Es ist eine unangenehme, eine stressige Situation: Man fährt auf der Autobahn auf der linken Spur und von hinten nähert sich jemand mit hoher Geschwindigkeit. Und derjenige will es wissen, er will vorbei und drängelt deshalb.
Das sind längst keine Einzelfälle, denn Experten berichten von einer zunehmenden Steigerung von aggressivem und rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr. Doch es gibt Maßnahmen, die jeder ergreifen kann, um sich nicht von dieser Atmosphäre anstecken zu lassen und Gelassenheit zu bewahren.
Es könnte zum Beispiel hilfreich sein, den Drängler auszublenden und innerliche Ruhe zu bewahren. Ein Perspektivwechsel könnte dabei unterstützen, wenn man sich also vorstellt, warum der Fahrer drängelt. Möglicherweise gibt es nachvollziehbare Gründe dafür.
Hier kann ein Blick auf das Tempolimit helfen. Wenn man zum Beispiel eine Baustelle durchquert und ein Lastwagen drängelt – möglicherweise ist die Geschwindigkeit von 60 km/h auf 80 km/h erhöht worden. Jedoch ist es selbstverständlich inakzeptabel, aufgrund eines Dränglers zu schnell zu fahren.

Drängeln ist strafbar

Außerdem ist das Drängeln strafbar, wobei vor allem Dauer und Intensität eine Rolle spielen. Ein kurzfristiges, dichtes Auffahren könnte als Verstoß gegen den Sicherheitsabstand geahndet werden. Es stellt jedoch noch keine strafbare Nötigung dar.
Drängeln kann Strafen nach sich ziehen.
Bild: Sven Krieger

Was hingegen bereits als strafbares Verhalten angesehen wird, ist anhaltendes, bedrängendes Auffahren über einen längeren Zeitraum mit erheblicher Gefährdung oder intensives Drängeln in Kombination mit Lichthupe. Ebenso das Ausbremsen eines anderen Fahrzeugs oder das Ausscheren, um Überholmanöver zu verhindern.
Wichtig zu wissen: In solchen Situationen kann man natürlich Anzeige erstatten. Dies kann persönlich bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle erfolgen oder auch telefonisch sowie online. Dabei ist es wichtig, folgende Informationen festzuhalten: Ort und Zeitpunkt des Vorfalls, Kennzeichen des betreffenden Fahrzeugs (dazu Marke und Farbe) sowie eine Beschreibung der Person am Steuer.

Nicht auf ein Kräftemessen einlassen

Generell ist es ratsam, sich nicht auf ein Kräftemessen einzulassen. Es empfiehlt sich stattdessen, nach rechts zu fahren und den Drängler passieren zu lassen. So kann die Situation bereits entschärft werden, denn Drängeln erzeugt Stress – auch für denjenigen, der drängelt.