BMW 1er und Mercedes A-Klasse: Vorschau

BMW 1er BMW 1er

BMW 1er und Mercedes A-Klasse: Vorschau

— 24.08.2010

Der BMW 1er wird ein kleiner 3er

Der Kampf in der Golf-Klasse wird schärfer – und sportlich härter: Auch der nächste 1er bleibt dem Hinterradantrieb zunächst treu, kämpft aber mit den Waffen des großen Bruders. Mercedes wird antworten.

VW hat in Kürze ein Problem: Ab 2011 drängen die deutschen Edelmarken mit solcher Macht ins Golf-Revier, dass der Wolfsburger Bestseller fast nur (Kunden) verlieren kann. Erst erscheint der neue BMW 1er, ein Jahr später eine völlig umgekrempelte A-Klasse, die wie ein Double des kompakten Bayern aussieht. So sportlich angeschärft haben sich BMW und Mercedes in dieser Klasse noch nie duelliert. Der neue BMW 1er (Code F20) scharrt wie gehabt mit den Hinterrädern in den Startlöchern. Das gilt zumindest für die vier hinlänglich bekannten Varianten: • Dreitürer (2011) • Fünftürer (2011) • Coupé (2012) • Cabriolet (2012).

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So wie 5er, 6er und 7er technisch miteinander verwandt sind, so haben die Entwickler eine gemeinsame Basis für 1er und 3er (F30) geschaffen. Das Design des neuen 1er korrigiert die Schwächen des Vorgängers. Vergeben und vergessen sind Streitpunkte wie die Hängebauchfuge im Schwellerbereich, die viel zu großen Scheinwerfer sowie das verbaute Heck mit dem optischen Dreikampf zwischen Leuchten, Scheibe und Klappe. Innen versprechen die Produktplaner deutlich hochwertigere Oberflächen, ein großzügiger gestaltetes Armaturenbrett und ein intuitives Bedienkonzept. Die meist aufpreispflichtigen Fahrer-Assistenzsysteme kennen wir aus dem 5er, die verstellbare Dämpferkennung debütierte bereits im 7er, die aktuellste iDrive-Mimik kann man demnächst im neuen X3 Probe fühlen. Der neue 1er soll nicht viel größer, aber messbar geräumiger werden. Vor allem in der zweiten Reihe sind mehr Beinfreiheit, bequemere Sitze und ein weniger beschwerlicher Ein- und Ausstieg angesagt.

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Flach, sportlich, modern: Die neue A-Klasse will mächtig gegen den BMW 1er stänkern.

Bei den Motoren und Getrieben gibt es keine Kooperation mit Mercedes, BMW bleibt dem Systempartner Peugeot treu: Ab 2016 wird ein neuer Vierzylinder-Benziner (Prince II) ins Rennen geschickt. Für den 1er wird es zwar mittelfristig diverse Dreizylinder geben, doch zum Verkaufsbeginn besteht die Palette ausschließlich aus Vierzylindern. Zuerst die Benziner: • 116i, 1,6-Liter-Turbo, 136 PS • 118i, 1,6-Liter-Turbo, 156 PS • 120i, 2,0-Liter-Turbo, 184 PS • 125i, 2,0-Liter-Turbo, 218 PS • 130i, 2,0-Liter-Turbo, 252 PS • 135i, 3,0-Liter-Turbo, 306 PS. Der 135i dürfte wieder den Zweitürern (Cabrio und Coupé) vorbehalten bleiben.

Als Topmodell erhoffen wir uns ein 1er M Coupé, dessen 340 PS starker Reihensechszylinder aus dem Z4 kommt. Für die drei stärksten Varianten gibt es als Alternative zum Schalter das fixe Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Fahrstufen. Nachdem Audi und Mercedes für A3 und A/B-Klasse gegen Aufpreis vier angetriebene Räder offerieren, wird auch BMW den 1er mit xDrive ins Modellprogramm nehmen. Die Staffelung der Dieselmotoren dürfte so aussehen: • 116d, 2,0 Liter, 122 PS • 118d, 2,0 Liter, 150 PS • 120d, 2,0 Liter, 184 PS • 123d, 2,0 Liter, 204 PS. Auf Abruf steht ein noch stärkerer 125d bereit, dessen Zweiliter-Biturbo-Vierzylinder durch erhöhten Ladedruck und geänderte Abgasanlage auf 245 PS kommen soll.

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Das neue 1er-Gesicht: markante Front statt Schmollmund-Grill und Püppchen-Scheinwerfer.

In Sachen alternative Antriebe ist BMW auf alle Eventualitäten vorbereitet. Wie die grün eingefärbte 1er-Zukunft aussehen könnte, haben das Detroiter Showcar mit E-Antrieb und die Versuchsträger des 1er Active Hybrid bereits in groben Umrissen skizziert. Welche Lösung am Ende kommt, hängt vor allem vom Gesetzgeber und von der steuerlichen Förderung ab. Während 1er Coupé und Cabrio langfristig dem Hinterradantrieb die Treue halten, dürften die Steilheck-1er beim nächsten Modellwechsel in sieben Jahren auf eine neue Front-/Allrad-Plattform umschwenken. Eine Revolution, die mit aller Macht kommt: Schon 2020 will BMW genauso viele Autos mit Hinterrad- wie mit Vorderradantrieb bauen, jeweils rund eine Million. Dann geht der Kampf nicht nur gegen Mercedes, sondern vor allem gegen VW. Und dann wird's richtig spannend.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

7er, 5er, 1er – BMW geht mit jeder neuen Nummer beim Thema Design auf Nummer sicher. Das macht Sinn, denn Polarisierung ist der erste Schritt zur Ablehnung. Dass der 1er künftig auch Frontantrieb hat, stört nicht. Wie heißt es doch so schön? Erst der Vergleich macht uns sicher.  

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