Es darf nicht passieren – und trotzdem gibt es diese Fälle immer wieder: Autofahrer vergessen ihren Nachwuchs auf der Rückbank. Besonders im Sommer kann das zum Problem werden, wenn sich der Innenraum durch die Sonneneinstrahlung gefährlich aufheizt.
Das Technologieunternehmen Continental will da jetzt Abhilfe schaffen. Sein digitales Zugangssystem, in dem das Smartphone den Autoschlüssel ersetzt, kann zurückgelassene Kinder auf der Rückbank erkennen und den Fahrer warnen.
Wie das geht? Der Zulieferer erweitert die Funktionsweise des "Cosma" genannten Ultrabreitband-Zugangssystems. "Cosma" kann so ab sofort Mikrobewegungen eines Objektes empfangen. Heißt auch: Selbst Atembewegungen werden dabei registriert.

Selbst kleinste Bewegungen werden erkannt

Und das geht so: Das System erfasst eine Frequenz- oder Phasenänderung des reflektierten Signals. Daraus lassen sich Entfernung und Geschwindigkeit des Objekts ermitteln. Mehr noch: Das System unterscheidet anhand von spezifischen Atemfrequenzen und Körperbewegungen sogar zwischen Kleinkindern, Kindern und Erwachsenen.
Immer wieder gibt es Fälle, in denen Autofahrer ihren Nachwuchs auf der Rückbank vergessen. Ein neues Warnsystem soll das verhindern.
Bild: Continental

Wird also ein Kleinkind oder Kind erkannt, sendet das System automatisch eine Warnung an den Fahrer. Selbst zugedeckte oder sich im Fußraum der Kabine befindliche Kinder könnten so gefunden werden.
"Wir waren die ersten, die Ultrabreitband für den digitalen Fahrzeugzugang auf den Markt gebracht haben", sagt Jean-Francois Tarabbia, Leiter des Geschäftsfelds Architecture and Networking bei Continental. "Diese Technologie kann jetzt lebensrettend werden, indem wir damit zurückgelassene Kinder im Fahrzeug erkennen. Zusätzlich steigern wir dadurch den Wert für unsere Kunden."
Bis 2025 werden neue Sicherheitsvorgaben für Kinder in Fahrzeugen seitens Euro NCAP und des US-amerikanischen Marktes angestrebt. Mit der Erkennungsfunktion sind Automobilhersteller laut Continental auf diese Richtlinien vorbereitet.