Zehn 40-Millimeter-Gravelreifen im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Schwalbe G-One R
1,3 (sehr gut)
2.
Pirelli Cinturato Gravel M
2,0 (gut)
3.
Preis-Leistungs-Sieger
Tufo Gravel Thundero
2,3 (gut)
3.
Zipp G40
2,3 (gut)
5.
Continental Terra Trail
2,4 (gut)
5.
WTB Nano
2,4 (gut)
7.
Michelin Power Gravel
2,6 (befriedigend)
7.
Panaracer Gravelking SK Plus
2,6 (befriedigend)
9.
Challenge Getaway
3,1 (befriedigend)
10.
Maxxis Rambler
3,3 (befriedigend)

Asphalt, Matsch, Waldboden, Sand und der namensgebende Schotter: Gravelbikes müssen auf den unterschiedlichsten Untergründen zurechtkommen. Klar, dass dem Reifen als Kontaktstelle zum Boden bei diesem weiten Anforderungsprofil eine entscheidende Rolle zukommt. Die Pneus müssen zumindest alles ein bisschen können und sollten in mindestens einem Bereich stark performen. BIKE BILD hat im Juli 2022 zehn Gravelreifen mit 40 Millimeter Breite getestet.

Sieger des BIKE BILD-Tests mit Gravelreifen: Schwalbe G-One R

Schwalbe G-One R
G-One R
Schwalbe
G-One R

1,3 (sehr gut)

  • top Pannenschutz
  • in allen Kategorien überdurchschnittlich
  • auch im Alltag sehr belastbar
  • hoher Preis
Preis 72,90 €

Schwalbes Race-Reifen performt in allen Kategorien überdurchschnittlich gut. Aufgrund des Top-Pannenschutzes nicht nur eine gute Wahl am Renntag, sondern auch im täglichen Gebrauch sehr belastbar. Einziges Manko: der hohe Preis. Im Test erhielt der Schwalbe G-One R die Note 1,3 (sehr gut).

Preis-Leistungs-Sieger beim Test der Gravelreifen: Tufo Gravel Thundero

Tufo Gravel Thundero
Gravel Thundero
Tufo
Gravel Thundero

2,3 (gut)

  • guter Pannenschutz
  • auf dem Niveau der Klassenbesten
  • günstiger Preis
Preis 43,90 €

Der Gravel Thundero rollt auf dem Niveau der Klassenbesten, ohne dass die Hausaufgaben beim Pannenschutz und bei der Abdichtung vergessen wurden. Angesichts dieses Preises fragen wir uns: Warum mehr für einen Gravelreifen ausgeben? Im Test erhielt der Tufo Gravel Thundero die Note 2,3 (gut).

So hat BIKE BILD die Gravelreifen getestet

Unseren Gravelreifen-Test haben wir in Kooperation mit Schwalbe an deren Firmensitz in Reichshof durchgeführt. Für den Rollwiderstandstest lief der Reifen über eine Messtrommel auf einer Felge mit 25 Milli-meter Innenweite, bei 2,5 Bar Luftdruck (tubeless) und 50 Kilogramm Gewichtslast.
Um die Anfälligkeit für einen Durchschlag (Snakebite) zu bewerten, wurde der Reifen im Schlauchbetrieb dreimal von einem herabfallenden Keil attackiert. Je tiefer der Keil fallen musste, um den Schlauch zu perforieren, desto besser die Reifenstabilität.
Die Pannenschutzwertung ist das Ergebnis von drei Messungen, bei denen eine Nadel und eine Klinge in Lauffläche und Seitenwand gebohrt wurden. Je größer der notwendige Kraftaufwand zum Durchbohren, desto besser der Pannenschutz. Um zu messen, wie gut die Reifen dichthalten, haben wir alle Muster mit 60 Milliliter Dichtmilch befüllt, montiert, eingewalkt und mit 3 Bar Ausgangsdruck 24 Stunden hängen lassen. Der Druckverlust nach dieser Zeit gibt Auskunft über die Dichtigkeit.
Ganz subjektiv haben wir die Montage getestet: Redakteur und Labortechniker haben alle Reifen montiert und die technische Herausforderung sowie den notwendigen Krafteinsatz bewertet.

Ergebnisse des Test der Gravelreifen im Überblick

Die Welt der Gravel-Reifen ist so vielfältig wie die der Gravelbikes selbst. Es gibt schmalere Allroad-Slicks, Stollenreifen, die nahe an 33-Millimeter-Cyclocrossmodellen sind oder breite, grobe Pneus, die man auch an Mountainbikes einsetzen könnte. Am beliebtesten ist die 40-Millimeter-Klasse für 28-Zoll-Felgen mit einem Noppen-Mischprofil. Diese ist für Gravelbiker der beste Kompromiss für viele verschiedene Anforderungsprofile, weswegen wir uns auch für diesen Test auf solche Modelle fokussiert haben.
Unseren Vergleichstest haben wir im Labor vorgenommen. Nur unter kontrollierten Bedingungen und strenger Aufsicht von Redakteur und Techniker lassen sich reproduzierbare und aussagekräftige Ergebnisse erzielen. Insbesondere beim Thema Pannenschutz ist eine Vergleichbarkeit in der Praxis unmöglich. Ob man mit einem bestimmten Reifen häufiger eine Panne hat, hängt von der Umgebung ab, in der man fährt, und vom Glück oder Pech des jeweiligen Fahrers. Störfaktoren, die die Klinge auf dem Prüfstand eliminiert. Auch der Durchschlagstest, der einen sogenannten Snakebite simulieren soll, lässt sich nur im Labor seriös durchführen.
Ein interessanter Teil des Tests war auch die Luftdruckmessung im Tubeless-Betrieb beziehungsweise die Abdichtung im genormten Set-up über mehrere Tage. Für die Praxistauglichkeit vieler Gravelbiker ein entscheidender Faktor, schließlich unternehmen viele Biker Mehrtagestouren, auf denen nicht immer eine große Pumpe bereitsteht. Und im täglichen Pendelbetrieb haben viele schlicht keine Lust, jeden Tag nachzupumpen.

Nicht nur die Alltagstauglichkeit der Gravelreifen ist für Biker wichtig

Klar, nicht nur die Alltagstauglichkeit ist wichtig für Gravelbiker, sondern auch die Performance. Der Rollwiderstandstest gibt Aufschluss darüber, wie effizient der Pneu abrollt. Nicht in die Wertung aufgenommen, aber ausgewiesen, haben wir den Punkt Gewicht. Wenngleich es auch im Gravelbereich Leichtbau-Enthusiasten gibt, beweisen unsere Daten, dass der Rollwiderstand der wesentliche Faktor ist, wenn es ums Fortkommen geht.
Der beste Reifen nützt Ihnen nichts, wenn Sie ihn nicht auf das Rad oder im Fall einer Panne von der Felge ziehen können. Deshalb haben wir auch die Montage in unsere Bewertung aufgenommen. Qualität hat ihren Preis, viele der 40-Millimeter-Reifen sind ohne Online-Rabatt daher sehr teuer – mit einer erfreulichen Ausnahme.

Nützliches Wissen zum Thema Gravelreifen

Was sind Gravelreifen?

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Im Prinzip sind diese Reifen Allrounder, die auf einem Rennbike auf Asphalt ebenso gut funktionieren sollen wie auf einem Mountainbike im Gelände. Das Volumen der Reifen ist größer als bei reinen Asphaltpneus. Das Profil ist gröber für einen besseren Grip im Gelände, die Profillippen aber dennoch klein genug, um den Rollwiderstand auf Asphalt möglichst gering zu halten.

Welcher Gravelreifen ist der Richtige?

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Welcher Reifen für welchen Biker der richtige ist entscheidet allein das hauptsächliche Einsatzgebiet. Hauptsächlich Gelände, doch mehr Straße oder einen klassischen Allrounder – das ist entscheidend für die richtige Wahl eines Gravelreifens.

Welcher Druck ist für Gravelreifen richtig?

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Jeder Hersteller gibt für seinen Gravelreifen ein Idealempfehlung ab. Ob der individuell zum Biker und seinem Rad passt, muss jeder für sich durch Experimentieren herausfinden. Grundsätzlich gilt auf Straßen: Je höher der Luftdruck, desto geringer ist der Rollwiderstand. Im Gelände verhält sich genau andersherum: Je niedriger der Luftdruck, desto besser kann sich ein Reifen dem unebenen Untergrund anpassen. Das verringert den Rollwiderstand und sorgt für mehr Grip.

Wie oft Luftdruck von Gravelreifen prüfen?

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Die Reifen sind entscheidend für den Fahrkomfort, egal auch welchem Terrain. Deshalb sollte man einmal in der Woche den Luftdruck prüfen. Weil der Luftdruck eines Gravelreifens im Vergleich beispielsweise zum Autoreifen höher ist, die Wandstärke der Reifen aber gleichzeitig dünner ausfällt gilt ein Druckverlust von rund einem bar im Monat als völlig normal.