Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe. So behauptet es eine alte lateinische Redensart. Sie lässt sich aber gut ins Bairische übersetzen und bringt so das Duell RS 5 gegen M3 auf den Punkt: beides Coupés, beide mit Hochdrehzahl-V8, beides Extremisten. Und trotzdem kommt am Ende nicht das Gleiche dabei heraus, wenn man die zwei direkt miteinander vergleicht. Besonders nicht, wenn die Hochleistungssportler auf einer Rennstrecke gegeneinander antreten müssen. Denn für die glücklichen Besitzer von RS 5 und M3 ist eine Nürburgring-Dauerkarte mindestens so sinnvoll wie die Handy-Flatrate für Vielquatscher.

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BMW M3 Coupé
Bild: Conrad Piepenburg
Im M3 bleibt einem jedenfalls die Spucke weg. Wie dieser BMW eine Wettbewerbspiste umkreist, macht sprachlos. So neutral, so präzise, so sauber – da steckt jede Menge Renn-Know-how drin, das BMW seit dem Erscheinen des ruhmreichen 1800 Ti/SA vor 45 Jahren kultiviert. Diesen Kenntnisvorsprung holt man nicht so schnell auf. Er besteht hauptsächlich darin, dass der BMW mit perfekter Gewichtsbalance aufwartet. Lupft der Fahrer in der Kurve bei deaktiviertem ESP das Gas, dreht sich der M3 gut kontrollierbar per Lastwechsel in die Kurve ein. Wer mehr will, drückt gleich darauf aufs Gas und sieht sich augenblicklich in einen spektakulären Drift verwickelt. Herrlich, so muss ein Sportwagen sein! Und das Schöne daran: Der M3 ist zwar straff abgestimmt, lässt sich aber gut durch Stadt und über Land bewegen. Sein Kofferraum schluckt Gepäck für vier Personen, 434 Kilo Zuladung sind völlig okay, und wer in den Fond krabbelt, kann hier eine längere Strecke bequem absolvieren. Ein echter Allrounder, dieser M3.

Überblick: Alle news und Tests zum Audi RS 5

Vom Platzangebot her gilt das auch für den RS 5. Doch leider ist sein Fahrwerk so unharmonisch ausgelegt, dass er selbst auf glatten Straßen durch permanentes Wippen und Zittern nervt. Daran ändern auch die vielfachen Trimmmöglichkeiten der Dämpfer nichts. Der RS 5 bleibt ein Folterknecht. Eine verzeihbare Eigenart, wenn er denn auf der Rennpiste glänzen könnte. Kann er aber nicht. Durch den Allradantrieb wird er fast 200 Kilogramm schwerer. Trotz 30 Mehr-PS beschleunigt er langsamer. Noch entscheidender ist sein fehlendes Eigenlenkverhalten. Stur zieht und drückt er sich durch die Kurven. Statt Heckschwenks schiebt er untersteuernd über die Vorderräder. Das kostet Zeit und frisst Reifen. Erst wenn es nass und glatt wird, schlägt die Stunde des Audi. Dann hat er gegenüber dem M3 einen spürbaren Traktionsvorteil und mehr Sicherheitsreserven.

Fazit

von AUTO BILD
Der RS 5 sieht gut aus, hat einen bombigen V8 und ein blitzschnell schaltendes Doppelkupplungsgetriebe – alles, was ein M3 auch bietet. Dazu sogar quattro-Antrieb. Und das ist sein Problem: Nachteil durch Allradtechnik. Dadurch wird er zu schwer und sperrig. Der agilere BMW fährt ihm um die Ohren und begeistert mit viel mehr "Freude am Fahren".