Aggression im Straßenverkehr
— 23.01.2013Das Auto als Tatwaffe
Die Aggression im Straßenverkehr nimmt zu, warnen Experten. 2013 hat es das Thema nun auch bis zum Verkehrsgerichtstag in Goslar geschafft.
Studie zum Fahrverhalten: Gelassenheit fehlt
Dazu könne indirekt auch das Navigationsgerät führen, glaubt Hillgärtner. „"Wenn der vom Navi berechnete Zeitaufwand für eine Strecke sich durch Verkehrsbehinderungen vergrößert, versuchen viele Fahrer durch riskante Raserei, die verlorene Zeit wieder reinzuholen." Auch eine Überregulierung im Straßenverkehr - etwa als unsinnig empfundene Tempolimits auf Autobahnen – reize so manchen Fahrer. "Je mehr Leute hinterm Steuer eine Diskrepanz empfinden zwischen einem auferlegten Tempolimit und der durch den Straßenverlauf gebotenen Option, doch schneller als vorgeschrieben fahren zu können, desto rascher baut sich aggressiv machendes Konfliktpotenzial auf", sagt Hillgärtner. Ein Teil der Autofahrer werde unzufrieden und breche die Regeln. "Und dann entstehen Konflikte mit denen, die sich an die Vorschriften gebunden fühlen."Studie: Die Verkehrsmoral ist im Keller
Aggressives Fahren ist allerdings teuer: Beleidigung, Nötigung mit Lichthupe, Bedrängen, Schneiden oder Rasen mit Gefährdung können mit Fahrverboten und hohen Geldstrafen geahndet werden. Schärfere Sanktionen sind nach Ansicht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) daher nicht erforderlich. Experten sehen das Problem eher darin, dass aggressive Fahrer nur selten erwischt werden. Der ADAC macht sich deshalb für mehr Kontrollen stark. Die aggressiven Fahrer müssten angehalten und direkt mit ihrem Verhalten konfrontiert werden. Und Unfallforscher Brockmann fordert moderne Videotechnik für Polizisten, die Raser mit ihren Zivilfahrzeugen stellen sollen.
Neue Regelungen für Autofahrer: Das ändert sich 2013
Denn was aggressive Fahrer so gefährlich macht: "Sie verfügen zur Durchsetzung eigener Interessen eine frei zugängliche Tatwaffe mit erheblicher Masse und Bewegungsenergie", sagt Unfallforscher Brockmann. Als bedrohlich werden von den meisten Verkehrsteilnehmern vor allem Fahrer PS-starker Autos wahrgenommen, so der ADAC. So spielt auch das Ego der Fahrer eine Rolle: Wer sich über sein Auto definiere, neige zu aggressivem Verhalten im Straßenverkehr, sagt Karl-Friedrich Voss vom Vorstand des Bundesverbandes niedergelassener Verkehrspsychologen. Das Auto sei für sie eine Art Kompensationsmittel, weil in anderen Bereichen Erfolge fehlten. Wer sich von aggressiven Zeitgenossen auf der Straße bedrängt oder provoziert fühle, sollte allerdings jeder Form von Selbstjustiz abschwören, mahnt unter anderem der ACE. "Keine vorweggenommene Bestrafung von Rüpeln durch Ausbremsen, Drohen oder Beleidigen", sagt Sprecher Hillgärtner. Das führe nur zu immer weiterem Ärger.Das könnte Sie auch interessieren





































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