VW T3 Multivan LLE Oettinger WBX 6 (1992): Gebrauchtwagen
Dieser VW T3 Multivan ist in mehrfacher Hinsicht besonders

Bild: CC-Automobile GmbH
Für Fans ist der von 1979 bis 1992 gebaute VW T3 der letzte echte Bulli! Der Hauptgrund dafür ist der Heckmotor, denn mit dem T4 stellte VW auf Frontmotor und Frontantrieb um. Für originale VW T3 Multivan werden schon seit Jahren hohe Preise gezahlt, doch gute Exemplare werden immer seltener!
In Velen wird aktuell ein VW T3 Multivan angeboten, der gleich mehrere Besonderheiten aufweist und somit vor allem etwas für Sammler ist – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Verkauft wird der T3 vom Händler "CC-Automobile GmbH" und die Erstzulassung im September 1992 deutet bereits darauf hin, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen T3 handelt. Offiziell wurde die Produktion des Bulli in Hannover nämlich 1990 eingestellt. Fortan wurden bei Steyr in Graz nur noch Behördenfahrzeuge produziert. Aufgrund der extremen Beliebtheit entschied sich VW jedoch dazu als finale der Baureihe noch eine besonders gut ausgestattete Version des T3 Multivan anzubieten, die ebenfalls in Graz hergestellt werden sollte. Die Idee des heute extrem gesuchten T3 Multivan Limited Last Edition, kurz LLE, war geboren.

Die OZ-Felgen in 17-Zoll passen auf den ersten Blick nicht perfekt zum Look des Oettinger T3.
Bild: CC-Automobile GmbH
2500 durchnummerierte T3 LLE wurden gebaut, wobei die Kunden zwischen den zwei Außenfarben "Tornadorot" und "Orylblau Metallic" und dem 70 PS starken Turbodiesel (JX) und dem wassergekühlten Vierzylinder-Boxer mit 92 PS (SS) wählen konnten. Die Ausstattung war praktisch identisch zu den wenige Jahre zuvor präsentierten T3 Blue- und Whitestar. Gerüchte besagen, dass VW von dem Ansturm auf die 2500 Exemplare so überrascht war, dass daraus ein Problem entstand. Und zwar soll vielen VW-Mitarbeitern vorab ein Exemplar der mit Urkunde ausgelieferten LLE zugesichert wurden sein, die letztendlich jedoch innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren. Um die VW-Mitarbeiter zu besänftigen, legte VW Ende 1992 mit den auf 500 Stück limitierten Red- und Bluestar-Versionen eine allerletzte Version auf, die jedoch nie frei erhältlich war.
Nummer 689/2500
Mittlerweile sind die T3 LLE gesuchte Sammlerstücke, die praktisch gar nicht mehr unter 20.000 Euro zu finden sind. Bei dem hier gezeigten Exemplar handelt es sich um die Nummer 689/2500 der letzten Serie. Dieser wurde jedoch nachträglich noch weiter von den Spezialisten von Oettinger optimiert. Ab Werk wurde der T3 lediglich mit Vierzylinder-Motoren (ab 1982 wassergekühlt) ausgeliefert. Lediglich für Südafrika gab es auch verschiedene Fünfzylinder-Versionen. Bereits in den 80er-Jahren soll VW mit dem Gedanken gespielt haben, einen Sechszylinder für den Bus zu entwickeln. Aufgrund geringer Stückzahl-Erwartungen wurde dieses spannende Projekt jedoch verworfen und genau hier kommt die Firma Oettinger ins Spiel.
Da VW bereits eng mit Gerhard Oettinger und seinem Team zusammenarbeitete, wurde entschieden, dass Oettinger das Projekt mit offizieller Unterstützung realisieren sollten. Auf der IAA 1985 war es so weit und der WBX 6 wurde präsentiert. Im Heck des Busses saß ein 3164 ccm großer Sechszylinder-Boxer, der 165 PS und 260 Nm lieferte. Um dem Leistungsplus gerecht zu werden, verbaute Oettinger zudem Scheibenbremsen rundum. Der Umbau war technisch enorm komplex, was sich auch im Preis widerspiegelte: 32.940 DM wurden für den Umbau zum WBX 6, den es anfänglich ausschließlich mit Automatik und die dazugehörigen Modifikationen an Fahrwerk und Bremsanlage fällig. Trotz des hohen Preises soll Oettinger in nur zwei Jahren rund 500 T3 zum WBX 6 umgebaut haben.

Einzelsitze in grua/roter Bicolor-Lederausstattung und ein Klapptisch sorgen für ein edles Flair im T3 LLE.
Bild: CC-Automobile GmbH
Doch Oettinger war noch nicht fertig mit dem T3, denn es folgten Versionen mit Handschaltung und auch Umbauten für T3 Syncro, ehe der WBX 6 schon 1987 grundlegend überarbeitet wurde. Der Hubraum wurde auf 3,7 Liter erweitert, sodass die Leistung auf 180 PS stieg.
147.000 Kilometer auf dem Tacho
Der hier gezeigte WBX 6 setzt noch auf die "kleinere" 3,2-Liter-Version des wassergekühlten Sechszylinder-Boxers, dessen 165 PS trotzdem eine deutliche Steigerung gegenüber dem ab Werk maximal 112 PS starken T3 waren. Wir sprechen hier also um einen der limitierten T3 LLE, der nachträglich von Oettinger veredelt wurde. In den letzten 33 Jahren wurde das deutsche Auto rund 147.300 Kilometer gefahren und macht auf den Inseratsfotos trotz fünf Vorbesitzern einen überaus gepflegten Eindruck. Wichtig ist noch der Hinweis, dass es sich hierbei um einen WBX 6 mit Fünfgang-Handschaltung inklusive Schaltwegverkürzung und lang übersetzen fünften Gang handelt.
Innen wie außen wurde der T3 LLE zudem nach individuellem Kundenwunsch veredelt. Neben 17-Zoll-Felgen von OZ Racing, wurde ein Carat-Bodykit bestehend aus Beplankung und Frontspoiler, ein Projekt 2 Dachkantenspoiler, eine 30 Millimeter Tieferlegung sowie ein Porsche-Lenkrad und eine Bicolor-Lederausstattung in grau/rot verbaut. Laut des Verkäufers ist der Bus unfallfrei und scheckheftgepflegt.
So viel soll der T3 kosten
So weit, so gut. Damit kommen wir zum weniger schönen Teil und das ist der Preis: 69.900 Euro soll der limitierte T3 mit Sechszylinder-Boxer im Heck kosten. Ein stolzer Preis, aber aktuell wird deutschlandweit auch kein vergleichbares Fahrzeug angeboten.
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