Wohnmobil privat vermieten: So klappt es rechtssicher
Mit dem Wohnmobil Geld verdienen – das müssen Vermieter wissen

Versicherung, Steuer, Stellplatzmiete: Um einen Teil der laufenden Kosten zu decken, setzen immer mehr Reisemobilbesitzer auf die private Vermietung, wenn das Fahrzeug längere Zeit nicht genutzt wird. Wer seinen Camper gegen Geld verleiht, sollte jedoch einige rechtliche und organisatorische Punkte beachten.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
- Jens Lehmann
Grob geschätzt werden in Deutschland pro Jahr rund 50.000 Reisemobile über Sharing-Plattformen oder direkt von privat an privat vermietet. Finanziell kann sich das durchaus rechnen: Die Tagesmiete liegt meist zwischen 100 und 180 Euro. Für kleine Campingbusse beginnen die Preise bei rund 80 Euro, hochwertige Premium-Reisemobile können dagegen mehr als 200 Euro pro Tag einbringen. So lassen sich Standzeiten zu Geld machen.
Allerdings müssen Einkünfte oberhalb der jährlichen Freigrenze von 256 Euro versteuert werden. Maßgeblich ist dabei der Gewinn nach Abzug der Werbungskosten, nicht die Höhe der Mieteinnahmen. Je nach Umfang und Organisation der Vermietung kann außerdem eine Gewerbeanmeldung erforderlich sein. Im Gegenzug sind dann beispielsweise Ausgaben für Kfz-Steuer, Versicherungen oder Reparaturen abzugsfähig.
Die richtige Versicherung ist Pflicht
Am wichtigsten bei der Privatvermietung ist eine spezielle Selbstfahrervermietversicherung, die Haftpflicht und Kasko für wechselnde Mieter abdeckt. Viele Sharing-Plattformen lösen dieses Problem durch eigene Versicherungspakete. Wer dagegen ohne Plattform privat vermietet, muss für den unverzichtbaren Vollkaskoschutz des Fahrzeugs mit mindestens 1200 Euro Kosten pro Jahr rechnen.

Auch Auslandsfahrten sollten vorab mit der Versicherung abgestimmt werden.
Bild: Bernhard Schmidt
Zur sicheren Privatvermietung gehört zudem ein schriftlicher Mietvertrag, und zwar selbst dann, wenn sich Vermieter und Mieter gut kennen. Darin sollten Mietpreis und Mietdauer, die Höhe der Kaution, der Versicherungsschutz, der Kreis der berechtigten Fahrer sowie Regelungen zu Reinigung, Rückgabe und möglichen Schäden festgehalten werden.
Empfehlenswert ist außerdem eine Kaution von 1000 bis 1500 Euro, um Selbstbeteiligungen oder kleinere Schäden abzusichern. Musterverträge und Checklisten bieten unter anderem der ADAC sowie verschiedene Vermietungs- und Campingportale.
Übergabe sorgfältig dokumentieren
Vor der Schlüsselübergabe empfiehlt sich außerdem ein ausführliches Übergabeprotokoll. Darin werden vorhandene Schäden, Kilometerstand, Tankfüllung sowie das Inventar festgehalten und möglichst mit Fotos dokumentiert. Das schafft Rechtssicherheit und erleichtert im Schadensfall die Regulierung mit Versicherung oder Mieter.
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Ebenso wichtig ist eine kurze Einweisung in die Bordtechnik. Wer dem Mieter vor der Abfahrt erklärt, wie Heizung, Wasser- und Gasversorgung oder die Toilette funktionieren, beugt Bedienungsfehlern vor und vermeidet teure Schäden oder unnötige Rückfragen unterwegs.
Nutzung vertraglich festlegen
Und schließlich sollten Vermieter und Mieter klar festlegen, wie das Reisemobil genutzt werden darf. Insbesondere Auslandsfahrten sollten mit der Versicherung abgestimmt werden, denn nicht jeder Vertrag bietet in allen Ländern denselben Schutz. Auch Fahrten zu Festivals oder auf unbefestigten Strecken können ausgeschlossen oder nur eingeschränkt versichert sein. Solche Punkte gehören deshalb am besten ausdrücklich in den Mietvertrag.
Beim Verleihen gelten andere Regeln
Anders sieht es aus, wenn das Reisemobil unentgeltlich an Freunde oder Familienmitglieder verliehen wird. Dann ist in der Regel keine Selbstfahrervermietversicherung erforderlich. Trotzdem sollten vor der Reise der Versicherungsschutz, der berechtigte Fahrerkreis und mögliche Auslandsfahrten geklärt werden. Und auch unter Verwandten oder Freunden kann ein kurzes Übergabeprotokoll nicht schaden, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.
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