Audi R8 GT/Porsche 911 GT3 RS: Test

Audi R8 GT Porsche 911 GT3 RS Audi R8 GT Porsche 911 GT3 RS

Audi R8 GT/Porsche 911 GT3 RS: Vergleich

— 17.02.2011

Eisiges Duell

Leichtbau-quattro gegen Heckmotorskalpell: AUTO BILD SPORTSCARS schickt den Audi R8 GT und den Porsche 911 GT3 RS auf die verschneite Piste. Mehr hat den besseren Grip?

Manchmal ist es echt zum Heulen. Da stellen sie dir zwei Leckerbissen vors Bürofenster; zwei, die dir jede BAB-Überleitung zum Hatzenbachbogen verwandeln; und dann meint der Winter, er müsse uns hier mit Schneemassen nur so zuschütten. Statt jeden Quadratzentimeter Straßenoberfläche kieselsteingenau mit den Handflächen mitzuscannen, schrauben wir nun also mit Lammfellfäustlingen am Lenkrad herum; statt das Drehmoment newtonmillimetergenau auf die Antriebswellen zu pudern, trampeln wir mit zentimeterdicken Gummisohlen auf den Pedalen herum; und statt im Sparco-Einreiher hinters Lenkrad zu gleiten, wursteln wir uns samt Daunenparka in die Sitzschalen.

Überblick: Alle News und Test zu Audi und Porsche

Der GT3 RS ist mit 450 PS klar schwächer, aber 130 Kilo leichter als der R8 GT (560 PS, Allrad, 1525 Kilo)

Gefühlsmäßig ist das dann irgendwie so, als würde man sich einen Rembrandt in den Keller hängen – mit Reißzwecken, verkehrt herum und hinters Vorratsregal. Im Audi lassen sich die garstigen Bedingungen noch am bequemsten aussitzen. Anders als der Porsche 911 GT3 RS, der in wirklich allen Details radikal Richtung Leichtbau abbiegt, scheint sich der R8 GT dem Zölibat der Zweckmäßigkeit nicht restlos unterwerfen zu wollen. Was man aber auch verstehen kann. Schließlich ist er kein Kind der Rennstrecke, keiner der seit Jahrzehnten alles abgrast, was GT-Serien an Trophäen hergeben, sondern ein echter Rookie, der sich seine Glaubwürdigkeit als Sportwagen nun im Kundensport verdienen will. Klimaautomatik und Navigationssystem hätten wir ihm daher einfach mal als Anfängerfehler durchgehen lassen. Und auch über den nappabelederten Armaturenträger hätte man mit Sicherheit reden können. Aber Parkpiepser? Serienmäßig? In einem Clubsport-Auto? Falls man in der Startaufstellung mal wieder rangieren muss? Du meine Güte! Ob der R8 GT dem Porsche die Rücklichter zeigen kann, erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen Tabellen finden Sie in AUTO BILD SPORTSCARS 3/2011 oder als Download im Heftarchiv.
Technische Daten Audi Porsche
Motor V10 B6
Einbaulage Mitte hinten längs hinten längs
Hubraum 5204 cm3 3797 cm3
kW (PS) bei 1/min 412 (560)/8000 331 (450)/7900
Literleistung 108 PS/l 119 PS/l
Nm bei 1/min 540/6500 430/6750
Antriebsart Allrad Hinterrad
Getriebe 6-Gang sequenziell 6-Gang manuell
Tankvolumen 75 Liter 67 Liter
Beschleunigung
0–100 km/h 3,7 s 3,8 s
0–402,34 m 11,59 s 11,81 s
Testverbrauch
Ø auf 100 km 13,7 l Super Plus 13,7 l Super Plus
Leergewicht 1587 kg 1399 kg
Höchstgeschwindigkeit 320 km/h 310 km/h
Preis Serienfahrzeug 193.000 Euro 150.155 Euro
Autor:

Stefan Helmreich

Fazit

Trotz des vermeintlichen Allradvorteils und der grandiosen Performance sowohl im Sprint als auch auf der Bremse muss sich der R8 GT am Ende hinter dem Porsche einsortieren. Als GT3 RS wird der 911 zur querdynamischen Endstufe. Messerscharf, knochentrocken und hochsensibel. Audi ist dran, nicht mehr, nicht weniger.

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