Wenn es bei einem Zebrastreifen Probleme gibt, kann man als Fußgänger die Sache in die eigene Hand nehmen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Das wurde jetzt zumindest in Vancouver ausprobiert. "Pedestrian Brick Crossing System" nennt sich die Erprobung der Methode, um die Sicherheit an Fußgängerüberwegen zu erhöhen. Fußgänger schnappen sich vor dem Überqueren der Straße "Ziegelsteine".
Der Hintergrund der Aktion: Das Team von Vision Zero Vancouver setzt sich für eine sicherere Infrastruktur für Fußgänger ein. Die Aktion findet an einem belebten Zebrastreifen statt.

Ignorante Autofahrer

"Autofahrer ignorieren häufig Menschen, die versuchen, die Straße zu überqueren, und die vier Fahrspuren und die großen Pfeiler schaffen eine Menge toter Winkel", so Vision Zero bei "Daily Hive".
Wer einen "Ziegelstein" braucht, kann zugreifen.
Bild: VisionZeroVancouver
Das Problem: "Wenn Autofahrer den Fußgängern nicht die Vorfahrt gewähren, liegt das nicht daran, dass sie sie nicht sehen, sondern daran, dass es ihnen egal ist."
Die Stadt versprach allerdings nur, die Schilder für die Geschwindigkeitsbegrenzung zu ersetzen, was so gut wie nichts sei, so die Aktivisten. "Wir wollten zeigen, dass wir wirklich etwas tun können, auch wenn es nur das Herumfuchteln mit einem Ziegelstein ist", so die Gruppe weiter.

Keine Probleme mehr, anzuhalten

Das Ergebnis: Fußgänger, die "Ziegelsteine" in der Hand halten, jagen den Autofahrern, die sich Sorgen um mögliche Schäden an ihren Fahrzeugen machen, offenbar ziemlich viel Angst ein.
"Plötzlich haben sie keine Probleme mehr, Fußgänger zu sehen und anzuhalten", so die Gruppe, die verrät: "Natürlich haben wir nur Schaumstoffsteine verwendet, aber sie haben sich als sehr effektiv erwiesen."
Das ist auch nötig: Daten zufolge werden etwa sieben Fußgänger täglich in der Metropolregion Vancouver von Autos angefahren, jährlich sterben etwa 30.