Straßenauto, Rennauto, Markenpokal – alles ist brandneu. Bevor der neue Audi TT Cup losgeht, vergleichen wir den Racer mit dem normalen TTS.
Toni Schmidt
Das Gefühl kennt jeder. Man zieht sich einen gut passenden Handschuh an und merkt schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr, dass man ihn trägt. Genau so fühlt es sich an, wenn man im nagelneuen Audi TT Cup den Stromhauptschalter aktiviert, die Zündung anschaltet, den Motor auf Knopfdruck startet und aus der Boxengasse fährt. Es passt einfach, man verschmilzt mit dem Auto, spürt sofort, was der Renn-Bruder des Audi TTS bereithält. Viel Power, brutale Bremsen, kernigen Sound – er ist eben der Extremsportler unter den TT.
Ein riesiger Frontsplitter und ein XXL-Heckflügel generieren eine Menge Abtrieb.
Bild: Werk
Audi TT Cup Gebaut wurde der jüngste Rennwagen der Ingolstädter in erster Linie für den gleichnamigen, neu ins Leben gerufenen Markenpokal Audi Sport TT Cup, der an sechs Wochenenden im Rahmenprogramm der DTM ausgetragen wird. 51 Wochen liegen zwischen dem Beginn der Entwicklung 2014 und der Rennpremiere am ersten Maiwochenende in Hockenheim. 51 Wochen, die es in sich haben. Denn: Die Mannschaft um den technischen Projektleiter Detlef Schmidt wollte für den Rennfahrernachwuchs, der im TT Cup unterwegs ist, nicht nur ein schnelles, sondern vor allem auch ein sicheres Rennauto bauen.
Nichts dem Zufall überlassen
Dafür wird aus der serienmäßigen Rohkarosse zunächst überflüssiges Beiwerk wie die Halterungen für die Innenverkleidung entfernt. "Insgesamt specken wir so rund 25 Kilogramm ab", rechnet Schmidt vor. Anschließend werden 35 Meter Stahlrohr als Überrollkäfig eingeschweißt. Zusätzlich wird der bei Audi für das GT3-Fahrzeug R8 LMS entwickelte Sicherheitssitz PS1 verbaut und dieser um 60 Millimeter weiter in die Mitte gerückt. Und im Fall eines Brands löscht das Feuerlöschsystem, das auch im DTM-Fahrzeug und im Le-Mans-Prototyp von Audi verbaut ist. Kurzum: Es wurde nichts dem Zufall überlassen.
Kantige Linien, ein großer Kühlergrill und Spiegel in Aluoptik sorgen für eine dynamische Erscheinung.
Bild: Werk
Audi TTS Steigt man nach einer Fahrt im Cupauto in den sportlichen Serienbruder um, wird eines schnell klar: Er ist ein Sport–, aber eben kein Rennwagen. Wo einen gerade noch ein minimalistisch mit dünnem Kunststoff verkleidetes Renncockpit anlachte, ist jetzt alles mit feinen Materialien verdeckt. Wo hinter dem Lenkrad ein zentrales Digitaldisplay alle für Rundstreckensport wichtigen Informationen anzeigte, sind jetzt ein riesiger Drehzahlmesser und die Landkarte des Navigationssystems zu sehen. Auch schaut das Serienauto mit seinen vier Endrohren, dem Diffusor und dem kleinen ausfahrbaren Heckspoiler im Vergleich relativ zahm aus. Dem radikalen Extrempsportler kann er nur hinterherhecheln, was ihn aber nicht zum schlechten Audi macht: Der TTS bleibt ein richtiger Straßensportwagen!
Fazit
von
Toni Schmidt
Sie sind Geschwister, aber doch total verschieden. Der eine liefert als richtiger Straßensportwagen für die Straße die Basis. Der andere ist ein radikaler Extremsportler für die Rennstrecke. Dass er gutmütig und relativ leicht zu fahren ist, hat Audi gut hinbekommen. Damit ist der TT Cup goldrichtig für Nachwuchstalente, die damit eine weitere Stufe auf der Motorsportleiter erklimmen sollen.