Diesel kaufen: Pro und Kontra

Abgasskandal bei Volkswagen – Fragen zum Rückruf

Behörden legen Amarok still

Trotz rechtlicher Zweifel hat die Zulassungsstelle Bochum einem Diesel-Update-Verweigerer seinen VW Amarok stillgelegt. Alle Infos für betroffene Besitzer!
(dpa/mas/brü/lhp/cj) Die Zulassungsstelle Bochum hat ernst gemacht: Am 13. November 2017 legte sie den Amarok eines dortigen VW-Besitzers still. 18 Monate hatte Andreas Jamelle zuvor Zeit, mit seinem manipulierten Auto dem vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordneten Rückruf zu folgen und das Software-Update aufspielen zu lassen. Wegen eines befürchteten Mehr­verbrauchs oder eines Leistungsver­lustes hatte er dies jedoch nach eigenen Angaben nie vor, wie AUTO BILD in Ausgabe 47/2017 (seit 24. November erhältlich) berichtete. Zudem hätten Bekann­te über trägeres Ansprechverhalten des Motors und Schäden an der Ab­gasrückführung nach dem Update geklagt. Die Argumente sind gut nachvollziehbar: VW gibt keine Garantie, dass sich das Update nicht negativ auf Haltbarkeit oder etwa Verbrauch auswirkt. Weil sich im Fall eines Streits vor Gericht die Fahrzeugeigenschaften vor dem Update nicht mehr belegen ließen, empfehlen auch Rechtsanwälte in aller Regel, das Update nicht aufspielen zu lassen. Aus diesem Grund – und wegen "verwaltungsrechtlicher Bedenken" hatte die Zulassungsstelle Euskirchen in einem anderen Fall eine zunächst angeordnete Stilllegung nach Widerspruch durch den Halter wieder zurückgenommen.
Bereits mehrere Wochen zuvor hatte das KBA die ersten Schreiben verschickt, in denen mit der (kostenpflichtigen) Stilllegung des Fahrzeugs durch die örtlichen Behörden gedroht wird, sollte dieses nicht fristgemäß umgerüstet werden. Erstes betroffenes Modell ist wie erwähnt der VW Amarok, für den die Frist am 28. August 2017 ablief. Allerdings geht es um höchstens 150 Autos, zudem ist unklar, ob diese noch angemeldet oder auf der Straße sind.

Chronologie des VW-Abgasskandals

Februar 2018

6. Februar 2018
Die Staatsanwaltschaft München lässt Geschäftsräume in der Audi-Zentrale in Ingolstadt und im Audi-Werk in Neckarsulm durchsuchen. Hintergrund ist der Tatverdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung. Dieser bezieht sich auf 210.000 Autos mit Dreiliter-Diesel, die in den USA und Europa ausgeliefert wurden.  

Januar 2018

31. Januar 2018
Ermittler durchsuchen im Auftrag der Staatsanwaltschaft München Privaträume von Audi-Mitarbeitern in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Es geht um den den Verdacht der Manipulation von Abgaswerten in den USA.
29. Januar 2018
Laut "BILD"-Zeitung soll VW von Anfang an in die Tierversuche in New Mexico eingeweiht gewesen sein. Auch der Untersuchungsausschuss des Bundestags habe von den Vorgängen Kenntnis gehabt. Bundeskanzlerin Merkel verurteilt die Versuche scharf. 
Der Vorwurf, im Abgasskandal habe es auch Diesel-Versuche an Menschen gegeben, wird von Thomas Kraus von der Universität Aachen entkräftet. Kraus stellt als zuständiger Institutsleiter klar, dass kein Zusammenhang zwischen Schadstoffversuchen der Universität und dem Autobauer bestanden hätte.
28. Januar 2018
Im Zuge der Aufklärung der Abgasaffäre in den USA werden Tierversuche mit Affen bekannt. Sie wurden 2014 in New Mexico Dieselabgasen ausgesetzt, um die Sauberkeit von Abgasen zu beweisen. Finanziert wurden die Versuche Berichten der "New York Times" zufolge von BMW, Bosch, Daimler und VW. 
24. Januar 2018
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) strengt in mehreren deutschen Städen Verfahren an, alle manipulierten Diesel mit dem VW-Schummelmotor EA 189 stilllegen lassen. Begründung: Wegen der illegalen Software sei die Betriebserlaubnis für die Autos erloschen. Eine erste Klage wies das Düsseldorfer Landgericht in erster Instanz als "unzulässig und unbegründet" zurück. Weitere Klagen sind in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Mainz, München, Stuttgart und Wiesbaden anhängig.
21. Januar 2018
Audi muss 130.000 Autos mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe von Fahrzeugen der Typen A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm 6 angeordnet. Es geht einmal mehr um unzulässige Abschaltvorrichtungen.

Dezember 2017

28. Dezember 2017
NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichten, dass Volkswagen sich mit einer Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen eine gerichtlich angeordnete Sonderprüfung wehrt. Diese hatten Aktionärsvertreter erreicht.
8. Dezember 2017
Das KBA veröffentlicht einen weiteren Rückruf, diesmal für weltweit 57.600 VW Touareg mit Dreiliter-Diesel nach Euro 6 der Baujahre 2014 bis 2017. Bei ihnen wurden gleich zwei unzulässige Abschaltvorrichtungen in der Abgasreinigung festgestellt.
6. Dezember 2017
Der seit Anfang 2017 inhaftierte Volkswagen-Manager Oliver Schmidt wird von einem Gericht in Detroit zur Höchststrafe von sieben Jahre Haft sowie umgerechnet 340.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Vorwurf: Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze.

November 2017

6. November 2017
Die erste "Sammelklage" gegen VW: Mehr als 15.000 Besitzer von manipulierten Diesel-VW haben über die Internet-Platttform "myright" und die US-Kanzlei Hausfeld am 6. November 2017 beim Landgericht Braunschweig gemeinsam eine Klage gegen den Konzern eingereicht. Sie fordern von VW den Rückkauf der betroffenen Fahrzeuge. Es geht um 357 Millionen Euro.
2. November 2017
Audi teilt mit, dass europaweit knapp 5000 A8 mit 4,2-Liter-V8-TDI-Motor (Euro 6; Bauzeitraum September 2013 bis August 2017) ein Software-Update benötigen, 3660 davon in Deutschland. Das KBA habe die bestehende Software zur Abgasreinigung als illegale Abschaltvorrichtung eingestuft.

September 2017

29. September 2017
VW gibt bekannt, dass die Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA im dritten Quartal weitere 2,5 Milliarden Euro kostete, da Rückkauf und Nachrüstung von 2,0-Liter-Autos nicht wie gewünscht liefen.
27. September 2017
Der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz wird in Untersuchungshaft genommen. Er gilt als enger Vertrauter von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn.

August 2017

25. August 2017
Im VW-Dieselskandal verurteilt ein US-Bundesrichter einen VW-Konzerningenieur zu drei Jahren und vier Monaten Haft sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 168.000 Euro. 

Juli 2017

31. Juli 2017
Laut einem Bericht der BILD-Zeitung soll das KBA Berichte zum Abgasskandal geschönt haben. Demnach wusste die Behörde schon seit längerem von Manipulationen bei Porsche und entschärfte Unterlagen im Sinne des Herstellers.
27. Juli 2017
Laut Verkehrsminister Dobrindt (CSU) gibt es einen amtlichen verpflichtenden Rückruf für 22.000 Porsche Cayenne 3.0 V6 TDI nach Euro 6, da eine unzulässige Abschaltvorrichtung bei der Abgasreinigung festgestellt wurde. Zudem gelte ein Zulassungsverbot bis zum Einsatz einer neuen, vom KBA genehmigten Steuersoftware.

VW kündigt an, insgesamt vier Millionen Diesel in Deutschland nachrüsten zu wollen. Das wären rund 650.000 weitere Fahrzeuge, nach den 2,5 Millionen ursprünglich betroffenen Autos sowie der Extra-Nachrüstaktion bei Audi mit 850.000 Autos.
25. Juli 2017
In den USA will sich ein VW-Manager im Zusammenhang mit dem Abgasskandal vor Gericht schuldig bekennen. Oliver Schmidt., der ehemalige Chef des für die Koordination mit den US-Behörden zuständigen Umweltbüros, war im Januar 2017 nach einem Urlaub in Florida festgenommen worden.
21. Juli 2017
Audi gibt bekannt, freiwillig rund 850.000 Dieselfahrzeuge mit einem Software-Update für bessere Abgasreinigung versehen zu wollen. Dabei geht es um Sechs- und Achtzylindermotoren nach Euro 5 und Euro 6.
20./21. Juli 2017
Mehrere Medien berichten über den Verdacht der jahrelangen Absprache unter den fünf deutschen Autobauern VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Diese sollen auch die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen betroffen haben.
10. Juli 2017
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart eröffnet ein Verfahren gegen unbekannte Porsche-Mitarbeiter wegen möglicher Abgas-Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen. Laut der Behörde besteht ein Anfangsverdacht des Betruges und der strafbaren Werbung.
Der in München inhaftierte ehemalige Audi-Manager will mit den Behörden kooperieren und laut seinem Anwalt "seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts leisten". Ihm wird vorgeworfen, die amerikanischen Umweltbehörden mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß der VW-Diesel getäuscht zu haben.
9. Juli 2017
Neue Aussagen eines Kronzeugen belasten Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Laut "Bild am Sonntag" soll Winterkorn bereits im Juli 2015, also zwei Monate vor Bekanntwerden der Manipulation, umfassend informiert worden sein. 
7. Juli 2017
Die Staatsanwaltschaft München gibt bekannt, dass erstmals in Deutschland ein Beschuldigter im VW-Skandal festgenommen wurde. Es handelt es sich um einen ehemaligen Audi-Manager, der für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war.

Juni 2017

22. Juni 2017
Fünf bei der Abgasmanipulation möglcherweise verantwortliche VW-Manager schreibt die US-Justiz weltweit zur Fahndung aus, berichten mehrere deutsche Medien. Die Fahndung läuft über Interpol. 
14. Juni 2017
Nach Verhandlungen mit der EU-Kommission wird bekannt, dass VW als "vertrauensbildende Maßnahme" zwei Jahre lang mögliche Schäden behebt, die durch Nachrüstung entstehen. 
12. Juni 2017
Porsche gerät nach einem auffälligen Abgastest ins Visier der Behörden. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, das Kraftfahrtbundesamt sei beauftragt worden, Untersuchungen vorzunehmen. Generell liefen die Tests wegen des Verdachts von Abgasmanipulationen bei einer Vielzahl von Fahrzeugtypen.
1. Juni 2017
Verkehrsminister Dobrindt teilt mit, dass 24.000 Audi A7 und A8 zurückgerufen werden müssen, davon 14.000 in Deutschland. Grund: Bei den Fahrzeugen Baujahr 2009 bis 2013 mit V6- und V8-Motoren sei eine illegale Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung nachgewiesen worden.

Mai 2017

12. Mai 2017
VW verkündet, EU-weit alle Freigaben zur Umrüstung der manipulierten Dieselmotoren vom Typ EA189 bekommen zu haben. Dazu gehörten auch bislang ausstehende Genehmigungen für rund 800.000 Skoda.
11. Mai 2017
Ein US-Gericht genehmigt den mit Behörden und Privatklägern vereinbarten, 1,22 Milliarden Dollar schweren Vergleich über die Entschädigung von rund 80.000 Kunden mit umweltbelastenden großen Dieselautos. Gleiches gilt für einen Vergleich mit Zulieferer Bosch zur Zahlung von 327,5 Millionen Dollar an VW-Diesel-Besitzer in den USA.
10. Mai 2017
VW kündigt auf der Hauptversammlung an, wegen rechtlicher Risiken entgegen früherer Ankündigungen keinen ausführlichen Bericht zu den internen Ermittlungsergebnissen der Anwaltskanzlei Jones Day zu veröffentlichen. Aktionäre kritisieren dieses Vorgehen.

April 2017

21. April 2017
Einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge sind vom Dieselskandal auch die Bundesregierung und die Ministerien betroffen. 3276 Dienstwagen müssen wegen der unlauteren Methoden nachgerüstet werden.
5. April 2017
VW erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Umwelthilfe. Diese zweifelt den Erfolg des laufenden Diesel-Updates an.

März 2017

17. März 2017
Der in den USA im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal festgenommene Volkswagen-Manager Oliver Schmidt kommt nicht auf Kaution frei. Familie und Freunde des Angeklagten hatten eine Kaution in Höhe von 1,6 Millionen Dollar angeboten. 
15. März 2017
Die Staatsanwaltschaft durchsucht die Audi-Zentrale in Ingolstadt wie auch Geschäftsräume in Neckarsulm sowie in der VW-Zentrale in Wolfsburg. Es ist der Tag der Audi-Jahrespressekonferenz. Bei den Razzien erhielten Berichten zufolge auch VW-Konzernchef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler Besuch von Ermittlern. 
8. März 2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt als letzte Zeugin vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Diesel-Affäre aus. Sie sagt, sie habe erst mit dem öffentlichen Bekanntwerden des Diesel-Skandals am 19. September 2015 vom Abgas-Betrug erfahren, und zwar aus den Medien. Merkel warnte davor, den Diesel als Antriebstechnik nun zu verteufeln. 

Februar 2017

6. Februar 2017
Der Volkswagen-Aufsichtsrat will das Vergütungssystem der Top-Manager reformieren und dem Chef des Vorstands künftig höchstens zehn Millionen Euro Gehalt erlauben.
5. Februar 2017
Erstmals reicht ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen ein. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See von VW erstreiten – wegen arglistiger Täuschung.
3. Februar 2017
Im "Spiegel" belastet Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch den früheren Vorstandschef Martin Winterkorn. Piëch habe bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, dass er Winterkorn bereits im Februar 2015 auf einen Hinweis auf Probleme in den USA bezüglich manipulierter Abgaswerte angesprochen habe.

Januar 2017

27. Januar 2017
Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef  Winterkorn auf Betrug aus. Es hätten sich "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür ergeben, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. Die Behörde ermittelt bereits wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch.
11. Januar 2017
Volkswagen einigt sich im Abgasskandal mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar. Damit geht ein Schuldbekenntnis einher, mit dem VW kriminelles Fehlverhalten einräumt. Dem Konzern wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes vorgeworfen.
9. Januar 2017
Die US-Bundespolizei FBI nimmt in Florida im Zusammenhang mit dem Abgasskandal den VW-Manager Oliver Schmidt fest. Ihm wird Verabredung zum Betrug vorgeworfen. 
3. Januar 2017
Das auf Verbraucherschutzverfahren spezialisierte Unternehmen MyRight reicht beim Landgericht Braunschweig die erste Musterklage gegen den Wolfsburger Konzern ein, die Auftakt für zahlreiche weitere Klagen sein soll. MyRight wirbt um klagewillige VW-Besitzer, die ihre Forderung an den Dienstleister abtreten. Im Erfolgsfall streicht MyRight 35 Prozent Provision vom zugesprochenen Schadenersatz ein.

Dezember 2016

21. Dezember 2016
Volkswagen darf nach Freigabe durch das KBA auch die restlichen vom Dieselskandal betroffenen Motoren umrüsten. Für den Zuständigkeitsbereich der Behörde lägen nun alle erforderlichen Genehmigungen vor, teilt VW mit.
20. Dezember 2016
US-Richter Breyer teilt mit, dass VW Rückkäufe anbietet für rund 20.000 ältere 3.0-TDI-Modelle mit illegaler Abgastechnik – vor allem Luxus-Audi, VW Touareg und Porsche Cayenne. 

November 2016

16. November 2016
VW einigt sich mit der US-Umweltbehörde über manipulierte 3,0-Liter-Autos: 20.000 ältere kauft VW zurück, 60.000 werden nachgebessert.
7. November 2016
Die kalifornische Umweltbehörde CARB bemängelt bei großen Audis mit Automatikgetriebe, diese Fahrzeuge verfügten über so genannte Lenkwinkelsensoren. Die würden beim Ausbleiben einer Lenkbewegung die CO2-Emissionen herunterschrauben und so auf dem Prüfstand eine besonders sauber Verbrennung suggerieren. Das berichtet die BILD am SONNTAG.
4. November 2016
Das KBA erteilt laut VW-Mitteilung die Freigabe zur Umrüstung der rund 2,6 Millionen betroffenen Fahrzeuge mit 1,6-Liter-Motoren.

Oktober 2016

25. Oktober 2016
Richter Charles Breyer stimmt dem von VW mit US-Behörden, Dieselbesitzern und Vertragshändlern ausgehandelten Vergleich endgültig zu. Dieser Kompromiss gilt für 475.000 Pkws mit 2.0-Liter-Dieseln und könnte VW bis zu 16,5 Milliarden US-Dollar (15,2 Milliarden Euro) kosten. Damit kann VW den größten Teil seiner "Dieselgate"-Rechtslasten in den USA aus dem Weg räumen.

September 2016

30. September 2016
VW hat sich mit den 652 Vertragshändlern in den USA auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) geeinigt. Diese Summe ist Teil eines insgesamt 16,5 Milliarden Dollar teuren Vergleichs mit US-Zivilklägern. Es handelt sich um den teuersten Vergleich in der Geschichte der Auto-Industrie.
21. September 2016
Ein Ingenieur soll bereits 2007 einem größeren Kreis von Audi-Managern in einer E-Mail geschrieben, dass man es "ganz ohne Bescheißen" nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Das berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR unter Berufung auf Erkenntnisse der US-Anwaltskanzlei Jones Day.
19. September 2016
VW hat erst 500.000 von 8,5 Millionen Fahrzeugen in Europa umgerüstet. Ursprünglich sollte die technische Umrüstung bereits Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bisher 60 Prozent der Umrüstung zugelassen. Davon sind wiederum 10 Prozent erfolgreich umgerüstet. Der voraussichtliche Abschluss ist damit für 2017 geplant.
16. September 2016
Nach Bayern will nun auch das Bundesland Hessen den Volkswagenkonzern auf Schadenersatz verklagen. Das Land habe durch den Wertverlust der Volkswagen-Aktie rund 3,9 Millionen Euro verloren, erklärte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Die Klage solle in den kommenden Tagen beim Landgericht Braunschweig eingereicht werden. 
14. September 2016
Im VW-Abgasskandal hat das Krefelder Landgericht einen städtischen Autohändler verurteilt, zwei Audis mit "Schummel-Software" zurückzunehmen. Bei den Abgas-Manipulationen handele es sich um einen erheblichen Mangel. Außerdem sei eine Nachbesserung durch Software-Update für die Käufer nicht zumutbar.
Auch nach einer Nachrüstung durch VW bleibe ein "berechtigter Mangelverdacht", so das Gericht. Es geht um einen Audi A6 von Anfang 2014 und einen Kleinwagen A 1 vom Frühjahr 2015. (Aktenzeichen.: 2 O 72/16 und 2 O 83/16).
9. September 2016
In den USA bekennt sich ein VW-Mitarbeiter wegen des Abgasskandals für schuldig. Ein 62-jähriger Ingenieur aus Kalifornien gibt nach Angaben des Justizministeriums zu, als "Leader of Diesel Competence" Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei es gewesen, durch die Entwicklung spezieller Betrugs-Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden hinters Licht zu führen. Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

August 2016

25. August 2016
VW einigt sich mit 650 Händlern in den USA grundsätzlich auf eine Entschädigung für entgangene Einnahmen. Laut Reuters kostet diese den Autobauer bis zu 1,2 Milliarden Dollar.
15. August 2016
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt die Freigabe für den Rückruf von Autos mit dem kleinen 1,2-Liter-Dieselmotor, der beispielsweise im VW Polo und Seat Ibiza steckt. 
3. August 2016
Angesichts von Millionenverlusten durch den VW-Abgasskandal prüfen die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt juristische Schritte gegen Volkswagen. 
2. August 2016
Der Freistaat Bayern kündigt eine Schadenersatzklage gegen VW an. Grund sind Verluste beim Pensionsfonds des Landes durch den Kursrutsch bei VW-Aktian nach Bekanntwerden der Manipulation. Es geht um eine Summe von maximal 700.000 Euro.

Juli 2016

22. Juli 2016
Das Kraftfahrtbundesamt erteilt die Freigabe zum Rückruf von europaweit 800.000 Dieseln. Darunter befinden sich Varianten von VW Golf, VW Passat und VW Touran sowie Modelle von Audi und Skoda.

Juni 2016

28. Juni 2016
VW reicht vor Gericht in den USA einen Vorschlag zur Einigung mit Klägern und Behörden ein. Mit der Rekordzahlung von rund 15 Milliarden Dollar (ca. 13,5 Mrd. Euro) für Entschädigungen, Umweltschutz und Strukturmaßnahmen will sich VW von seiner Schuld in Übersee freikaufen.
21. Juni 2016
VW-Chef Müller kündigt die Abkehr vom Dieselmotor an. "Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen", sagte Müller dem "Handelsblatt".
20. Juni 2016
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgas-Skandal wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen den zurückgetretenen VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Bei den Ermittlungen gehe es um den Vorwurf, dass Volkswagen die Finanzwelt womöglich zu spät über die Affäre informiert habe.

April 2016

22. April 2016
Nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg verkündet VW mit 1,6 Milliarden Euro für 2015 den größten Verlust der Konzerngeschichte. Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf einen Verlust von 4,1 Milliarden ab. Hauptgrund dafür seien die Rückstellungen von insgesamt 16,4 Milliarden Euro für die Kosten des Abgasskandals. 
21. April 2016
Der amerikanische Bezirksrichter Charles Breyer verkündet zum Ablauf eines Ultimatums eine grundsätzliche Einigung im Streit zwischen VW und den US-Behörden. Damit ist ein milliardenschwere Prozess vorerst abgewendet. Die Lösung umfasst mögliche Rückkäufe von knapp 500.000 Fahrzeugen, kostenlose Reparaturen und Schadenersatz für die Besitzer. Im Gespräch sind 5000 Dollar, umgerechnet rund 4400 Euro.
10. April 2016
Eine lang anhaltende Diskussion um die Millionen-Boni der VW-Topmanager entbrennt. Unter starkem öffentlichem Druck, unter anderem von Großaktionär Niedersachsen, erklären sich die Vorstände zu Abstrichen bereit. Die Rede ist von mindestens 30 Prozent, so wie der ursprüngliche Vorschlag von VW-Chef Matthias Müller.

März 2016

16. März 2016
Das Landgericht Bochum weist im bundesweit ersten Prozess dieser Art die Klage eines betroffenen VW-Fahrers zurück. Dieser darf wegen der Abgas-Manipulationen sein Auto nicht an den Händler zurückgegeben.
15. März 2016
Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der Abgasaffäre teilt der Konzern mit, mehrere tausend Jobs zu streichen. Unklar ist nach wie vor, wer für das Desaster verantwortlich ist. 
14. März 2016
278 institutionelle Großanleger verklagen VW beim Landesgericht Braunschweig auf Schadenersatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro. Sie werfen dem Konzern vor, seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nicht nachgekommen zu sein. Das Unternehmen bekräftigt mehrfach seine Auffassung, alle Informationspflichten befolgt zu haben.
9. März 2016
US-VW-Chef Michael Horn tritt überraschend ab.
2. März 2016
Erster deutscher Prozess um Schadenersatz in Bochum. VW muss aus Sicht des Landgerichts manipulierte Autos nicht zurücknehmen.

Februar 2016

5. Februar 2016
VW verschiebt seine Jahresbilanz und Hauptversammlung.

Januar 2016

27. Januar 2016
Frühstart beim Rückruf in Deutschland: Trotz fehlender Genehmigung des KBA werden erste Amarok-Modelle umgerüstet.
11. Januar 2016
Bei der Automesse in Detroit gibt VW-Chef Müller ein verunglücktes Interview, in dem er ein Fehlverhalten des Konzerns abstreitet. Er kündigt zudem an, US-Kunden unter anderem mit Einkaufsgutscheinen zu entschädigen. 
4. Januar 2016
Die US-Regierung reicht gegen VW Klage wegen des Einsatzes von Betrugssoftware und Klimaschutzgesetz-Verstößen ein. 

Dezember 2015

16. Dezember 2015
VW teilt mit, dass die Gewährleistungsfrist für die manipulierten Motoren bis mindestens Ende 2017 verlängert wird.

November 2015

25. November 2015
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt nach VW-Angaben grünes Licht für die Umrüstung der rund 8,2 Millionen vom Diesel-Skandal betroffenen Fahrzeuge mit 1,6- und 2,0-Liter-Motoren.
23. November 2015
Weitere 75.000 Autos aus dem VW-Konzern geraten ins Visier der US-Umweltbehörde, darunter Porsche Cayenne, VW Toureg sowie Luxus-Audis. Auch die Dreiliter-Diesel der Baujahre 2009 bis 2016 sollen mit einer verdächtigen Software ausgestattet sein.
20. November 2015
VW beschließt wegen der drohenden Kostenlawine für 2016, die Investitionen um rund eine Millarde auf zwölf Millarden Euro zu kürzen.
14. November 2015
VW nennt die Typen des Modelljahrs 2016, bei denen die Daten zum Ausstoß des Treibhausgases CO2 geschönt wurden. Es sind 413.000 Fahrzeuge, gut die Hälfte der etwa 800.000 Fälle.
4. November 2015
Unter den 800.000 Autos mit falschen CO2-Werten sind auch 98.000 Benziner.
3. November 2015
VW teilt mit, dass es auch "Unregelmäßigkeiten" bei Angaben zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) gab. 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. VW findet gleich ein neues Wort für Affäre: "CO2-Thematik". 

Oktober 2015

28. Oktober 2015
Der Skandal brockt dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust ein. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.
21. Oktober 2015
VW stoppt in der EU den Verkauf von Neuwagen im Lagerbestand, die noch ältere Motoren mit der Betrugssoftware haben. 
16. Oktober 2015
Christine Hohmann-Dennhardt tritt zum 1. Januar 2016 als Leiterin für Recht und Integrität bei VW an. Zuvor hatte sie eine ensprechende Position bei Daimler inne.
15. Oktober 2015
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. 
8. Oktober 2015
Razzia bei VW: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ordnet Durchsuchungen in Wolfsburg und an anderen Orten an. VW-US-Chef Michael Horn muss dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.
7. Oktober 2015
Krisentreffen der VW-Aufseher: VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch wird an die Spitze des Aufsichtsrats gewählt.

September 2015

28. September 2015
Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsvorwürfen gegen VW.
25. September 2015
Der VW-Aufsichtsrat beruft den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller zum Konzernchef und trifft weitere Personalentscheidungen.
23. September 2015
VW-Chef Martin Winterkorn tritt zurück. "Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren", begründet er seinen Schritt. Zuvor gibt der VW-Konzern eine Gewinnwarnung heraus und kündigt Milliarden-Rückstellungen für bevorstehende Umrüstungen an.
18. September 2015
Die EPA teilt öffentlich mit, VW habe bei TDI-Motoren eine Software eingesetzt, um Test-Messungen des Schadstoffausstoßes künstlich zu drücken. Damit entfaltet sich ein Skandal beispiellosen Ausmaßes, der später den Beinamen "Dieselgate" erhält.
3. September 2015
VW räumt gegenüber der US-Umweltbehörde EPA Manipulationen bei Diesel-Abgastests ein. Allerdings hinter den Kulissen. 

Wichtige Fragen und Antworten

Was bedeutet der größte Skandal in der deutschen Automobilgeschichte für die Fahrer manipulierter Autos? Wie wird umgerüstet, und was für Auswirkungen hat das für Verbrauch oder Leistung? Werden Autobesitzer entschädigt? AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum macht das KBA jetzt Druck?

Hintergrund ist, dass die Halter nach dem vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordneten Rückruf 18 Monate Zeit haben, den Wagen in die Werkstatt zu bringen. Die Frist begann jeweils an dem Tag, an dem das Update für das jeweilige Fahrzeugmodell zur Verfügung stand. Die ersten Benachrichtigungen waren für den VW Amarok rausgegangen, die Frist endete im August 2017.

Müssen Umrüst-Muffel mit Stilllegung rechnen?

Ja. Denn die örtlich zuständigen Zulassungsstellen können den Betrieb von nicht nachgerüsteten Autos verbieten und sie de facto stilllegen. Das kostet den Halter zudem rund 50 Euro Gebühren.

Wie läuft das Verfahren?

Das KBA hatte für die Umrüstung jeweils eine 18-monatige Frist gesetzt.

"Nimmt ein Halter nicht an der Rückrufaktion teil, wird er durch das KBA direkt angeschrieben und zur umgehenden Nachrüstung aufgefordert", erklärt ADAC-Jurist Markus Schäpe. Weigert er sich immer noch, werden diese Fälle an die örtlichen Zulassungsstellen weitergeleitet, die den Fahrzeughalter mit einer sehr knappen Frist schriftlich anhören. Lässt der Halter dann immer noch nicht umrüsten, werde die Behörde eine sogenannte Betriebsuntersagung erlassen. Gegen die Stilllegung kann der Betroffene allerdings mit einem Widerspruchsverfahren bzw. einer Anfechtungsklage vorgehen. Das Verwaltungsgericht klärt dann, ob die Maßnahmen rechtmäßig gewesen sind.

Gibt es Widerstand gegen das KBA-Vorgehen?

Ja. Die baden-württembergische Kanzlei Stoll & Sauer hat am 25. Juli 2017 per Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Freiburg eine einstweilige Anordnung gegen die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das KBA, beantragt. Wichtigstes Ziel des Antrags: Dem KBA soll vorläufig untersagt werden, die Daten der Halter an die örtliche Zulassungsbehörde weiterzugeben.

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

Warum wollen sich einige Halter nicht am Rückruf beteiligen?

Grund ist die Angst vor technischen Problemen, einem erheblichen Mehrverbrauch oder dem Verlust von Schadenersatzansprüchen. Nach Ansicht des ADAC-Anwalts Schäpe ist letztere Angst unbegründet. Beim Anspruch gegen den Hersteller zähle der Neukaufzeitpunkt, gerade wenn argumentiert werde, damals zu viel für ein manipuliertes Auto gezahlt zu haben. Schäpe: "Wenn auf Rückgabe des Kfz an den Hersteller geklagt wird, ist eine nun erfolgende Nachrüstung unbeachtlich."

Welche Autos werden umgerüstet?

Nach Auskunft von VW können mittlerweile alle manipulierten Dieselmotoren vom Typ EA189 in der EU umgerüstet werden. In Deutschland liegen alle Freigaben des KBA seit Ende 2016 vor, betroffen sind vor allem die Verkaufsschlager VW Golf und Passat. Es handelt sich insgesamt um 32.000 Wagen mit 1,2 Litern Hubraum, 700.000 mit 1,6 Litern Hubraum und 1,88 Millionen mit 2,0 Litern Hubraum. Hinzugekommen sind zum Halbjahreswechsel 2017 mindestens 24.000 Audi mit V6 TDI als Dreiliter (davon 14.000 in Deutschland zugelassen) und 22.000 Porsche Cayenne 3.0 V6 TDI.

Wie lange wird der Rückruf andauern?

Nach Angaben vom Nachrüstungsbeauftragten des Markenvorstandes, Manfred Bort, sei man bei Volkswagen zuversichtlich, dass der Rückruf bis Herbst 2017 abgehakt ist. Stand Juli 2017 war nach Angaben eines VW-Sprechers bei 1,82 von gut 2,5 Millionen betroffenen Autos in Deutschland das Software-Update aufgespielt. Für den Rückruf autorisiert sind bundesweit 2173 Volkswagen-Partner, dazu eine kleinere Zahl von autorisierten Servicebetrieben. Die sind jedoch nur für die vom Rückruf betroffenen VW-Schwesternmarken Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge zuständig.

Was genau wird bei der Umrüstung gemacht?

Die meisten Motoren bekommen bei der Nachrüstung lediglich ein Software-Update über ein Steuergerät.

Die meisten Motoren werden lediglich an einen Computer angeschlossen. Sie bekommen dann eine Software, die die Abläufe im Motor besser steuern und für eine effizientere Verbrennung des Diesels sorgen soll. Ein kurzes Video hat VW hier veröffentlicht, auch eine Service-App gibt es. Bei Autos mit 1,6-Liter-Motoren wird zusätzlich noch ein sogenannter Strömungsgleichrichter eingebaut. Das kleine Gitterrohr aus Kunststoff soll verwirbelte Luft ordnen, die durch den Luftfilter Richtung Motor strömt. Über genauere Messungen könne die Motorsteuerung das laufende Aggregat dann besser abstimmen und damit auch den Stickoxidausstoß senken (siehe Bildergalerie).

Strömungstransformator von VW

Was tun bei Problemen nach der Umrüstung?

"Grundsätzlich ist einem Betroffenen zu empfehlen, sich bei Problemen mit dem Hersteller beziehungsweise einer Vertragswerkstatt in Verbindung zu setzen", sagt ADAC-Anwalt Schäpe. VW habe seine Händler verpflichtet, solchen Beschwerden nachzugehen und diese weiter zu melden. "Teilweise kann softwareseitig nachjustiert werden", so der Experte weiter. Bei technischen Defekten zeige sich VW in den meisten Fällen kulant.

Stoßen umgerüstete Autos weniger Schadstoffe aus?

Die Umbaumaßnahmen von VW sind vor allem darauf ausgerichtet, dass die Autos den Test auf dem relevanten Prüfstand schaffen – und zwar ohne Betrugssoftware. Der ADAC hat zwar bei Messungen von einigen wenigen Fahrzeugen einen Rückgang von Emissionen schädlicher Stickoxide in realitätsnäheren Testzyklen gemessen. Einen Rückschluss auf alle umgerüsteten Fahrzeuge lässt das aber nicht zu.

Bringt die Umrüstung Nachteile für Kunden?

VW beteuert, dass die Autos nach dem Rückruf nicht mehr verbrauchen, die Leistung nicht sinkt und sie auch nicht lauter sind. Nach VW-Angaben bestätigt das auch das KBA. Es gibt jedoch vereinzelte Kundenklagen sowie Hinweise, dass die Haltbarkeite einzelner Bauteile leiden könnte. Der größte Nachteil ist aber juristischer Natur: So sinkt die Chance auf einen Gewährleistungsanspruch. VW-Kunden berichteten AUTO BILD, in puncto Software-Update von VW unter Druck gesetzt worden zu sein.

Werden Kunden in Deutschland entschädigt?

In Arnsberg, Bayreuth und Wuppertal gab es drei vielleicht richtungsweisende Landgerichtsurteile.

Während Kunden in den USA und Kanada eine "erhebliche" Entschädigung bekommen, gingen Kunden in Deutschland und Europa bislang leer aus. Der Konzern begründete das unter anderem mit einer anderen Rechtslage. Inzwischen gibt es drei wichtige Gerichtsurteile zugunsten von Klägern, bei denen VW auf eine Berufung verzichtete. Darin werden nicht nur VW-Händler zur Rücknahme der manipulierten Fahrzeuge verpflichtet. Das Landgericht Arnsberg stellte beispielsweise fest (Az. I-2 O 264/16), dass Volks­wagen wegen vorsätzlicher sittenwid­riger Schädigung verpflichtet ist, dem Besitzer des betroffenen Fahrzeugs etwaige weitere Schäden zu ersetzen. Während VW laut "ZDF Heute Journa" ankündigte, sich auch "in Zukunft gegen Klagen verteidigen" zu wollen, sehen die Anwälte des Klägers eine "Signalwirkung" in dem Urteil. Kunden dürften sich "berechtigte Hoffnungen" machen, ihre Ansprüche in erster Instanz durchsetzen zu können.

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Kann ich die Werkstatt frei wählen?

Für die Nachbesserungen sind nur Vertragswerkstätten autorisiert. Unter denen kann der Betroffene laut VW aber frei wählen.

Muss ich für den Rückruf zahlen?

VW hat zugesichert, dass den Haltern keine Kosten entstehen.

Welche Modelle haben den Motor EA 189 an Bord?

Ob der Motor unter der Haube ein EA 189 ist, kann der Händler von der Motornummer ableiten.

Bei VW in den USA sind es: Golf, Jetta, Beetle, Passat. In Deutschland sind unter anderem Golf VI, Passat VII und Tiguan I betroffen, Halter können sich auf den Serviceseiten im Internet informieren. Bei Audi: A1, A3, A4, A6, TT, Q3, Q5, jeweils 1.6 und 2.0 TDI mit Euro-5-Norm. Bei Skoda: Fabia II (Baujahre 2009 bis 2014), Roomster (Baujahre 2009 bis 2015), Rapid (Baujahre 2011 bis 2015), Yeti (Baujahre 2009 bis 2015), Octavia II (Baujahre 2009 bis 2013) und Superb II (Baujahre 2009 bis 2015). Bei Seat: Halter können sich auf einer Service-Seite informieren, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

Diesel kaufen: Pro und Kontra

Was passiert, wenn mein Auto nicht sofort bearbeitet wird?

Betroffene VW-Kunden können nach Angaben des Konzerns bis mindestens Ende 2017 Ansprüche auf Gewährleistung geltend machen. Volkswagen verzichte "ausdrücklich bis zum 31.12.2017 auf die Erhebung der Verjährungseinrede im Hinblick auf etwaige Ansprüche, die im Zusammenhang mit der in Fahrzeugen mit Motortyp EA 189 eingebauten Software bestehen", teilte das Unternehmen am 16. Dezember 2016 in Wolfsburg mit. Damit verlängerte Volkswagen die Frist um ein Jahr – bislang war sie bis Ende 2016 gesetzt. Darüber hinaus gilt der sogenannte Verjährungsverzicht ab sofort auch für bereits verjährte Ansprüche.

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Kann ich bis zur Umrüstung unbesorgt weiterfahren?

VW, Audi, Seat und Skoda teilen unisono mit: "Alle betroffenen Fahrzeuge sind technisch sicher und fahrbereit." Die manipulierten Autos dürften aber mehr NOx ausstoßen als angenommen.

Könnte bei betroffenen Autos die Kfz-Steuer steigen?

Nein, nach AUTO BILD-Einschätzung nicht. Die Kfz-Steuer hängt vom Hubraum und dem CO2-Ausstoß ab, Stickoxide sind hier unerheblich. Ob sich die Abgasaffäre auf die Feinstaubplaketten auswirkt, ist noch nicht klar. Laut NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) könnte es hier durchaus ein Problem geben, weil den Umweltplaketten nicht nur der Feinstaub-Ausstoß zugrunde läge, sondern auch die Einhaltung bestimmter Stickstoff-Dioxid-Emissionen. Möglicherweise müssten deswegen Haftungsansprüche geltend gemacht werden – gegenüber VW, nicht gegenüber den Haltern.

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Wie erkennen Gebrauchtwagenkäufer die Nachbesserung?

An drei Punkten. Erstens bekommen die nachgebesserten Autos im Bereich der Reserveradmulde einen Aufkleber, der auf die Durchführung der Aktion hinweist. Zweitens werden die Änderungen in der elektronischen Historie des Autos gespeichert. Und die können VW-Werkstätten auslesen. Drittens wird die Aktion im Serviceplan des Fahrzeugs eingetragen.

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

Stichworte:

Diesel Abgasskandal

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