Herzlich willkommen in der Chefetage. Wer sich den neuen 5er oder den A6 als Kombi mit dickem Diesel gönnt, überschreitet locker die 50.000-Euro-Grenze. Mit ein paar Kreuzchen auf der Optionsliste kommen sogar ruck, zuck 70.000 Euro zusammen – puh! Dafür gibt es dann aber auch Toptechnik. Vor allem bei BMW. Ob Allradlenkung, Rundum-Kamerasystem, ob Nachtsicht-Assistent oder Internet-Zugang – für den 530d Touring ist das gleiche Hightech-Feuerwerk bestellbar wie fürs 7er-Flaggschiff. Nur eines kann er derzeit noch nicht bieten: Allradantrieb. Den wiederum hat der A6 3.0 TDI serienmäßig.

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Audi A6 Avant 3.0 TDI
Bild: Conrad Piepenburg
Auch er ist wie der BMW mit einer dynamischen Dämpferkontrolle (1950 Euro) erhältlich, kann aber beim Fahrkomfort nicht ganz überzeugen. Egal ob im Sport- oder Komfort-Modus, Fugen und Bodenwellen steckt der Audi schlechter weg. Während der A6 stets etwas zittrig abrollt, wiegt der 5er sanft über Straßen aller Art und orientiert sich auch hier an der Luxusklasse. So sanft, wie die Achtstufenautomatik von ZF die Gänge wechselt, kann das der Audi nicht. Kein Wunder, muss er doch mit einem Sechstufenautomaten auskommen, der die Gänge zögerlicher und ruckartiger einlegt. Und an der Tankstelle gibt es die Quittung: Der stärkere BMW-Reihensechszylinder schluckt mit 7,1 Litern fast einen Liter weniger als der V6 im A6.

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Damit nicht genug: Gegen 1190 Euro extra liefert BMW den 530d als BluePerformance-Diesel mit EU-6-Einstufung. Dass er auch ohne Allradantrieb exakt zwei Tonnen auf die Waage bringt (A6: 1944 Kilo), will da nicht so recht ins Bild passen. Wo bleibt der Leichtbau? Umso erstaunlicher, was der 245-PS-Diesel mit dem BMW-Brocken anstellt. In nur sieben Sekunden eilt er auf Tempo 100, wird laut Tacho 250 km/h schnell und legt dank 540 Nm raketenhafte Zwischenspurts hin. Aber nicht nur das: Auch beim Handling fährt der mit Adaptive Drive (3000 Euro) und Aktivlenkung (1750 Euro) hochgerüstete Testwagen dem Audi um die Ohren. Gleichstand herrscht dagegen im Karosseriekapitel.
An Bord beider Kombis herrschen fürstliche Platzverhältnisse, vorn wie im Fond und im Kofferraum. Allerdings darf der BMW 76 Kilo weniger zuladen – ein Schönheitsfehler. Bleibt die Frage nach den Kosten. Auch diesen Punkt vermag Audi nicht für sich zu entscheiden. Der A6 kostet trotz des serienmäßigen Allradantriebs zwar 2050 Euro weniger, erleidet aber in der Regel einen höheren Wertverlust. Darum gibt es hier ein Unentschieden. Allerdings nur hier und bei der Karosserie. Am Ende heißt der klare Sieger BMW.

Fazit

von

AUTO BILD
Hoppla, Audi! Der frische 530d bügelt den betagten A6 3.0 TDI. Nur im Kosten- und Karosseriekapitel erweist sich Audi als ebenbürtig. Das heißt: Bei BMW gibt es fürs gleiche Geld das viel bessere Auto. Besonders bei Motor und Fahrwerk erweist sich der 5er überlegen. Reihensechszylinder plus Achtstufenautomat zeigen im 530d neben besseren Fahrleistungen das größere Sparpotenzial. Und BMW verbaut die modernere Elektronik.