(dpa/mas/jr) Mit einem düsengetriebenen Bobby-Car hat der deutsche Extremsportler Dirk Auer den Weltrekord geknackt und sich zum schnellsten Bobby-Car-Fahrer gekürt. Auf einem Flugplatz in Bottrop erreichte der 46-Jährige das Rekord-Tempo von 119 km/h und war damit zehn km/h schneller als die bisherige Bestmarke in dieser Kategorie. Dabei ging nicht alles glatt: Auer benötigte zwei Versuche für den Rekord, beim ersten fing das umgebaute Spielzeugauto kurz Feuer. Mit nur einem statt zuvor drei Triebwerken fuhr Auer im zweiten Anlauf zum Rekord, auch wenn er nicht die angepeilten 180 km/h erreichte. Nach dem Coup war Auer überglücklich: "Ich hatte das Schlimmste befürchtet. Ich habe so viel Zeit investiert. Jetzt bin ich nur erleichtert." Hier ist das Video der Rekordfahrt!

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Schub wie bei einem Rennmotorrad

Dirk Auer
Das angepeilte Tempo 180 schaffte Extremsportler Dirk Auer nicht, aber für knapp 120 reichte es. 
Bild: DPA
Die Basis für den Rekord war ein handelsübliches, aber modifiziertes Bobby-Car, in das Auer den Düsenantrieb eingebaut hat. Über den Korpus zog Auer eine Carbonhülle, damit die Hitze etwas abgeschirmt wird. Die Turbinen waren sogenannte BF300-Triebwerke mit insgesamt 105 Kilogramm Schub und 180 PS. "100 Kilo Schub bei 100 Kilo Gewicht, das sind Verhältnisse wie bei einem Rennmotorrad, wenn nicht noch besser", sagt Auer. Ein Triebwerk ist direkt am Bobby-Car verbaut, zwei weitere an Armhaltungen montiert. Nach der Feuerpanne düste Auer mit nur einem zum Rekord.

So viele Verletzungen wie Rekorde

Dirk Auer
Harter Kerl auf dämonischer Karre: Auf den Mini-Rädern zeigt Dirk Auer seinen Wagemut. 
Bild: DPA
Der Kunststofftechnik-Ingenieur hatte schon immer einen Hang zum Extremen. "Ich experimentiere gerne und probiere neue Sachen aus", erklärt er. Als ihm Inline-Marathons nicht mehr reichten, unternahm er extremere Touren: In drei Wochen von Spanien nach Polen oder in 24 Stunden von Frankfurt nach München. Auer ließ sich auf seinen Rollen von Motorrädern und Rennwagen ziehen, raste bei "Wetten, dass..?" eine Achterbahn hinunter und hält den Weltrekord mit einer Geschwindigkeit von 307 km/h. So lang wie die Liste der Rekorde ist auch die Liste der Verletzungen. Schienbein, Hand oder Ferse, auch die Rippen hat sich Auer schon gebrochen. "Ich bin immer ein bisschen aufgeregt vorher und auch konzentriert", gibt Auer zu, "aber Angst in dem Sinne habe ich nicht, eher Respekt."