Volkswagen forscht an einer adaptiven Sonnenblende, die mit Hilfe von Kristallen in der Windschutzscheibe Teile des Glases verdunkelt. Dabei macht sich das System die Elektronik zunutze. Anhand der Daten eines Sonnenstandsensors und der Augenposition des Fahrers wird der Durchdringungspunkt an der Frontscheibe berechnet. Genau dieser Bereich wird auf der Scheibe abgedunkelt. In Kurven bewegt sich der abgedunkelte "Punkt" – etwa zehn mal fünf Zentimeter groß – auf der Frontscheibe und überdeckt aus dem Sichtwinkel des Fahrers die Sonne.

Kristalle verdunkeln die Scheibe

Möglich wird das mit Hilfe von einer hauchdünnen Kristallschicht in der Scheibe, die durch einen elektrischen Strom die Ausrichtung ändert und so einen definierten Bereich verdunkelt. Theoretisch wäre der Einsatz der Technik auch an allen Fahrzeug-Scheiben möglich. Auch Blendungen durch Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge können mit der adaptiven Sonnenblende verhindert werden. So würde das System auch zu einem Plus an Sicherheit beitragen.

Neue Chancen für Designer

Durch die Möglichkeit, die konventionellen Sonnenblenden wegzulassen, ergeben sich laut VW aber auch ganz neue Möglichkeiten für das Fahrzeugdesign. Ein weiterer Aspekt ist die Bauraumoptimierung, denn selbst flache Fahrzeuge, wie zum Beispiel Roadster, erhalten gemäß aller gesetzlichen Anforderungen einen optimalen Blendschutz. Wann der adaptive Blendschutz Einzug in die ersten Serienfahrzeuge halten könnte, ist aber noch ungewiss.