Camper im Fokus von Dieben: So können Sie sich schützen
Mit diesem perfiden Trick geht die Wohnmobil-Mafia vor

Wohnmobilbesitzer stehen aktuell im Fokus von Klaubanden. Wie die Diebe vorgehen und wie man sich schützen kann.
Bild: Leading Campings
Die Campersaison 2025 ist eröffnet. Und damit stehen die Reisemobile von Hymer, Knaus & Co. wieder vermehrt im Fokus von Dieben, die sich gut vorbereitet haben, um schnell zuzuschlagen.
Die sächsische Polizei ist allerdings auch auf der Hut, sie hat die Spezialeinheit "Soko Kfz" ins Leben gerufen. Denn das Hauptklaugebiet ist aktuell Dresden, weil die Großstadt mit nur einer Stunde Entfernung von der polnischen Grenze für die Diebe in Sachen Fluchtweg günstig liegt.
Im Fokus der Ermittler stehen zwei Banden mit Verbindungen nach Polen und Litauen – drei Tatverdächtige konnten bereits festgenommen werden.
Im Sommer 2024 sollen Mitglieder einer polnischen Bande in Dresden insgesamt elf Wohnmobile gestohlen haben – der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 400.000 Euro. Jetzt wurden die Täter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
So läuft der Diebstahl ab
Wie funktioniert die Klautour? Die Täter schlagen gezielt zu, wenn sich die Opfer in Sicherheit wiegen – häufig in der Nacht vor dem geplanten Urlaubsantritt. Dann ist das Wohnmobil bereits vollgepackt, der Schaden entsprechend hoch.
Nach Informationen von "BILD" bereiten sich die Banden professionell auf ihre Diebestouren vor: Sie nutzen Google Maps und Streetview, um potenzielle Tatorte auszuspähen – gezielt dort, wo besonders viele Wohnmobile abgestellt sind.

Wohnmobile stehen hoch im Kurs bei Dieben.
Bild: Mooveo
Die eigentliche Tat geht in wenigen Minuten über die Bühne. Mit einem sogenannten "Ziehfix" hebeln die Diebe das Türschloss heraus, ehe über ein OBD-Gerät (On-Board-Diagnose) die Wegfahrsperre ausgeschaltet wird. Anschließend knacken sie das Zündschloss mit einem Spezialwerkzeug – einem sogenannten "Polenschlüssel".
Besonders trickreich agieren die Täter auf der Flucht: Um der Polizei zu entgehen, verwenden sie nachgemachte Kennzeichen, sogenannte Dubletten.
Dabei notieren sie sich zuvor an anderen Wohnmobilen passende Nummernschilder – gleiche Marke, gleiche Farbe – und lassen diese nachprägen. So fällt das gestohlene Fahrzeug bei automatischen Kennzeichenkontrollen nicht auf und taucht in Fahndungssystemen nicht als gestohlen auf.
So können sich Camper schützen
Wohnmobile stehen hoch im Kurs bei Dieben – besonders dann, wenn sie nachts ungeschützt am Straßenrand parken. Ermittlungsleiter Steffen Oelmann bringt es bei BILD auf den Punkt: "Wohnmobile, die man nicht sieht, kann man nicht klauen."
Der beste Schutz ist daher ein Stellplatz in einer Garage oder auf einem abgeschlossenen Hof. Ist das nicht möglich, sollte das Fahrzeug zumindest unter einer Straßenlaterne abgestellt werden – denn Licht wirkt abschreckend.
Ein weiterer wirkungsvoller Schutz ist eine versteckte Zündunterbrechung. Dabei wird ein unsichtbarer Schalter im Fahrzeug eingebaut, der die Stromzufuhr zur Zündung kappt. Ist der Schalter nicht aktiviert, lässt der Motor sich nicht starten. Und: Diebe haben meist keine Zeit, lange nach solchen Sicherheitsmechanismen zu suchen.
Schlafmodus nachts deaktivieren
Auch GPS-Tracker, wie etwa Apple AirTags, können helfen. Darüber erhält der Besitzer eine sofortige Benachrichtigung, wenn sich das Wohnmobil plötzlich bewegt.
Viele Besitzer schlafen allerdings tief, wenn Diebe zuschlagen – meist zwischen 4 und 6 Uhr morgens ist das der Fall. Ist das Smartphone dann im Schlafmodus, bleiben Warnsignale stumm. Tipp der Polizei: Schlafmodus nachts deaktivieren, damit im Ernstfall der Alarm nicht überhört wird.
Sichtbare Abschreckung ist oft der einfachste Weg, Diebe auf Abstand zu halten. Eine Lenkradkralle, bereits ab 20 Euro erhältlich, wirkt laut Soko-Chef Henning Hauswald besonders effektiv. "Hier müsste man erst sägen, das dauert den Dieben zu lang", so der Ermittler. Schon durch das Fenster sei die Sicherung erkennbar. Das reiche oft, um potenzielle Täter abzuschrecken.
Ebenfalls hilfreich: Warnaufkleber mit Hinweisen auf eine GPS-Ortung. Für wenige Euro signalisiert man so, dass das Fahrzeug im Falle eines Diebstahls geortet werden kann. Das ist ein weiteres Risiko, das viele Täter scheuen.
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