Winterautos: Pro und Kontra
Wer braucht schon Winterautos?

– Ist die Cabriosaison zu Ende, kommen die Winterautos aus dem Sommerlager. Meist Klassiker, aber oft in erbärmlichem Zustand. Ist das Kult, Pflege automobilen Kulturguts oder einfach nur Irrsinn?
Bild: AUTO BILD / Hajo Mau
"Mit alten Karren durch den Schnee driften – das ist Leben!" findet unser Mitarbeiter Knut Simon.
Herrlich: Draußen sinken die Temperaturen, drinnen steigt die Stimmung. Und meine Augen funkeln wie Sterne am Weihnachtshimmel. Der hängt voller Discount-Geigen: ein Volvo 940 Kombi mit vom Fahrtwind der Jahrzehnte gerundeten Blechkanten, Automatik, Sitzheizung und läppischen 389.000 Kilometern für 500 Euro! Oder ein Eiskunstläufer namens Audi 100 quattro für 650 Euro. Der rostweiße Saab 9000 Turbo mit wolkigem Dachhimmel für 900 Euronen wäre auch was. Wer driften kann, braucht kein Kurvenlicht!
Herrlich: Draußen sinken die Temperaturen, drinnen steigt die Stimmung. Und meine Augen funkeln wie Sterne am Weihnachtshimmel. Der hängt voller Discount-Geigen: ein Volvo 940 Kombi mit vom Fahrtwind der Jahrzehnte gerundeten Blechkanten, Automatik, Sitzheizung und läppischen 389.000 Kilometern für 500 Euro! Oder ein Eiskunstläufer namens Audi 100 quattro für 650 Euro. Der rostweiße Saab 9000 Turbo mit wolkigem Dachhimmel für 900 Euronen wäre auch was. Wer driften kann, braucht kein Kurvenlicht!
Karren mit Charakter

Bild: Angelika Emmerling

Bild: Angelika Emmerling
Verdammt nochmal, ich will Luxus! Ich möchte morgens ins Auto steigen, losfahren, in Ruhe ankommen, mich von Klimaanlage und Radio berieseln lassen. Ich mag nicht in der Eiseskälte auf den ADAC warten, genervt in der Redaktion anrufen und sagen, dass ich wegen einer leeren Batterie mal wieder zwei Stunden zu spät komme. Deshalb habe ich kein Winterauto, und ich will auch keins. Mein BMW 628 CSi wäre für Schneematsch und Streusalz auch viel zu schade. In 25 Jahren hat der noch keine Flocke gesehen, und das bleibt auch so! Irgendwann hatte ich mal kurz darüber nachgedacht, mir das gleiche Modell für rund 1500 Euro in deutlich schlechterem Zustand als Alltags- und Winterwagen zu kaufen: rostig, weit mehr als 200.000 Kilometer, aber immerhin die gleiche Farbe. Aber wo wäre da der Youngtimer-Spaß? Bereitet es Freude, mit einem Hecktriebler ohne ASR bei Blitzeis an der Ampel zu verrecken? Macht es Laune, mal eben ein paar Hundert Euro für ein neues Getriebe hinblättern zu müssen?
Bus und Bahn sind besser
Ist es erbaulich, überall Rost blühen zu sehen? Und gewissenhaft, die Umwelt mit Fahrzeugen von anno dazumal zu verpesten? Nein, es macht keinen Spaß, in stinkenden, rostigen und ölenden Schrottautos rumzugurken! Und Klassiker im Winter runterzureiten hat auch nichts mit der Pflege automobilen Kulturguts zu tun, im Gegenteil. Eher lasse ich eine Rarität restaurieren, als sie mit Streusalz zu zerbröseln. Sowieso nervt mich gerade dieses Geschwätz auf dem Redaktionsflur über Winterautos unter 500 Euro. An manchen Tagen denke ich, die Kollegen kennen kein anderes Thema! Da fahre ich lieber ein modernes Auto – oder Bus und Bahn.
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