Wohnmobil-Test: Malibu I 490 RB-LE comfort 4.2t
Reisen ohne Verzicht: Der neue Malibu ist ein Zuhause auf Rädern

Bild: Tom Salt
Reisen ohne Verzicht, das ist der Traum vieler komfortorientierter Reisemobilisten. Und tatsächlich wurden die Vollintegrierten und Liner in den letzten Jahren immer begehrter. Malibu folgt diesem Trend. Der I 490 RB-LE setzt als Vollintegrierter voll auf die sanfte Schiene, die einem das Leben an Bord so angenehm wie möglich machen soll.
Schon beim ersten Anblick des 7,52 Meter langen Reisemobils auf Mercedes Sprinter ist klar: Hier geht es nicht nur ums Ankommen. Es geht um die Reise selbst – komfortabel, autark und mit einer Prise Understatement. Wer sich für den Malibu interessiert, der sucht einen diskret-eleganten Alleskönner für zwei bis vier Personen. Wir fragen uns: Taugt der Mix aus cleverem Raumkonzept, Längs- und Hubbett-Schlafplätzen, gehobenem Möbelbau und AL-KO-Tiefrahmen als raffiniertes Rezept für die neue mobile und designorientierte Wohnkultur?

Auf 7,52 Metern bietet der vollintegrierte Malibu generösen Komfort. Alternativ zur Mercedes-Basis gibt es Schwestermodelle auf Fiat-Basis.
Bild: Tom Salt
Als Vollwertlösung für eine anspruchsvolle und erfahrene Zielgruppe tritt der Malibu in der Premiumklasse an. Hinter seiner schmucken Fassade mit harmonisch integrierten Scheinwerfern, imposantem Grill und großen Panoramascheiben steckt begehrte Technik. Mercedes-Sprinter-Gene sorgen für souveränen Vortrieb.
Sein AL-KO-Tiefrahmenchassis ermöglicht dem Mobil zudem eine relativ niedrige Bauweise, stabile Straßenlage, einen bequemen Einstieg und einen praktischen Doppelboden.
Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4200 Kilogramm ist der Malibu zwar nicht mehr Klasse-B-kompatibel, aber er bietet eine langlebige Aufbaukonstruktion mit zehn Jahren Dichtheitsgarantie und enormem Zuladungsspielraum. Somit taugt er auch für lange Reisen mit großem Gepäck. Das ist konsequent.
Das hat der Malibu I 490
Im Inneren erinnert der Malibu nicht von ungefähr an ein Apartment in einem Boutique-Hotel. Mit dem Innenraumdesign der "Stilwelt Bellagio" bemüht sich der Malibu um einen modernen und zugleich hochwertigen Look. Helles Holz, abgesetzte Flächen, elegante Griffe sowie bündig eingepasste Schubladen und Klappen zeugen von hohen Ansprüchen. Man fühlt sich weniger wie in einem Reisemobil als in einem Loft auf Rädern.

Bequeme Sitzgruppe im Bug: Clever integrierte drehbare Pilotensitze und große Fensterflächen ermöglichen im Sitzbereich viel Tageslicht an Bord.
Bild: Tom Salt
Die Sitzgruppe befindet sich direkt hinter dem Fahrerhaus und ist ein Lehrstück für gelungene Raumökonomie. Ihre L-Bauform wird bei Bedarf ergänzt durch die drehbaren Fahrerhaussitze und eine breite Seitenbank. Alles wirkt hochwertig verarbeitet, mit Stoffpolstern im Dekorstil "London". Zum wohnlichen Eindruck trägt auch die aufwendige LED-Ambientebeleuchtung mit diversen Lichtquellen bei. Wer hier eintritt und Platz nimmt, staunt außerdem über das wirklich gute Raumgefühl.
Küche mit cleveren Details
Die Winkelküche in der Fahrzeugmitte ist ebenfalls keine Sparlösung. Sie bietet ausreichend Arbeitsfläche, wirkt durchdacht und funktional: Ein Kochfeld mit Dreiflammen-Gaskocher und Rundspüle in Edelstahl sind Klassiker, gegenüber verbaut sind ein großer 153-Liter-Kühlschrank mit separatem Frosterfach und ein Backofen. Charmante Alltagsdetails sind der Apothekerauszug und ein Fach im Oberschrank für eine optionale Kaffeemaschine.
Fahrzeugdaten | Malibu I 490 RB-LE comfort 4.2t |
|---|---|
Motorisierung | 417 CDI |
Leistung | 125 kW (170 PS) bei 3800/min |
Hubraum | 1950 ccm |
Drehmoment | 400 Nm bei 1400/min |
Höchstgeschwindigkeit | ≤ 100 km/h |
Getriebe/Antrieb | Neunstufenautomatik/ Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 65 l (opt. 92 l)/Diesel + 22 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 7520/2270/2950 mm |
Radstand/Bereifung | 4035 mm/225/75 R 16 C |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 3273/927 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2000/750 kg |
Frisch-/Abwassertank | 125/90 l |
Grundpreis | ab 113.400 Euro |
Testwagenpreis | 148.510 Euro |
Zweigeteilt und gemessen am Platzbedarf extrem funktional ist das Raumbad: Besonders die separate Dusche auf der Fahrerseite überrascht mit viel Bewegungsfreiheit. Der Wasch- und Toilettenraum ist als eigener Bereich abschließbar, es gibt neben einem Waschtisch mit langer Ablage eine fest eingebaute Thetford-Toilette. Der Clou: Bei Bedarf lassen sich die beiden Räume durch Schiebetüren zu einem begehbaren Raum mit Ankleidezimmerfunktion verbinden.
Für entspannte Nächte gibt es gleich zwei Refugien an Bord: Im Heckbereich sind zwei vollwertige Längsbetten (2040/1950 × 850 mm) mit hochwertigen Kaltschaummatratzen, unterlüfteten Lattenrosten und optionaler Verbindung zu einem XL-Kingsize-Bett verbaut. Dadurch, dass sich dieser Schlafbereich am Fahrzeugende befindet, ist er akustisch vernünftig abgesetzt vom Wohnraum und lässt sich bei Bedarf durch eine zusätzliche Tür zum Wohnraum separieren.

Im Heck nächtigt man nobel im Längsdoppelbett, der Zustieg ist ohne Klettern leicht zu meistern.
Bild: Tom Salt
Bett Nummer zwei ist eine Hublösung im Fahrerhaus. Es bietet zwei weitere vollwertige Schlafplätze. Mit etwas Aufwand könnte man außerdem in der Sitzgruppe einen fünften Schlafplatz für Gäste improvisieren – wenn man das möchte.
Autarkie und Ausstattung auf hohem Niveau
Für bessere Autarkie und mehr Komfort sorgen diverse Ausstattungsdetails. Besonders erwähnenswert sind die Truma-Combi-Heizung mit digitalem CP-Plus-Bedienteil, eine 80 Amperestunden große Aufbaubatterie (optional Lithium-Ionen), ein Ladebooster und diverse 230-V-/12-V-/USB-Steckdosen. Preistreibend sind außerdem Details wie Chassis-, Komfort- und Media-Paket sowie die Dachmarkise. Zusammen erhöhen alle im Testwagen verbauten Extras den Preis um 35.110 Euro auf stolze 148.510 Euro.
Der Malibu fährt äußerst angenehm. Die Sprinter-Basis mit kräftigem Common-Rail-Motor und clever schaltender Automatik gilt in dieser Reisemobilklasse als das (teure) Maß aller Dinge. Man rollt sanft durch die Lande, der große Aufbau ist nach etwas Eingewöhnung kaum zu spüren.

Trotz seiner stattlichen Größe verhält sich der Malibu auch in engen Kurvenradien souverän.
Bild: Tom Salt
Der AL-KO-Rahmen ist ein deutliches Praxis-Plus. Er macht sich bemerkbar durch weniger Seitenwind-Anfälligkeit und poltert kaum. Allerdings reicht ob des zulässigen Gesamtgewichts von 4200 Kilogramm ein Klasse-B-Führerschein bis 3,5 Tonnen nicht aus. Trotz deutlich über sieben Meter Länge lässt sich der 170 PS starke Malibu I 490 RB-LE erstaunlich souverän dirigieren.
Zur Unterstützung des Fahrers gibt es Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, LED-Matrix-Scheinwerfer und Rückfahrkamera mit niedrig montiertem Monitor.
Diese Kombination aus bequemer Sitzposition, Antriebskomfort, Assistenzsystemen und modernem Chassis sorgt für eine angenehme, entspannte Fahrdynamik – ideal für Langstrecken, Alpenüberquerungen oder gelassene Inseletappen.
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