Wünsche und Wahrheit beim Autokauf
Was Frauen wirklich wollen

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Wer weiß das schon genau? Besonders beim Autokauf und in den Werkstätten gehen Männer immer noch nicht richtig auf die Wünsche und Bedürfnisse der Damen ein. Dabei bilden die Autofahrerinnen längst eine stark umworbene Zielgruppe.
Kennen Sie den schon: Kommt eine Frau in die Autowerkstatt, sagt der Meister ... Wie, bitte? Nicht witzig? Stimmt. Sobald eine Dame ein Autohaus betritt oder sich an einer Hebebühne unter ihren Wagen stellt, ist Schluss mit lustig. Dann herrscht nicht selten eine Atmosphäre, die geprägt ist von einer Mischung aus Unsicherheit und Misstrauen auf der einen Seite und Ignoranz oder gar Arroganz auf der anderen. Warum ist das so? Wieso wissen die meisten Autoverkäufer und Werkstattmeister nicht, was Frauen wirklich wollen? Und weshalb bekommen noch immer so viele der weiblichen Kunden massive Minderwertigkeitskomplexe, wenn sie einen Showroom betreten? Auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen hat sich gemacht. Die Wirtschaftswissenschaftlerin von der Hochschule Niederrhein in Krefeld leitet mit fünf weiteren Professoren das "Kompetenzzentrum Frau und Auto". Das mag für so manchen Mann noch immer nach einem Widerspruch in sich klingen. Kortus-Schultes hat sich an das Grinsen in den Gesichtern ihrer männlichen Zuhörer gewöhnt, wenn sie die Ergebnisse ihrer Studien vorstellt. Sie kann damit leben, denn sie weiß um die Bedeutung ihres Geschlechts: Die Zahl der weiblichen Pkw-Halter hat sich seit Mitte der 80er-Jahre fast verdoppelt.
Zwei von drei Frauen kaufen eher einen Gebrauchtwagen

Die Wünsche der Kundinnen zu erfüllen, scheint den ausländischen Autobauern besser zu gelingen. Besonders den Franzosen. Peugeot und Renault weisen bei uns mit rund 40 Prozent die höchste Frauenquote bei den Haltern auf. Deutsche Hersteller kommen kaum über 30 Prozent. Obwohl auch BMW keinen Schlag bei den Damen hat, gibt sich Marketing-Vorstand Michael Ganal als Frauenversteher. "Bei den Kaufgründen gibt es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern", so Ganal in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Es wäre taktisch höchst unklug von uns, ganz gezielt Frauen anzusprechen. Nichts ist tödlicher als die Botschaft: Das ist ein Auto für Frauen." Bei Opel baggern sie dagegen gezielter. Seit Herbst 2005 treffen sich regelmäßig zehn Frauen in Rüsselsheim, um ihre Meinung über neue Modelle auszutauschen. Die gemusterten Sitze und die pianoschwarzen Griffe im neuen Corsa sind ein Ergebnis dieser Diskussionsrunde.
Franzosen machen Frauen besonders glücklich

"Bloß kein Fachchinesisch"
Kurz-Interview mit Stefanie & Nicole Zillmann. AUTO BILD: Sie führen gemeinsam ein Autohaus, das speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse weiblicher Kunden eingeht. Muss das sein? Stefanie Zillmann: "Frauen, die zu uns kommen, berichten noch immer häufig davon, dass sie sich in Autohäusern und Servicebetrieben unwohl fühlen." Woran mag das liegen? Nicole Zillmann: "Frauen wollen wie Männer behandelt werden. Aber wir hören oft Klagen wie: Mit uns sprechen die Autoverkäufer nicht auf Augenhöhe. Oder: Wir werden von oben herab behandelt. Da kommen dann schon mal Sprüche wie: "Wegen der Technik des Autos rufen wir ihren Mann an." Wir haben unseren Werkstattmeister angewiesen, mit den Damen kein Fachchinesisch zu reden."
Und wenn ein Paar gemeinsam zu Ihnen kommt ... Stefanie Zillmann: "... funktionieren die gängigen Klischees. Der Mann wählt die Motorisierung, die Frau entscheidet über die Farbe und die Polster des neuen Autos."
Und wenn ein Paar gemeinsam zu Ihnen kommt ... Stefanie Zillmann: "... funktionieren die gängigen Klischees. Der Mann wählt die Motorisierung, die Frau entscheidet über die Farbe und die Polster des neuen Autos."
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