VW Karmann Ghia (1974) Kummetat: Gebrauchtwagen
VW Karmann Ghia mit über 200 PS zu verkaufen

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Oldtimer-Tuning ist ein umstrittenes Thema! Für Fans von Originalität ein absoluter Frevel, für leistungshungrige Klassiker-Besitzer eine Wohltat. Deshalb direkt vorweg: Wer es lieber original mag, der sollte weiterklicken, denn an diesem VW Karmann Ghia ist nur noch wenig original!
In Gelsenkirchen wird aktuell ein VW Karmann Ghia verkauft, der es in sich hat. Das beliebte Coupé wurde in den 90er-Jahren aufwendig umgebaut und seitdem stetig weiter optimiert. Laut des aktuellen Verkäufers wurde der 1974er Karmann Ghia Anfang der 90er-Jahre aus den USA importiert, wo bereits ein 2,0-Liter-Typ 4-Motor und ein 1303S-Getriebe verbaut wurden. In Deutschland angekommen, flog beides raus, denn der neue Eigner wollte richtig Leistung. Mit diesem Wunsch wandte er sich an die Spezialisten von Kummetat, die den Karmann Ghia aufwendig überholten und umbauten. Dabei wurde nicht nur der gesamte Antriebsstrang getauscht, sondern auch Fahrwerk und Bremsen modifiziert sowie die Karosserie angepasst.

Lackiert wurde der Karmann Ghia in "Nogaroblau Perleffekt", der Farbe des legendären Audi RS 2.
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Lackiert wurde der Karmann Ghia in "Nogaroblau Perleffekt", der Originalfarbe des heute legendären Audi RS 2. Aber vor allem technisch wurde ein regelrechter Kahlschlag gemacht. Auf der Suche nach viel Power entschied man sich bei Kummetat dazu, einen 2,6-Liter-Vierzylinder-Boxer mit etwa 190 PS ins Heck zu transplantieren. Die Kraftübertragung erfolgt mittels einer Fünfgang-Handschaltung aus dem Porsche 914 – besonderer Vorteil dieses Getriebes ist die Dogleg-Anordnung mit dem ersten Gang unten links, sodass sich die Gänge zwei und drei in einer Gasse befinden.
Doch damit noch nicht genug, denn der Boxermotor wurde kurzerhand auf Trockensumpfschmierung umgebaut, um auch bei schneller Kurvenfahrt nicht trocken zu laufen. Sie merken also, der Besitzer meinte es ernst!
Dabei ist der 1955 eingeführte und bis 1974 rund 440.000 Mal gebaut Karmann Ghia Typ 14 an und für sich nicht für seine bahnbrechende Performance bekannt. Ab Werk leisteten selbst die vermeintlichen Topmodelle maximal 54 PS. Eine Leistung, die bei diesem Exemplar fast vervierfacht (!) wurde! Doch der beste Antrieb bringt nichts, wenn die restliche Hardware nicht angepasst wird. Nur logisch, dass Kummetat sich auch um die Bremsanlage und das Fahrwerk kümmerte. Letzteres wurde mit zahlreichen VW- und Porscheteilen, unter anderem vom 944 Turbo, umfangreich modifiziert.

Die originalen Vollschalensitze aus dem Porsche 964 Carrera RS sind mittlerweile extrem gesucht und entsprechend teuer.
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Schalensitze aus dem 964 Carrera RS
So weit zur geänderten Technik, kommen wir zum Innenraum: Zuerst einmal wurde alles rausgeworfen, was nicht zwingend benötigt wurde. Das unumstrittene Highlight sind die mittlerweile extrem gesuchten und sehr wertvollen Vollschalensitze aus dem Porsche 964 Carrera RS, deren Schalen in Wagenfarbe lackiert wurden. Darüber hinaus wurden die Instrumente angepasst sowie Zusatzanzeigen und ein Momo-Lenkrad mit 320 Millimeter Durchmesser verbaut.
Seit 2016 befindet sich der Karmann Ghia wieder im Besitz der damaligen Erbauer und wurde in den vergangenen Jahren konsequent verbessert. Unter anderem wurde auf eine Zahnstangenlenkung umgebaut, die das Auto laut Aussage des Besitzers besser beherrschbar machen soll. Aber auch der Boxermotor wurde erneut revidiert und modifiziert, sodass er auf dem Prüfstand gemessene 208 PS und 279 Nm maximales Drehmoment auf die Hinterräder loslässt. Die gefahrene Höchstgeschwindigkeit soll laut GPS bei 243 km/h liegen, wobei theoretisch sogar über 260 km/h möglich wären – vorausgesetzt der Fahrer traut sich einen solchen Höllenritt zu.
75.000 Euro soll der Karmann Ghia kosten
Trotz der konsequenten Verbesserungen sind noch kleinere Arbeiten zu erledigen, schließlich liegt der ursprüngliche Umbau rund 30 Jahre zurück. Laut Aussage des Verkäufers handelt es sich dabei in erster Linie um die Elektrik sowie kleinere kosmetische Arbeiten. Diese will er nach und nach selbst durchführen, wobei das im Umkehrschluss bedeutet, dass der aufgerufene Preis von 75.000 Euro noch steigt.
Ein Preisvergleich ist zwar möglich, macht jedoch nicht allzu viel Sinn, denn die meisten der angebotenen VW Karmann Ghia befinden sich mehr oder weniger im Originalzustand und wurden nicht ansatzweise so stark modifiziert. Wie immer bei Oldtimern ist die Preisspanne enorm. Los gehts bei etwa 10.000 Euro für nicht fahrbereite Exemplare, wobei richtig gute Autos auch schon mal 50.000 Euro und mehr kosten können. Generell gilt, dass die selteneren Cabrios teurer sind.
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