Volvo Alcoguard

Alkoholtester im Auto: Union und FDP wollen Wegfahrsperre

— 20.04.2011

Alkolocks sollen Sünder bremsen

Künftig könnte eine Bierfahne für viele Autofahrer zum unüberwindbaren Hindernis beim Wegfahren werden. Union und FDP denken über entsprechende technische Sperren nach.

(dpa/sk) Alkoholsünder könnten künftig per elektronischer Wegfahrsperre am Autofahren nach dem Genuss von Bier, Wein oder Schnaps gehindert werden. In den Koalitionsfraktionen von Union und FDP gibt es Überlegungen für die Einführung sogenannter Alkolocks. Die Fraktionen fordern nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" in einem gemeinsamen Antrag Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, den Einsatz der Geräte zu prüfen. Alkoholsünder sollen die Geräte demnach freiwillig einbauen lassen – und dafür den Führerschein früher wiederbekommen.

Überblick: Alle News auf autobild.de

Die Atem-Messgeräte sorgen dafür, dass der Motor des Fahrzeugs nicht anspringt, wenn der Fahrer zu viel getrunken hat. Schwarz-Gelb will dem Bericht zufolge so Fahrer zur Vernunft bringen, die wegen Trunkenheit am Steuer wiederholt aufgefallen sind. Es werde überlegt, die Zeit des Führerscheinentzugs zu verkürzen oder Punkte in Flensburg zügiger abzubauen, wenn sich Autofahrer ein solches Gerät in ihren Wagen einbauen lassen, sagte der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic der Zeitung. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte dem Blatt, man stehe dem freiwilligen Einsatz von Alkolocks aufgeschlossen gegenüber. Eine obligatorische Ausrüstung aller Kraftfahrzeuge oder eine Pflicht nur für bestimmte Personengruppen wie Berufskraftfahrer sieht man im Ramsauer-Ressort kritisch. Schließlich müsste dann jeder Kfz-Halter ein solches Gerät einbauen, auch wenn er gar kein Alkoholproblem habe.

News und Tests: Alle Marken im Überblick

Die rund 1000 Euro teuren Geräte sehen einem Navigationsgerät ähnlich, verfügen allerdings über ein Mundstück. Der Motor funktioniert erst, wenn der Fahrer gepustet hat und als fahrtüchtig angesehen wird. Die Wegfahrsperren werden in anderen Ländern bereits erprobt oder eingesetzt. Als erster Autohersteller bietet Volvo seit 2008 einen Alkoholtester für seine Fahrzeuge an. Vor dem Start muss der Fahrer in den Alcoguard blasen und ihn anschießend in eine dafür vorgesehene Halterung in der Mittelkonsole stecken. Dort wird sein Atem analysiert und per Funk an die Elektronik des Autos übermittelt. Überschreitet der Atemalkohol des Fahrers die vorher programmierte Grenze, wird die Zündung blockiert.

ADAC hat Zweifel

Der Automobilclub ADAC hat Zweifel, ob ein derartiges Alkoholtestgerät das Unfallrisiko auf deutschen Straßen mindern würde. Autofahrer dürften auch nicht unter Generalverdacht gestellt werden, sagte ADAC-Sprecher Klaus Reindl am 20. April 2011 der Nachrichtenagentur dpa. "Es gibt genügend andere Möglichkeiten", meinte Reindl. Zum Beispiel könne die Zahl der Kontrollen erhöht werden. Zurzeit werde in Deutschland nur jede sechshundertste Alkoholfahrt überhaupt entdeckt. Sinn mache ein solches Gerät bei Busfahrern und Gefahrguttransportern sowie im Bahn- und Schiffsverkehr. Reindl: "Im privaten Bereich sehe ich große rechtliche Probleme." Möglich sei beispielsweise, dass sich jemand anderes zunächst ans Steuer setze, dann werde das Auto freigegeben. "Und dann fährt der alkoholisierte Kraftfahrer weiter", gab Reindl zu bedenken.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.