WEC: Schluss nach 18 Jahren
Audi steigt Ende 2016 aus!

Paukenschlag in der Sportwagen-Weltmeisterschaft: Nach 18 Jahren steigt Audi schon Ende 2016 aus dem Le-Mans-Prototypen-Sport aus.
Bild: Hersteller; Picture-alliance
- Michael Zeitler
Das sind Zahlen, die sich sehen lassen: 185 Renneinsätze, 106 Siege. Das ist die Bilanz der Audi-Le-Mans-Prototypen nach 18 Jahren. Zwei Siege können höchstens noch dazu kommen. Dann ist Schluss: Audi steigt aus der WEC aus.
„Nach 18 für Audi außergewöhnlich erfolgreichen Jahren im Prototypen-Rennsport fällt uns der Abschied extrem schwer“, sagt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich.
Grund für den Ausstieg: Inoffiziell ein notwendiger Sparkurs, offiziell eine Neuausrichtung im Rennsport. Mit Fokus auf die Formel E. „Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus“, sagt Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler Stadler. „Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein.“
Das DTM-Projekt von Audi bleibt unangetastet. Auch die Ausweitung des Engagements in der Rallycross-WM steht auf der Agenda. Weil auch dort eine Elektrifizierung Einzug halten soll.

Formel E statt WEC: Audi geht neue Wege
Kommentar von AUTOBILD-MOTORSPORT-Redakteur Michael Zeitler
Das war’s also. Schluss, aus, vorbei. Audi steigt aus der Sportwagen-Weltmeisterschaft aus und hinterlässt damit verbrannte Erde. Denn die WEC muss jetzt ums Überleben kämpfen.
Mit Porsche und Toyota gibt es nur noch zwei Marken. Und die Privatszene ist so gut wie tot. Rebellion hat den Ausstieg schon verkündet, Kolles hält als letztes LMP1-Privatteam noch ein Fünkchen Hoffnung auf ein Fortbestehen aufrecht.
In einem Interview mit dem WEC-Promoter Gérard Neveu, das in Kürze in voller Länge erscheinen wird, war die Rede von zwei Herstellern, die Interesse zeigen, mit einem LMP1-Prototyp in die WEC einzusteigen. Am konkretesten sind offenbar die Pläne von Peugeot. Möglicherweise wird 2018 das private Welter-Team mit einem Peugeot-Antrieb vorgeschickt, um einen Werkseinstieg vorzubereiten.
Doch noch zögert Peugeot – weil die Kosten in der WEC um ein Vielfaches zu hoch sind. Daran muss sich schleunigst etwas ändern, sonst könnte es zumindest mit der LMP1-Kategorie in der WEC vorbei sind.
Und dann? Die GT-Rennwagen zur Nummer eins zu machen wäre keine neue Idee. Aber sie käme einer Revolution gleich: Derzeit sind sogar die LMP2-Prototypen schneller...
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