Heißluftpistolen im Test
Schießen diese Pistolen nur heiße Luft?
- Martin Henze
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1.
Steinel
HL 2020 E (im Koffer)
1,1
sehr gut
- 3 Gebläsestufen
- hoher Qualitätseindruck
- Aufbewahrungskoffer
- wenig Zubehör

2.
Bosch
GHG 20-63 Professional (06012A6200)
1,6
gut
- Profiqualität
- 2 Gebläsestufen
- Teperaturanzeige auf LCD-Display
- hohes Preisniveau
- kein Koffer im Lieferumfang

3.
Bosch
UniversalHeat 600
1,8
gut
- reichhaltiges Zubehör
- serienmäßiger Aufbewahrungskoffer
- hoher Qualitätseindruck

4.
Steinel
HL 1920 E
2,2
gut
- solide Verarbeitung
- überzeugende Allroundeigenschaften
- kein Aufbewahrungskoffer
- wenig Zubehör

5.
Mannesmann
Heissluft-Pistole 2000 W (49500)
2,7
befriedigend
- günstigeres Preisniveau
- reichhaltige Ausstattung
- niedrige Spitzentemperatur
- "billige" Qualitätsanmutung
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Heißluftpistolen sind vielseitige Werkzeuge, die in verschiedenen Handwerks- und Industriebereichen eingesetzt werden. Durch die Erzeugung des heißen Luftstroms lassen sich Materialien erhitzen, verformen, lösen oder trocknen. Je nach Temperaturbereich und Aufsatz eignen sie sich für unterschiedliche Anwendungen. Wir haben verschiedene Heißluftgeräte im Preisbereich von 30 bis 155 Euro getestet und ähnlich unterschiedlich wie die Preise sind auch die Testergebnisse ausgefallen, wobei das teuerste Gerät nicht das beste war und das billigste Gerät nicht das schlechteste.
Mit dem einzigen Testurteil "sehr gut" und der Note 1,1 unter den getesteten Geräten errang die Steinel Heißluftpistole HL 2020 E souverän den Gesamtsieg. Dabei waren es nicht nur die Ausstattungsmerkmale wie die in 10-Grad-Schritten bis 650 Grad einstellbare und am LCD-Display ablesbare Temperatur oder die in drei Stufen (150 / 150-300 / 300-500 l/min.) regelbare Luftmenge, sondern auch der subjektiv spürbar hochwertige Qualitätseindruck, den das Gerät mit einer Leistung von 2200 Watt hinterließ – und natürlich das hervorragende Ergebnis bei der Lackentfernung in unserem Praxistest. Intelligente Details wie das im Defektfall einfach austauschbare Netzkabel (durch die abnehmbare Kappe im Griff) können ebenfalls begeistern. Der serienmäßige Kunststoffkoffer und die 9-mm-Reduzierdüse runden die Ausstattung ab. Ein verdienter Sieg!
Die Note 1,7 ("gut") erreicht die Heißluftpistole HyStream 2000 von Trotec, die mit einem Preis von rund 50 Euro auch noch recht günstig ist und trotzdem mit Details wie einer zehnstufigen Temperaturregelung, einem zweistufig schaltbaren Gebläse und einem gut ablesbaren LCD-Display überzeugen kann. Serienmäßig sind zudem vier Luftdüsen mit dabei, die Verarbeitungsqualität wirkt etwas günstiger, aber ist durchaus zufriedenstellend. Damit sicherte sich die Pistole klar den Preis-Leistungs-Sieg unseres Tests, denn hier gibt es Spitzentechnik zum Mini-Preis.
Im ersten Schritt – direkt nach dem Auspacken der Geräte – haben wir einen Blick auf die Bedienungsanleitung geworfen: Ist sie vorhanden, wie gut ist sie formuliert? Viel wichtiger noch bei einer Heißluftpistole: Sind die Warnhinweise einfach zu finden und gut lesbar? Anschließend schauten wir auf den Lieferumgang: Werden verschiedene Düsenaufsätze mitgeliefert oder müssen die extra gekauft werden? Und wie sieht es mit der Aufbewahrung aus? Gibt es einen Koffer oder müssen die Heißluftpistole und die Düsen einzeln gelagert werden? Anschließend wurden noch die Abmessungen der Heißluftpistolen festgehalten.

Die Abmessungen können einen Hinweis darauf geben, wie handlich das Gerät sich bedienen lässt.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Eine wesentliche Rolle für das Gesamtergebnis des Heißluftgeräte-Tests spielten die Praxisversuche: Als Testobjekt dienten zwei alte Autotüren, dessen jahrzehntelang ausgehärtetem Originallack wir mittels Hitze und Spachtel zu Leibe rückten. Hierbei haben wir die Zeit gemessen, wann der Lack Blasen schlägt. Schlug er keine Blasen, haben wir nach drei Minuten versucht, den Lack zu entfernen. Bewertet wurde, wie gut sich der Lack von den Türen löst.

An zwei alten Autotüren gehen wir zum Praxistest: Wir messen, wann der Lack Blasen schlägt und wie leicht sich der Lack dann ablösen lässt.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Und weil Kontrolle besser ist als das Vertrauen auf Prospektangaben, haben wir auch noch ermittelt, ob die Geräte tatsächlich die angegebene Maximaltemperatur erreichen. Außerdem haben wir das Betriebsgeräusch der Geräte in einem Meter Abstand gemessen und zu guter Letzt auch die Kabellänge erfasst. Hinzu kamen subjektive Eindrücke wie die Handlichkeit oder die allgemeine Qualitätsanmutung.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Wir messen nach, ob die Heißluftpistolen auch ihre Maximaltemperatur erreichen.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD

AUTO BILD hat verschiedene Heißluftpistolen zwischen 20 und 155 Euro getestet. Der Preis sagt dabei nichts über die Qualität aus.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Heißluftpistole ist nicht gleich Heißluftpistole: Nicht nur in der Wattzahl, sondern auch in puncto Bedienung und Ausstattung unterscheiden sich die Modelle. Nur die elektrische Leistung sagt nicht unbedingt etwas zur Handhabung und der tatsächlich gelieferten Leistung aus – deshalb hat AUTO BILD Heißluftpistolen zwischen 20 und 150 Euro getestet!
Der zweite Platz geht an das Heißluftgebläse GHG 20-63 von Bosch, dessen blaues Gehäuse ihn als ein Gerät der Professional-Kategorie ausweist. Wie beim Gesamtsieger von Steinel kann die Temperatur in 10-Grad-Schritten zwischen 50 und 630 Grad variiert und auf einem LCD-Display abgelesen werden. Zwei Gebläse-Schaltstufen sorgen für einen Luftstrom von 150 beziehungsweise 500 l/min. Mit 155 Euro ist diese Heißluftpistole das teuerste Gerät dieses Tests, da hätte man einen Transportkoffer durchaus erwarten können, doch den gibt es nicht. Doch trotzdem: Mit der Note 1,5 ("gut") schabt die Heißluftpistole nur knapp am "sehr gut" vorbei.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Ein paar fehlende Komfort- und Leistungsmerkmale markieren die Differenz zwischen dem zweitplatzierten Bosch-Gerät und dem auf Platz vier liegenden Heißluftgebläse UniversalHeat 600 desselben Herstellers. Das grüne Gehäuse weist darauf hin, dass Bosch dieses Gerät in den Consumer-Bereich einordnet, was dem allgemein guten Qualitätseindruck allerdings keinen Abbruch tut. Immerhin kostet es auch weniger als die Hälfte der anderen Bosch-Heißluftpistole. In der Praxisanwendung kann die UniversalHeat 600 ebenfalls mit einem soliden Ergebnis überzeugen, was sich auch im Gesamturteil 1,8 ("gut“) widerspiegelt. Sogar ein Koffer ist im Lieferumfang enthalten, anders als beim teureren Bruder.
Die zweite Heißluftpistole von Steinel mit der Modellbezeichnung HL 1820 E liegt auf dem fünften Platz. Das mag bei acht getesteten Geräten schon nach unterem Durchschnitt klingen, aber der Eindruck trügt insofern, als sich auf den weiter vorn liegenden Plätzen auch nur Produkte namhafter Markenhersteller tummeln. Ein Gesamturteil 2,2 ("gut“) bestätigt, dass man mit diesem Gerät keineswegs eine schlechte Wahl trifft. Ein Koffer ist hier leider auch nicht dabei.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Mit einem Gesamturteil 2,8 ("befriedigend") befindet sich die auf Platz 6 liegende Heißluftpistole TH-HA 2000/1 von Einhell zum Preis von 31 Euro genau dort, wie der erste Eindruck wirkt: als stets preisgünstige und für ambitionierte Heimwerker durchaus taugliche Alternative zu den wesentlich teureren Geräten für Profis. Der subjektive Qualitätseindruck dieses Geräts wirkt eher billig. In diesem Fall sorgte aber vor allem das mäßige Ergebnis der praktischen Prüfung dafür, dass das Gesamturteil nur „befriedigend“ lautete. Die Lackentfernung auf unserer Oldtimer-Autotür war mühsam. Eine Erklärung dafür lieferte die Messung der Spitzentemperatur, die lediglich 540 Grad ergab. Ein Koffer zählt nicht zum Lieferumfang, vier verschiedene Luftdüsen und ein Schaber hingegen schon.
Mit dem Heißluftgebläse M49500 von Gebrüder Mannesmann (Preis: 30 Euro) haben wir einen zweiten sechsten Platz und erfährt ebenfalls Abzüge in der Punkteskala durch seine relativ geringe Maximaltemperatur von gut 540 Grad. Offenkundig erschwert dies die Lackentfernung auf unserer Autotür. Das gelbe Hartplastikgehäuse wirkt billig (was das Gerät ja auch ist). Ein zweistufiges Gebläse und vier Aufsatzdüsen sind das, was man in dieser Preislage bestenfalls erwarten darf, ein Aufbewahrungskoffer gehört nicht dazu. Für Gelegenheitsnutzer einer Heißluftpistole ist das Gerät sicher in Ordnung - die Note: 2,8 ("befriedigend").

Die Heißluftpistole von Makita wirkt sehr hochwertig, was Ausstattung und Verarbeitung angeht. Doch im Praxistest konnte sie nicht überzeugen: Der Lack schlägt keine Blasen und lässt sich kaum ablösen.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Im Großen und Ganzen gefiel uns die Heißluftpistole HG6031VK des für seine Premiumwerkzeuge bekannten Herstellers Makita wesentlich besser als der Praxistest, in dem die Pistole nicht gerade überzeugte: Die Farbe löste sich nur sehr, sehr mühsam. Letztlich reichte es so nur zu einem Gesamtergebnis 3,3 ("befriedigend") und einem unerwarteten 7. Platz, obwohl eigentlich alles andere – vom Lieferumfang inklusive Gerätekoffer bis zur subjektiven Qualitätsanmutung der Heißluftpistole – für eine bessere Platzierung sprach. Mit gut 80 Euro liegt die Makita Heißluftpistole HG6031VK preislich im Mittelfeld – wo wir sie vom subjektiven Gesamteindruck her auch mindestens verorten würden. Der Praxistest sprach leider andere Worte.
Heißluftpistolen im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Die von uns getesteten Heißluftpistolen decken ein breites Preisspektrum ab, wobei die Preisskala nicht eins zu eins mit den Testergebnissen korreliert. Unser Preis-Leistungs-Sieger zeigt das deutlich. Wie die Gesamturteile zeigen, bewegen sich die getesteten Geräte alle im Bereich "sehr gut" bis "befriedigend", was bedeutet, dass sie alle ihre Gebrauchstauglichkeit bewiesen haben. Am Ende sollte man seine Kaufentscheidung auch danach treffen, wie häufig man mit der Heißluftpistole arbeiten möchte und wie viel Wert man auf umfangreiches Zubehör und einen Aufbewahrungskoffer legt.
Testsieger: Steinel HL 2020 E
Preis-Leistungs-Sieger: Trotec Heißluftpistole Hystream 2000
Entfernen von Lacken und Farben
Heißluftpistolen erleichtern das Ablösen von Farbschichten auf Holz oder Metall, indem sie den Lack aufweichen, sodass er mit einem Spachtel entfernt werden kann. Dies ist eine schonendere Alternative zu chemischen Abbeizmitteln. Wegen der dabei freigesetzten Dämpfe sollten solche Arbeiten allerdings nicht in geschlossenen Räumen oder nur bei hervorragender Belüftung durchgeführt werden.
Schrumpfen von Schrumpfschläuchen und Folien
In der Elektrotechnik werden Schrumpfschläuche verwendet, um Kabelverbindungen zu isolieren. Durch die heiße Luft ziehen sich die Schläuche zusammen und sorgen für eine sichere Umhüllung. Auch Verpackungsfolien lassen sich mit einer Heißluftpistole anpassen.
Lösen von Klebstoffen und Aufklebern
Klebebeschichtungen werden durch Hitze weich, sodass sich Aufkleber, Etiketten oder Teppichkleber einfacher entfernen lassen.
Biegen und Verformen von Kunststoffen
Kunststoffrohre oder Platten lassen sich durch gezielte Erwärmung flexibel formen. Dies findet Anwendung im Modellbau, bei der Fahrzeugreparatur oder in der Sanitärinstallation.
Auftauen von Wasserleitungen
Gefrorene Wasserrohre können mit einer Heißluftpistole schonend aufgetaut werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht zu hoch ist, um Schäden an den Rohren zu vermeiden.
Lötarbeiten
Auch Weichlötarbeiten, zum Beispiel an Dachrinnen oder Metallüberdeckungen, können mit Heißluftpistolen vorgenommen werden, sodass diese auch größere Bereiche des zu bearbeitenden Werkstücks relativ gleichmäßig erwärmen können.
Holzbearbeitung und Möbelrestaurierung
Neben dem Entfernen von Lacken können Heißluftpistolen zum Beizen, Strukturieren oder Korrigieren von Holz eingesetzt werden. Auch Wachs und Harz lassen sich so leichter verarbeiten.
Beim Umgang mit Heißluftpistolen sind einige Sicherheitsregeln zu beachten:
- Schutzbrille und Handschuhe tragen
- Genügend Abstand zu brennbaren Materialien halten
- Gerät nach Gebrauch vollständig abkühlen lassen
- Direkte Haut- oder Augenkontakte mit heißer Luft vermeiden
Wissenswertes zu Heißluftpistolen
Welche ist die beste Heißluftpistole?
Die Steinel Heißluftpistole HL 2020 E, die souverän Testsieger im AUTO BILD-Heißluftpistolen-Test geworden ist, zeichnet sich durch ihre präzise Temperaturregelung, die in 10-Grad-Schritten bis 650 Grad einstellbar und am LCD-Display ablesbar ist, und eine dreistufig regelbare Luftmenge aus. Mit einer Leistung von 2200 Watt bietet sehr gute Ergebnisse, besonders bei der Lackentfernung. Zusätzliche Features wie das leicht austauschbare Netzkabel und der serienmäßige Kunststoffkoffer mit 9-mm-Reduzierdüse erhöhen die Benutzerfreundlichkeit und Vielseitigkeit des Geräts. Das spiegelt sich auch in der Note wider: 1,1 (sehr gut).
Was kostet eine gute Heißluftpistole?
Für rund 50 Euro bietet die Trotec HyStream 2000 ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie verfügt über eine zehnstufige Temperaturregelung, ein zweistufiges Gebläse und ein leicht ablesbares LCD-Display. Im Lieferumfang sind außerdem vier Luftdüsen enthalten, und die Verarbeitungsqualität ist überzeugend. Kurz gesagt, die Hystream 200 ist eine kostengünstige und technisch gut ausgestattete Wahl für Heimwerker. Mit der Note 1,7 (gut) wird sie Preis-Leistungs-Sieger des AUTO BILD-Heißluftpistolen-Tests 2025.
Wofür nutzt man Heißluftpistolen?
Heißluftpistolen sind vielseitige Werkzeuge, die vor allem zum Entfernen alter Farbe, Biegen und Verformen von Kunststoffen, Schrumpfen von Schrumpfschlauch, sowie für Weichlötarbeiten an Dachrinnen verwendet werden. Sie eignen sich auch hervorragend zum Entfernen von Aufklebern und zum schnellen Trocknen von Lacken und anderen Beschichtungen. Ihre Fähigkeit, gezielte Hitze zu liefern, macht sie in vielen handwerklichen und industriellen Anwendungen unverzichtbar.
Worauf sollte man bei Heißluftpistolen achten?
Bei Heißluftpistolen sollte man auf genaue Temperaturregelung, starke Leistung und verschiedene Gebläsestufen achten. Wichtig sind auch mehrere Düsenaufsätze, eine ergonomische Bauweise und Sicherheitsmerkmale wie Überhitzungsschutz. Auch die Qualität und Verarbeitung spielt eine wichtige Rolle, wenn man die Heißluftpistole regelmäßig nutzen möchte. Reichhaltiges Zubehör macht das Gerät zudem vielseitiger.
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