Lamborghini im Test
Stier it up

Dreimal Keil: Zwischen Countach und Murciélago liegen fast 40 Jahre und ein wahrer Teufel, der Diablo. AUTO BILD SPORTSCARS fuhr die drei großen Zwölfzylinder, mit denen Lamborghini seinen Ruf als Hersteller von Supersportwagen begründete und festigte.
Wie schafft man einen automobilen Mythos? Ganz einfach: Man brennt Ikonen des Sportwagenbaus vom Schlage eines Miura, Countach, Diablo oder LM ins Hirn der autoverrückten Masse und zehrt davon bis in alle Ewigkeit. Klingt einfach, aber das Ziel haben viele. Nur, um den richtigen Weg zu finden, bedarf es mehr als kühles Kalkül: Leidenschaft, vielleicht etwas Wut, Starrsinn oder Zielstrebigkeit, Originalität, Genialität – Eigenschaften, die in Ferruccio Lamborghini zumindest ansatzweise vorhanden gewesen sein müssen. Denn auch schon in den 60ern war das Unterfangen, mal eben eine Sportwagenmanufaktur auf die Beine zu stellen und von Anfang an in direkte Konkurrenz zu Ferrari zu treten, kein Kinderspiel. Doch der unter dem Sternzeichen des Stiers geborene Lamborghini hatte wohl auch das Schicksal auf seiner Seite: Bereits der erste Lambo, der 2+2-sitzige GT, fand 1963 große Zustimmung. Und der zweite, von Marcello Gandini gezeichnete Miura war ein Knaller, der nach den Respekt bezeugenden Anerkennungspfiffen für den Debütanten bei dem ein oder anderen Konkurrenten wohl für heftigeres Japsen gesorgt haben dürfte.
Der Countach erschütterte die Welt der Supersportler

Bild: Lena Barthelmeß
Ab 4000 Touren geht brutal die Post ab

Bild: Lena Barthelmeß
Mit einem 5,2 Liter großen V12 im Rücken und fast über der Vorderachse sitzend, klammern sich die jetzt doch leicht nervösen Finger um das kleine Lederlenkrad. Schnell wird klar: Der Countach mag es laut und schnell. Je höher man ihn dreht und je schneller man fährt, desto mehr spürt man: Dafür, und nur dafür, wurde er gebaut. Bis 4000 Touren tut sich nicht allzu viel, aber danach geht bis fast 8000 die Post ab, die Soundkulisse steigert sich zu einer infernalischen Hymne an die Freuden brutaler Motorkraft. Je höher die Tachonadel steigt, desto angenehmer wird auch die bei niedrigem Tempo arg schwergängige Lenkung, die sehr direkt agiert. Bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h wird der Countach erst so richtig geschmeidig, folgt präzise den Lenkbefehlen und fühlt sich handlich an wie ein monströs motorisiertes Kart. 291 km/h sollen drin sein, die 100 km/h liegen nach fünf Sekunden an.
Der Diablo schiebt schon aus dem Drehzahlkeller mächtig an

Bild: Lena Barthelmeß
Im Murciélago LP 640 geht es erstaunlich zivil zu

Bild: Lena Barthelmeß
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