VW-Machtkampf
Breitseite gegen Piëch

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VW kommt nicht zur Ruhe. Laut Medienberichten bekommt Ferdinand Piëch heftigen Gegenwind aus dem Aufsichtsrat. Derweil warnen Experten den Konzern vor einem dauerhaften Machtkampf.
Bild: dpa
(dpa/Reuters/cj) Im anhaltenden VW-Machtkampf zwischen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und dem Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn gerät offenbar Patriarch Piëch mehr und mehr unter Druck. Laut "Spiegel Online" kritisierten Mitglieder des Aufsichtsrats ihn als "nicht mehr tragbar", weil der 78-Jährige anscheinend weiter die Ablösung Winterkorns vorantreibt. Piëch hintergehe damit einen Beschluss des Aufsichtsratspräsidiums vom 17. April 2015, der mit großer Mehrheit dem VW-Chef den Rücken gestärkt hatte.
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Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters droht Piëch sogar die Abwahl, sollte er weiter hinter den Kulissen Winterkorns Demontage forcieren. "Noch zwei, drei solche Sachen sollte er sich jetzt nicht mehr leisten", sagte eine Person mit Kenntnis der Situation. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der das Land im Präsidium des VW-Aufsichtsrats vertritt, hatte in den vergangenen Tagen von der VW-Spitze wiederholt mehr Professionalität gefordert. Auch einige Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gingen auf Distanz zu Piech. Für eine Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden müssten 14 der insgesamt 20 Mitglieder des Kontrollrats stimmen. Die Familien Porsche und Piëch haben bisher immer an einem Strang gezogen. Sie kämen zusammen mit dem Emirat Katar auf sieben Stimmen und könnten Piech so im Amt halten.
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Zwischen den einstmaligen Verbündeten Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn ist ein dicker Riss entstanden.
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