Seinerzeit ein ungewolltes Stiefkind, hat sich der letzte "Warti" inzwischen zum veritablen Kultfahrzeug entwickelt. Als es mit der DDR-Autoindustrie zu Ende ging, sollten Viertakter von VW das Ruder rumreißen. Eines der in dieser Phase entstandenen Mischwesen ist der Wartburg 1.3. Ihn treibt der für den VW Polo 86C entwickelte 1300er-Motor mit 58 PS an.
So ein Auto wird bei eBay derzeit zum Verkauf angeboten. Der inserierte Wartburg 1.3 stammt aus dem Jahr 1990.
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Wartburg 1.3 bei eBay                                    
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Der Verkäufer schreibt, dass er sein Auto aus Mangel an Zeit für eine Restaurierung verkaufen will. Der Wartburg ist ungeschweißt und soll sich insgesamt in einem guten Zustand befinden.
eBay Wartburg 1.3
Die Farbe Weiß steht dem Wartburg 1.3 gut. Der Lack glänzt beinahe noch in der Sonne.

Bild: AUTO BILD Montage eBay/gampi75101
Der Wagen wird als fahrbereit beschrieben. Er ist allerdings abgemeldet und hat aktuell keinen TÜV. Das Auto vor Ort zu besichtigen, wird empfohlen. Die Erstzulassung erfolgte am 13. Februar 1990. Die Farbe ist Weiß.
eBay Wartburg 1.3
Am 13. Februar 1990 wurde der Wartburg zum ersten Mal zugelassen. Auf dem Preisschild stehen 2900 Euro.
Bild: AUTO BILD Montage eBay/gampi75101
Die im Inserat gezeigten Fotos scheinen den Eindruck aus der Beschreibung zu stützen. Der Wartburg macht auf den ersten Blick einen aufgeräumten Eindruck.
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Es handelt sich offensichtlich nicht um einen Scheunenfund oder eine verlebte Ruine. Schäden oder hässliche Gebrauchsspuren sind auch keine zu erkennen. Doch das sollten potenzielle Interessenten natürlich prüfen.
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Laut Verkäufer eignet sich der Wartburg für eine Restaurierung. Die Bilder stützen diesen Eindruck.
Bild: AUTO BILD Montage eBay/gampi75101

Das sollte man über Wartburg unbedingt wissen

Im Innenraum des Wartburg 1.3 geht es aufgeräumt zu. Mehr als das zum Fahren Nötige ist nicht da. Wird die Straße schlechter, schlägt die Stunde des Wartburg: Dann schluckt die bequeme Bestuhlung auch die Unebenheiten weg, die die Federung nicht geschafft hat.
Historisch betrachtet macht den Wagen allein seine Entstehung zum erhaltenswerten Stück. Von den Wartburg-Ingenieuren selbst entwickelte Viertakter für den Vorgänger 353 wurden aus Berlin gestoppt, man wollte die notwendige Investition nicht eingehen. Ironie des Schicksals: Der Umbau des 1.3-Vorderwagens für den VW-Motor kostete am Ende mehr als ein eigenes Aggregat.
Der erhoffte Verkaufsschlager wurde der Viertakter-Wartburg nicht, weder als Limousine noch als Kombi. Nicht mal der zusammen mit Opel-Tuner Irmscher veredelte "New Line" fand Käufer. Heute macht Tuning manchen Wartburg 1.3 zum sehenswerten Einzelstück.
Der Reiz des Wartburg 1.3 wird im Detail deutlich. Der Viertakter verzichtet nämlich auf die – nennen wir sie mal – Eigenheiten seiner knatternden Brüder. Bei Kälte muss zum Beispiel nicht gefühlte Ewigkeiten mit dem Choke gespielt werden, bis der Motor auf Temperatur ist.
Dann zieht der 1.3 beim Beschleunigen leise summend an, statt das Drehzahlband raufzukrakeelen. Nicht zuletzt entfällt das Sprit-Öl-Mischen. Ein echter Vorteil, denn das Gemisch ist an der Tankstelle heute nicht mehr selbstverständlich zu haben.