VW Touareg R50: Gebrauchtwagen-Angebot
Seltener VW Touareg mit V10 satte 80.000 Euro unter Neupreis

Der VW Touareg R50 ist ein fast vergessenes Sondermodell mit V10-Diesel, das neu fast 100.000 Euro kostete. Heute sind die Preise im Keller!
Bild: Sportwagen D
Es gab eine Zeit, in der sich VW einiges getraut hat: Mit dem Phaeton wollten die Wolfsburger 7er und S-Klasse Konkurrenz machen, mit dem W12 Nardo stand beinahe ein Supersportwagen mit VW-Logo in den Startlöchern – und dann wurde im Jahr 2002 plötzlich ein großer Geländewagen präsentiert: der VW Touareg!
Während der Phaeton trotz vier Modellpflegen und nicht einmal 85.000 verkaufter Exemplare bereits 2016 eingestellt wurde, hielt der Touareg deutlich länger durch – und war dabei auch noch richtig erfolgreich. Nach insgesamt drei Generationen und rund 1,2 Millionen gebauten Fahrzeugen wird die Produktion des großen SUV in den kommenden Monaten jedoch endgültig eingestellt. Aktuell ist der Touareg noch als Sondermodell "Final Edition" zu Preisen ab rund 75.000 Euro bestellbar. Deutlich günstiger gibt es ihn auf dem AUTO-BILD-Gebrauchtwagenmarkt.
Touareg mit V10-Diesel
Für Schnäppchenjäger dürfte vor allem die erste Touareg-Generation interessant sein, die von 2002 bis Anfang 2010 angeboten wurde und sich rund 471.000-mal verkaufte. Das 4,75 Meter lange SUV startete mit einem 3,2-Liter-V6-Benziner sowie dem spektakulären, aber auch recht anfälligen V10-TDI mit brachialen 750 Nm Drehmoment. Kurz nach dem Marktstart folgten ein Fünfzylinder-Diesel als Basis-Motorisierung sowie der 4,2-Liter-V8-Benziner. Richtig spektakulär wurde es im Sommer 2004, als VW den Touareg W12 Sport mit dem 450 PS starken Zwölfzylinder aus dem Phaeton präsentierte.

Zu erkennen ist der Touareg R50 unter anderem am Chrom-Kühlergrill, dem Unterfahrschutz und den Kotflügelverbreiterungen.
Bild: Sportwagen D
Doch damit nicht genug: Zwischen Sommer 2007 und Ende 2009 legte VW auch beim legendären V10 TDI noch einmal nach. Im seltenen R50 leistete der 5,0-Liter-Zehnzylinder 350 PS und gewaltige 850 Nm maximales Drehmoment. Der "gewöhnliche" V10 TDI brachte es auf 313 PS und 750 Nm. Auch optisch setzte VW beim R50 noch einen drauf: Zu erkennen ist der Top-Diesel unter anderem am Chrom-Kühlergrill, modifizierten Schürzen, blauen Bremssätteln, ovalen Endrohren sowie den markanten 21-Zoll-Felgen namens "Omanyt".
R50 sind selten
Heute sind Touareg R50 nur noch selten zu finden – erst recht im Originalzustand. Genau ein solches unverbasteltes Exemplar wird aktuell jedoch vom Händler Sportwagen D aus Ravensburg angeboten. Der schwarze Touareg R50 stammt aus dem Jahr 2008 und hat rund 218.000 Kilometer absolviert. Laut Händler wurde das Fahrzeug durchgängig bei VW scheckheftgepflegt und erhält neuen TÜV.
Auf den Fotos macht das SUV einen guten Eindruck: Weder außen noch innen sind größere Beschädigungen zu erkennen. Leider wird nicht explizit erwähnt, in welchem Zustand sich klassische Verschleißteile wie Bremsen und Reifen befinden. Das sollten Interessenten bei einer Besichtigung ebenso prüfen wie die ordnungsgemäße Funktion des Luftfahrwerks, das beim R50 ab Werk um 20 Millimeter tiefergelegt ist.

Angesichts der Laufleistung von über 200.000 Kilometern macht der Innenraum einen durchaus gepflegten Eindruck. Die Ausstattung ist umfangreich.
Bild: Sportwagen D
Auf der Habenseite steht – neben dem einzigartigen Motor – eine sehr umfangreiche Ausstattung. Zu den Highlights zählen die 21-Zoll-Felgen, ACC plus, Solar-Schiebedach, Dynaudio-Soundsystem, Anhängerkupplung, Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, Standheizung, beheizbares Lenkrad und vieles mehr. So kamen einst deutlich über 10.000 Euro zum damaligen Basispreis von 88.620 Euro hinzu. In Summe standen 2008 mehr als 100.000 Euro auf der Neuwagenrechnung dieses Touareg R50.
So viel soll der Touareg kosten
Gute 17 Jahre und 218.000 Kilometer später soll das SUV nun 19.990 Euro kosten und gehört damit bereits zu den teureren R50 auf dem Markt. Stark gebrauchte Exemplare gibt es teils schon für unter 15.000 Euro. Der Händler weist allerdings explizit darauf hin, dass er den Touareg bevorzugt an Gewerbetreibende verkauft – was vermutlich mit der Gewährleistung zusammenhängt.
Auf den ersten Blick scheint man hier ein großes SUV mit üppiger Ausstattung und einzigartigem V10-Diesel zum Preis eines neuen VW Polo zu bekommen. Doch wie so oft gilt auch hier: Die Folgekosten sind nicht zu unterschätzen. Reparaturen können sehr teuer werden, der V10 TDI neigt im Alter zu Problemen, und aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Motorraum gehen selbst vermeintlich kleine Arbeiten schnell ins Geld. Auch die serienmäßige Luftfederung ist nicht frei von Defekten. Und selbst ohne Reparaturen schlagen Verschleißteile wie Bremsen kräftig zu Buche.
Falls Sie jetzt noch unentschlossen sind, gibt es hier ein letztes Kaufargument: Im Jahr 2006 zog ein seriennaher VW Touareg V10 TDI eine 155 Tonnen schwere Boeing 747 über eine Strecke von 150 Metern. Für das Experiment wurde der Touareg mit mehr als vier Tonnen Zusatzgewicht beladen, um die Kraft optimal auf den Boden zu bringen. Und das war wohlgemerkt der "normale" V10 TDI – nicht der noch stärkere R50.
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