Acht Elektroautos im Reichweiten-Check

VW e-Golf Renault Zoe Hundai Ioniq

Acht Elektro-Autos im Reichweiten-Check

— 08.12.2017

Das Reichweiten-Märchen

Acht Elektroautos fuhren los, um zu zeigen, wie weit sie kommen. Doch eines schaffte es nicht durch den tiefen, dunklen Wald.

Es waren einmal acht Elektroautos, die alle schon groß und stark waren. Drei kleine, vier Kompakte und ein Bus. Jeder wusste, dass sie gut und leise fahren, dass sie gute Manieren haben. Aber auch, dass sie sehr teuer sind, einige verlangen sogar monatliche Unterhaltszahlungen für ihre Batterien. Auch das wussten die Menschen. Was jedoch bislang nirgendwo geschrieben stand: Was geschieht mit den Elektroautos, wenn man sie im Winter durch den tiefen, dunklen Wald bei Delmenhorst schickt?

Opel geht als Favorit ins Rennen

Großes Versprechen: Der Ampera-e soll laut Opel bis zu 520 Kilometer schaffen – unter Idealbedingungen.

Die böse AUTO BILD hatte sich etwas Schreckliches ausgedacht. Bei nur fünf Grad Außentemperatur mussten die Elektroautos raus aus dem warmen Autotransporter und rein in das feuchte Winterwetter. Schutzlos, aber voll genährt. Alle hatten sich ihre Akkus vollgehauen und ihre Innenräume wohlig vorgeheizt. So gerüstet, versprachen die Hersteller der Elektroautos, dass sie es schaffen durch den tiefen, dunklen Wald. Denn selbst das kleinste und schwächste sollte 160 Kilometer weit kommen, AUTO BILD wollte nur 143 Kilometer zurücklegen. Kurz nach dem Start in Ahlhorn ahnten die Elektroautos, wie gemein AUTO BILD wirklich ist. Denn sie mussten nicht nur durch den Wald. Sondern auch über die Autobahn. Der süße, kleine Smart musste so schnell rennen, wie er nur konnte, der kleine e-Up hechelte ihm mit 130 km/h hinterher. Der große, erfahrene Nissan-Bus konnte mit 122 km/h nicht folgen, ganz einsam und allein bog er ab auf die Ausfahrt ins Oldenburger Stadtgebiet. 18 km lang Stop-and-go; da konnten sich alle kurz ausruhen. Aber dann kam der tiefe, dunkle Wald bei Delmenhorst ...
Reichweitentest: Opel Ampera-e gegen BMW i3

So haben wir getestet: Unsere Verbrauchsstrecke beinhaltet eine 43 km lange Autobahnfahrt, auf der wir maximal Tempo 130 fuhren, oft aber nur 80 oder 100 km/h fahren konnten. Darauf folgen eine 18 km lange Stadtdurchfahrt und eine 82 km lange Fahrt über Land, die allerdings etliche Ortsdurchfahrten und Tempo-70-Abschnitte enthielt. Gesamtlänge: 143 km. Mit dem auf dieser Strecke gemessenen Durchschnittsverbrauch haben wir den Testverbrauch auf 100 km errechnet. Die Außentemperatur betrug fünf Grad, die Klimaanlage stand auf 21 Grad, A/C war wegen des feuchten Wetters eingeschaltet, Sitzheizung (falls vorhanden, max. 20 min. Stufe 1) und Abblendlicht waren an. Fahrmodus: normal. Die Akkus waren 100 Prozent geladen, die Innenräume vorgeheizt.

Wer unter diesen Bedingungen am weitesten kommt, erfahren Sie in der Bildergalerie.
Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Erste Erkenntnis: Winter kostet Reichweite. Die Heizung verbraucht ein bis zwei kWh je 100 km, zudem sinkt die Leistungsfähigkeit der Akkus. Zweite Erkenntnis: Die geringe Akkukapazität lässt die Reichweite von E-Kleinwagen bei Autobahnfahrt extrem schnell schrumpfen.

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