WTCC: Chevy testet für 2011
Extrem aufgeladen

Chevrolets neues Turbo-Triebwerk für die kommende Saison setzt neue Maßstäbe. 70 Prozent mehr Drehmoment und 40 PS zusätzlich stehen den Piloten im Vergleich zum aktuellen Modell zur Verfügung.
- Sascha Höpfner
Konzentriert steuert Yvan Muller (41) aus der Boxengasse in Jerez (Spanien). Mit rasselndem Motorengesang verschwindet er hinter dem Hügel. Nach nur zwei Runden kehrt der WTCC-Spitzenreiter zurück und beugt sich grinsend aus dem Cockpit. Er hat seine erste Ausfahrt mit dem neuen Auto sichtlich genossen. Dafür verantwortlich ist der 1,6-Liter-Turbomotor, der 2011 in der Tourenwagen-WM (WTCC) eingeführt wird. Er ist zwar kleiner, aber mit seinen 2,4 Bar Ladedruck ein echter Kraftprotz. Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem 2,0-Liter-Saugmotor, bringt er ein Plus von 40 PS auf den Prüfstand.
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Die Haltbarkeit des neuen Triebwerks ist enorm wichtig

Titelgewinn vor der Ablösung
Um diese strengen Regularien einzuhalten, tüftelte das Motorenentwicklungsteam um Chefingenieur Arnaud Martin siebeneinhalb Monate an dem neuen Triebwerk. Im Januar 2010 fiel der Startschuss, der Grundstein dafür wurde allerdings schon im August 2009 gelegt. Eric Nève resümiert: "Zu diesem Zeitpunkt fiel die Entscheidung, den neuen Motor zu bauen. Ich denke, es war sehr wichtig, dass das Entwicklungsteam das Budget zur richtigen Zeit hatte, denn jede Verspätung in der Entwicklung kostet dich Zeit und Performance." Ab sofort hat das Team eine Sorge weniger: Die Trainingsläufe des aktuellen Fahrzeugs sind mit dem Test in Andalusien beendet. Yvan Muller drehte abschließend zwei Tage lang seine Runden und sammelte Erkenntnisse für den finalen Titelkampf in Japan und Macau. "Ich habe mit verschiedenen Setup-Einstellungen experimentiert und die Bremsen erprobt." Denn vor seinem Abtreten soll der "alte" Cruze den ersten Weltmeistertitel holen. Derzeit führt Chevrolet die Fahrer- und Herstellerwertung an.
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