Weinsberg CaraTour 540 MQ: Wohnmobil-Test
Mission Inkognito

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Zwei Zimmer, Küche, Bad – alles auf nur 5,41 Metern! AUTO BILD REISEMOBIL hat getestet, wie viel Qualität und Erfindergeist im kleinsten Weinsberg stecken.
Mit einem Kastenwagen ist es ja bisweilen wie mit einer Jeans: Für Bequemlichkeit nimmt man am besten eine Nummer größer. Manchmal sogar zwei, denn das Mehr an Platz verzeiht sehr häufig einen ungünstigen Schnitt. Das gilt für Kastenwagen ganz besonders. Ein schlecht sitzender Ausbau ist schließlich schwerer zu entsorgen als eine kneifende Hose. AUTO BILD REISEMOBIL hat es getestet – natürlich nicht die Sache mit der Jeans, sondern den kürzesten Weinsberg CaraTour. Mal sehen, wie er sitzt, äh, dasteht.
Die Reduzierung aufs Wesentliche ist Marketingstrategie

Inkognito campen ist mit dem CaraTour kein Problem. Der kurze weiße Kasten verrät erst auf den dritten Blick seine Reisemobil-Talente.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile
Reisemobilisten, die den CaraTour hübsch und in Farbe haben möchten, können sich natürlich bei Weinsberg im Regal für Sonderausstattungen bedienen. In Sachen Ausbau wagen die Jandelsbrunner keine Experimente: Querbett im Heck, Küche rechts, Bad links und hinter dem Fahrerhaus die schmale Sitzecke mit drehbaren Sitzen. Das Raumgefühl leidet etwas unter den kurzen Maßen, heimelig wirkt der CaraTour mit seinem hellen Interieur dennoch. Das Bad ist dagegen leider mehr Not als Tugend. Die winzige Nasszelle mit kleiner Duschtasse und fest verbautem Waschbecken reicht fürs Zähneputzen, doch mit geschlossener Tür kann man sich in dem engen Raum kaum drehen, geschweige denn entspannt duschen. Eine Lösung mit schwenk- oder schiebbaren Elementen wäre da wünschenswert gewesen.
Mit den Extras kommen hohe Extrakosten dazu

Das einfache Cockpit unterstreicht den LieferwagenLook. Helferlein kosten extra: Rückfahrkamera 619 Euro, Tempomat 311 Euro, Beifahrerairbag 311 Euro.
Auf der Straße präsentiert sich der CaraTour richtig flink
So fährt er: Wunderbar wendig! Dank des kurzen Radstands macht das Rangieren in engen Gassen fast Spaß. Und auch die nervösen Blicke in die Seitenspiegel entfallen angesichts des nur minimalen Überhangs. Der 130-PS-Diesel (1090 Euro) ist außerdem richtig flink. Kein Wunder, denn mit 2688 Kilo ist der kleinste Weinsberg ein echtes Fliegengewicht unter den Reisemobilen, wenn auch nicht in seiner Klasse. Die zuverlässige Ducato-Basis zeigt sich von ihrer Schokoladenseite: Die Lenkung spricht präzise an, und das manuelle Sechsganggetriebe lässt sich luftig-locker durchschalten. Die erträglichen Aufbaugeräusche unterstreichen den Eindruck vom souverän verarbeiteten Campervan. Lediglich die Glasabdeckung von Spüle und Herd klappert – ein ewiges Ärgernis, für das bisher nur wenige Hersteller eine gute Lösung gefunden haben. Die eine oder andere Bodenwelle offenbart noch ein dumpfes Knarzen aus dem Wohnraum, das auf die nicht ganz ordentlich gelagerten Schrankklappen zurückzuführen ist. Da die Dachluke hinter dem Fahrerhaus eher XXS-Format hat, entstehen kaum Windgeräusche.
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