Heiß, heißer, Rallye Monte Carlo! Der Start der Rallye-Saison gilt als heißer Tanz auf kaltem Asphalt – oft gepaart mit dem einen oder anderen Schreckmoment für die Helden am Lenkrad.
Diesmal war es aber kein Felsvorsprung oder Abgrund, der den belgisch-griechischen Rallye-Fahrer Jourdan Serderidis (58) überraschte. Als er über eine Landstraße bretterte, erschien im Scheinwerferlicht seines Ford Puma am Straßenrand plötzlich ein Pärchen beim Tête-à-Tête am Straßenrand.
Noch kurioser: Die Bordkamera sendete das Bild vom flotten Schäferstündchen direkt in den Internet-Stream der WRC (World Rallye Championship). So erlebten die Fans an den heimischen Computern die Szene live mit – und brachten die Liebenden in die sozialen Medien.

Weniger beeindruckt zeigte sich dagegen ein weiterer Zuschauer, der neben dem Pärchen stand. Er konzentrierte sich in der Dunkelheit voll auf die Straße, über die die besten Rallyefahrer der Welt an ihm vorbeidonnerten.
Logischerweise ließ sich auch "Kamerakind" Serderidis nicht vom etwas anderen Verkehr neben der Straße ablenken. Er blieb voll auf dem Gas und wurde am Ende 49.

Ogier jetzt Rekordsieger

Gewonnen hat Sébastien Ogier im Toyota GR Yaris Rally1. Der achtmalige Weltmeister, der für seine Lieblingsrallye eine Ausnahme vom Rücktritt machte, holte seinen achten WRC-Triumph bei der Monte und zog damit mit Rekordsieger Sébastien Loeb gleich. Inklusive des Sieges 2009, als die Rallye nicht zur WM gehörte, hat Ogier jetzt sogar einen Monte-Triumph mehr auf dem Konto als Rivale Loeb.
Der Franzose, der aus der Gegend rund um die Monte kommt, freute sich: "Es ist riesig. Ich liebe diese Rallye. Sie hat in mir den Traum vom Rennfahrer geweckt."
Beim Toyota-Doppelsieg lag der Teilzeitpilot nach 18 Prüfungen, von denen er neun gewann, 18,9 Sekunden vor seinem Teamkollegen und Weltmeister Kalle Rovanperä und 44,6 Sekunden vor Thierry Neuville im Hyundai i20 Rally1.
Doch der Sport stand diesmal weniger im Mittelpunkt als die zwei Zuschauer, die am Streckenrand ihrer eigenen Version von Pilot und Co-Pilotin nachgingen.

Von

Bianca Garloff