Das Sprichwort „Wer billig kauft, kauft zweimal“ gilt beim Reifenkauf nur bedingt. Auch wenn günstige Reifen nicht sofort überzeugen, werden sie von vielen Autofahrern jahrelang gefahren. Ein schneller Wechsel zu teuren Premiumreifen ist selten. Umso wichtiger sind unabhängige Tests. Der AUTO-BILD-Winterreifentest zeigt: Mit einem Modell der Marke Duraturn lassen sich im Vergleich zu Michelin bis zu 385 Euro sparen. Gleichzeitig wird deutlich, dass günstige Reifen langfristig nicht immer die beste Lösung sind. Bereits 2020 testete AUTO BILD Winterreifen in 225/55 R17 – mit weiterhin relevanten Ergebnissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preisfrage: Billigreifen wirken auf den ersten Kilometern oft schwach, bleiben aber jahrelang am Auto. Genau deshalb macht AUTO BILD die großen Tests: Denn beim Thema Sicherheit zeigt sich schnell, wie groß die Unterschiede sind.
  • Erkenntnis: Der beste Reifen im Test punktet mit kurzem Bremsweg, stabiler Spurtreue und sicherem Fahrverhalten bei Nässe und Trockenheit. Wer damit unterwegs ist, merkt kaum Unterschiede zum Sommerreifen – auch ohne Schnee.
  • Lohnenswert: Gute Modelle kosten mehr, doch sie bieten zuverlässige Haftung und kürzere Bremswege. Gerade auf nassen Straßen trennt sich die Spreu vom Weizen. Billigreifen sparen Geld beim Kauf, nicht aber beim Bremsen

Testsieger des AUTO BILD Winterreifen-Tests 225/55 R 17: Goodyear UltraGrip Performance +

Klar, für die Note "gut" müsste der Maxxis noch besser bremsen, aber katastrophal schlecht schneidet er schon mal nicht ab. Freilich bleibt da noch ein großer Respektabstand zu den alteingesessenen Reifenmarken. Am meisten überzeugt hat uns diesmal der Goodyear. Der spurt nicht nur auf Schnee vortrefflich, sondern lenkt und bremst auch auf nasser und trockener Fahrbahn so gut, dass er hier auch subjektiv beim Fahren einem Sommerreifen nahekommt. Gute Winterreifen zeichnet eines aus: Wenn kein Schnee liegt, merkt man nur wenig Unterschied zum Sommerreifen. (Unseren Winterreifen-Test 2020 mit 50 Reifen im Format 245/45 R 18 finden Sie hier.)
Allrad Winterreifen Test
Winterreifen im Format 225/55 R 17 für SUV zeigen im AUTO BILD-Test, ob sie sicher durch Eis und Schnee manövrieren.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD

Goodyear, Bridgestone, Michelin und Vredestein sind vorbildlich

Goodyear, Bridgestone, Michelin und Vredestein sind in diesem Jahr die Testsiegermarken. Da kostet der Reifensatz zwar zwischen 615 Euro (Michelin) und 500 Euro (Vredestein), aber es lohnt sich. Nicht auf Schnee, denn da überzeugen auch die Billigreifen von Duraturn und Syron. Aber ein Winter besteht gerade in unseren Breitengraden eben nicht nur aus Schnee- und Eiszeit, sondern aus vielen Tagen mit Regen oder längst geschmolzenem Schnee und damit nasser Fahrbahn. Und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Es ist bis heute nicht einfach für die Reifenhersteller, eine Gummimischung zu finden, die guten Schneegrip mit guter Nässehaftung verbindet. Doch auch die jungen Reifenhersteller aus Fernost lernen dazu. Das zeigt das Beispiel der Marke Maxxis des taiwanischen Reifenriesen Cheng Shin: Mit 385 Euro pro Reifensatz ist dieser nicht viel teurer als die totalen No-Names, aber so viel besser, dass es am Ende noch für die Gesamtnote "befriedigend" reicht.

Billigreifen mit verlängerten Bremswegen auf Nässe

Winterreifen-Test 2020 - 225/55 R 17: Nassbremsung
Die Billigreifen überzeugen zwar auf Schnee, haben aber auf nasser Fahrbahn zu lange Bremswege.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Denn der verlockend billige Winter-Duraturn überzeugt zwar auf Schnee, er verlängert aber den Bremsweg aus Tempo 100 auf nasser Fahrbahn auf schier endlos wirkende 58,5 Meter. Der Billigreifen baut bei Nässe einfach so wenig Grip auf, dass selbst das bekannt gute ABS des Test-BMW X1 aus dem Regeln kaum mehr herauskommt. Gegenüber dem besten Winterreifen in dieser Disziplin, dem Bridgestone, sind das 15,1 Meter Bremsweg mehr – oder über drei Wagenlängen. Anders gerechnet: Bei einer Notbremsung am Ende eines Staus kracht man mit dem Billigreifen dem Vordermann noch mit mehr als 50 km/h ins Heck. Folge: Ärger, Zeitverlust, Kosten – an möglicherweise noch viel Schlimmeres wollen wir gar nicht denken. Mit einem guten Reifen wäre das alles nicht passiert. Denn mit guten Reifen wäre das gleiche Auto noch haarscharf rechtzeitig zum Stehen gekommen. Also lieber gleich in ordentliche Reifen investieren.

Testergebnisse im Überblick

In der Tabelle sehen Sie die Testergebnisse mit den Noten in den Test-Kapiteln "Schnee", "Nässe" und "Trockenheit" sowie unser Gesamturteil. In der Bildergalerie finden Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Stärken und Schwächen unserer getesteten Winterreifen.

Fazit

von

AUTO BILD
Einmal mehr bewahrheitet sich: Billigreifen von No-Name-Marken lohnen sich oft nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man auch Wert auf Sicherheit legt. Bei Winterreifen ist der Bremsweg bei Nässe oft das Problem. Da versagen diese No-Names, und die teuren Marken siegen.