigem Niveau. Schläuche, Leitungen und Scheiben werden dagegen so gut wie nie bemängelt. Dafür aber die Fußbremse – und zwar fünf Mal häufiger als im Schnitt. Ungünstig, aber nicht untypisch für rekuperierende Antriebe.
Umwelt
Eine Abgasanlage gibt es am E-Auto nicht – und damit auch keine AU. Bleibt noch die Gefahr von Ölverlust am Getriebe, den die Prüfer im Falle von ID.4/ID.5 bislang aber nicht feststellen können. Sauber.
Fazit
Betrachtet man die nackten Zahlen, könnte ID auch eine Abkürzung für "Ist Durchschnitt" sein, so nah bewegen sich beide Modelle an den Mittelwerten der Gesamtmängelquoten. Aber: Gerade die relativ häufigen Probleme an der Hauptbremse können nicht Anspruch eines so großen und erfahrenen Herstellers sein. Auch die leicht erhöhte Mängelquote an den Achsaufhängungen ist ärgerlich.
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