Test: Winterreifen im Format 225/55 R 17 V

Winterreifen-Test 2020: 225/55 R 17

Winterreifen für SUVs im Test: Welche Reifen sind wirklich gut?

Zehn Winterreifen für kleine und kompakte SUVs im Vergleich: AUTO BILD hat auf Schnee und Eis sowie auf trockener und nasser Fahrbahn getestet!
Wer billig kauft, kauft zweimal – dieses Sprichwort bewahrheitet sich oft, lässt sich aber kaum auf den Reifenkauf anwenden. Denn trotz tiefer Enttäuschung nach den ersten 100 Kilometern bleiben die Billigreifen in der Regel auch die nächsten Jahre am Auto. Wer reißt schon neuwertige Reifen gleich wieder runter, um dann für noch mehr Geld endlich bessere Qualität montieren zu lassen? Das macht so gut wie niemand. Und deshalb sind Reifentests so wichtig. In unserem Winterreifen-Test erfahren Sie, dass Sie zwar bei einem Satz Winterreifen satte 385 Euro oder unglaubliche 63 Prozent sparen können, indem Sie Reifen des weitgehend unbekannten No-Name-Fabrikats Duraturn statt der teuren Michelin-Reifen kaufen. Aber Sie erfahren eben auch, dass es vielleicht am Ende doch keine so gute Idee ist, so einen Billigreifen zu nehmen.

Billigreifen mit verlängerten Bremswegen auf Nässe

Die Billigreifen überzeugen zwar auf Schnee, haben aber auf nasser Fahrbahn zu lange Bremswege.

Denn der verlockend billige Winter-Duraturn überzeugt zwar auf Schnee, er verlängert aber den Bremsweg aus Tempo 100 auf nasser Fahrbahn auf schier endlos wirkende 58,5 Meter. Der Billigreifen baut bei Nässe einfach so wenig Grip auf, dass selbst das bekannt gute ABS des Test-BMW X1 aus dem Regeln kaum mehr herauskommt. Gegenüber dem besten Winterreifen in dieser Disziplin, dem Bridgestone, sind das 15,1 Meter Bremsweg mehr – oder über drei Wagenlängen. Anders gerechnet: Bei einer Notbremsung am Ende eines Staus kracht man mit dem Billigreifen dem Vordermann noch mit mehr als 50 km/h ins Heck. Folge: Ärger, Zeitverlust, Kosten – an möglicherweise noch viel Schlimmeres wollen wir gar nicht denken. Mit einem guten Reifen wäre das alles nicht passiert. Denn mit guten Reifen wäre das gleiche Auto noch haarscharf rechtzeitig zum Stehen gekommen. Also lieber gleich in ordentliche Reifen investieren.

Goodyear, Bridgestone, Michelin und Vredestein sind vorbildlich

Goodyear, Bridgestone, Michelin und Vredestein sind in diesem Jahr die Testsiegermarken. Da kostet der Reifensatz zwar zwischen 615 Euro (Michelin) und 500 Euro (Vredestein), aber es lohnt sich. Nicht auf Schnee, denn da überzeugen auch die Billigreifen von Duraturn und Syron. Aber ein Winter besteht gerade in unseren Breitengraden eben nicht nur aus Schnee- und Eiszeit, sondern aus vielen Tagen mit Regen oder längst geschmolzenem Schnee und damit nasser Fahrbahn. Und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Es ist bis heute nicht einfach für die Reifenhersteller, eine Gummimischung zu finden, die guten Schneegrip mit guter Nässehaftung verbindet. Doch auch die jungen Reifenhersteller aus Fernost lernen dazu. Das zeigt das Beispiel der Marke Maxxis des taiwanischen Reifenriesen Cheng Shin: Mit 385 Euro pro Reifensatz ist dieser nicht viel teurer als die totalen No-Names, aber so viel besser, dass es am Ende noch für die Gesamtnote "befriedigend" reicht.

Testsieger wird der Goodyear UltraGrip Performance +

Klar, für die Note "gut" müsste der Maxxis noch besser bremsen, aber katastrophal schlecht schneidet er schon mal nicht ab. Freilich bleibt da noch ein großer Respektabstand zu den alteingesessenen Reifenmarken. Am meisten überzeugt hat uns diesmal der Goodyear. Der spurt nicht nur auf Schnee vortrefflich, sondern lenkt und bremst auch auf nasser und trockener Fahrbahn so gut, dass er hier auch subjektiv beim Fahren einem Sommerreifen nahekommt. Gute Winterreifen zeichnet eines aus: Wenn kein Schnee liegt, merkt man nur wenig Unterschied zum Sommerreifen. (Unseren Winterreifen-Test 2020 mit 50 Reifen im Format 245/45 R 18 finden Sie hier.)
Fazit Einmal mehr bewahrheitet sich: Billigreifen von No-Name-Marken lohnen sich oft nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man auch Wert auf Sicherheit legt. Bei Winterreifen ist der Bremsweg bei Nässe oft das Problem. Da versagen diese No-Names, und die teuren Marken siegen. Unten in der Tabelle sehen Sie die Testergebnisse mit den Noten in den Test-Kapiteln "Schnee", "Nässe" und "Trockenheit" sowie unser Gesamturteil. In der Bildergalerie finden Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Stärken und Schwächen unserer getesteten Winterreifen. (Weitere aktuelle Reifentests: 30 Ganzjahresreifen im Vergleich.)
# Getesteter Reifen Bewertung*  
1.

Goodyear
UltraGrip Performance +

101 V
Noten: 1/2+/2
Urteil: vorbildlich
EU-Label**: C/C/72 dB
 
2.

Bridgestone
Blizzak LM005

101 V
Noten: 2+/2+/2
Urteil: vorbildlich
EU-Label: A/B/71 dB
 
3.

Michelin
Alpin 6

101 V
Noten: 2/2+/2
Urteil: vorbildlich
EU-Label: C/B/69 dB
 
3.

Vredestein
Wintrac Pro

101 V
Noten: 2/2+/2
Urteil: vorbildlich
EU-Label: E/B/72 dB
 
5.

Dunlop
Winter Sport 5

101 V
Noten: 1/2+/2
Urteil: gut
EU-Label: C/B/69 dB
 
6.

Toyo
Observe S944

101 V
Noten: 2+/2/2-
Urteil: gut
EU-Label: F/B/71 dB
 
6.

Uniroyal
MS plus 77

101 V
Noten: 1-/2-/2-
Urteil: befriedigend
EU-Label: E/C/71 dB
 
8.

Maxxis
Premitra Snow WP6

101 V
Noten: 2-/2/2-
Urteil: befriedigend
EU-Label: E/B/70 dB
 
9.

Syron
Everest 1 Plus

101 V
Note: 1-/3+/3
Urteil: nicht empfehlenswert
EU-Label: C/C/72 dB
 
10.

Duraturn
Mozzo Winter

101 V
Noten: 1-/4-/3+
Urteil: nicht empfehlenswert
EU-Label: E/E/71 dB
 
*Die angegebenen Noten sind die Kapitelnoten in den Testkapiteln "Schnee", "Nass", "Trocken". Kapitelnoten ab 2- erlauben kein "vorbildlich" mehr, und Einzelnoten (hier nicht abgebildet) ab 3+ in den sicherheitsrelevanten Disziplinen führen zur Abwertung. Bei Notengleichstand sind die Reifen in alphabetischer Reihenfolge sortiert.

Test: Winterreifen im Format 225/55 R 17 V

Autoren: , , Martin Braun

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