Auto-Lackstift im Test
— 31.07.2011
Den Lackstift können Sie sich sparen
Im Fernsehen werben sie für einen Zauber-Lackstift, der auch tiefe Kratzer im Handumdrehen verschwinden lässt – ganz ohne Werkstattbesuch. AUTO BILD testet das Teil: Taugt es was?
Kurz vor Mitternacht, wir gucken Privat-TV: Die Augen sind auf halbmast, der Puls ist im Schlafmodus. Es läuft Reklame für Sexhotlines und Handy-Klingeltöne. Plötzlich wird es interessant: Aufgedrehte Moderatoren huschen über die Mattscheibe, wollen uns für 49 Euro einen Lackstift andrehen, der Autofahrers Rettung sein soll. Zum Beweis lassen die Werber einen tiefen Kratzer in null Komma nichts verschwinden. AUTO BILD bestellt den Zauberstift. Taugt der was? Die Enttäuschung fängt mit dem Anruf bei der Hotline an. Leider sind wir nicht unter den ersten 200 Anrufern, das Bonusgeschenk ist weg.
85,38 Euro für die Katz
Versprochen, aber nicht erhalten: Die Gratis-Mikrofasertücher fanden sich zwar auf der Rechnung, aber nicht im Paket.
Am Telefon drängt man uns den Gratis-Repair-Pen auf. Kostet zwar nichts, die Bearbeitungsgebühr fürs Geschenk allerdings schon: 8,36 Euro. Am Ende flattert eine Rechnung von 85,38 Euro ins Haus. Wie war das nochmal: Sollte der Zauberstift nicht 49 Euro kosten? Schwamm drüber. Hauptsache, der Lackstift funktioniert. Tut er aber nicht. Was in der Werbung so spielend aussieht, will bei uns einfach nicht gelingen. Selbst kleine Kratzer sind noch zu erkennen, von tiefen Einkerbungen ganz zu schweigen. Unser Tipp: Besser in den Werbepausen durchschlafen.
Bernd Volkens
Fazit
Ob Benzinsparmagnete, PS-Lüfter oder unser Kratzerstift – je bunter der Auftritt, je größer das Versprechen, umso weniger steckt dahinter. Zaubern kann keiner, zu verschenken hat auch niemand was. Ein Lackstift, der den Lackierer überflüssig macht? Ab in die Tonne damit!
Kommentare zum Artikel (5)
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Selbst die 50,38 Euro auf der Rechnung (s. Bildergalerie) sind noch ohne Mehrwertsteuer...!
Den Stift kann man bei EBAY:co für knapp 90 cent inkl. Porto bestellen. Für den Preis ist der Stift ganz gut.
Wenn man sich die Werbung anschaut, merkt man bei genauem Hinsehen, daß die mit dem "Zauberstift" einen Kratzer verursachen, und dann den Film rückwärts laufen lassen. Vorwärts sieht es dann so aus, als wenn der Kratzer wie durch Zauberhand vollständig verschwindet. Gut zu erkennen, wenn man das lange Haar der Frau im spiegelnden Lack beobachtet; das bewegt sich nicht natürlich.
Schade! Interessanter wär der Test, wenn die Stifte von mehreren Herstellern getestet worden wären und auch einer dabei gewesen wär, der funktioniert hätte.
die fehlenden Politurtücher sind Absicht. Die werden natürlich nachgeschickt, aber nur wenn man die völlig überteuerte Kundenservice-Nummer anruft um danach zu fragem ... Die Masche sollte inzwischen bekannt sein.