BMW 325i von PPF

764 PS BMW 325i von PPF 764 PS BMW 325i von PPF

BMW 325i von PPF

— 30.06.2008

Das Turbo-Monster

Der BMW 325i, der beim schwedischen Tuner PPF auf dem Hof steht, kann es mit fast jedem Supersportler aufnehmen. Ein Turbolader aus einem Bergwerks-LKW quetscht 764 PS aus sechs Zylindern.

In Schweden herrscht Krieg. Ein Krieg zwischen großen und kleinen Tunern. Das Ziel: soviel Leistung wie möglich aus einem BMW kitzeln. PPF, Pure Performance Factory, wird von zwei Jungs betrieben. Beide heißen Andreas, beide kommen aus dem kleinen Ort Avesta in der Nähe von Stockholm und beide liegen spielen bei diesem unerbittlichen Wettkampf ganz weit vorn. In ihren heiligen Hallen geschehen einzigartige Dinge. Besitzer des grünen BMW E30 ist Andreas Skellsson. Er ist, milde ausgedrückt, ein großer Fan bayerischer Autos. Sein BMW-Stall beherbergt einen E34 M5, einen E34 525i Turbo mit 558 PS und eben diesen unglaublichen E30 Turbo. Bei der letzten Prüfstandsmessung spuckten die Meßgeräte atemberaubende Werte aus: 764 PS und 835 Newtonmeter Drehmoment. Schwindelerregend! Aber wie kitzeln die beiden Schweden so viel Power aus alternden bayerischen Motoren?

Mit XXL-Turbolader auf 764 PS

Optisch ist der PPF ein eichter Leisetreter. Aber wehe, wenn er losgelassen wird!

Herz des PS-Wunders ist eine robuste Maschine. Das Wunschtriebwerk der beiden Schrauber für den 87er 325i war der M50-Motor aus einem 1992er 525i. Der hält laut Andreas solche mörderischen Leistungsdaten problemlos aus. Andreas besorgte sich einen Turbolader, verbaute größere Einspritzdüsen und eine neue Motorsteuerung. Das war’s eigentlich schon. Daraus resultierten 507 PS, eine Viertelmeilenzeit von unter elf Sekunden. Trotzdem war das Team von PPF noch lange nicht zufrieden. "Wir haben alles noch größer gemacht", sagt Andreas. "Jetzt haben wir einen Schwitzer-S3B-Turbo und ein Ladeluftkühler aus einem Bergwerks-Lkw." Schwedischer Pragmatismus.  Die PPF-Jungs lassen sich nicht für ein Vermögen Spezial-Teile bauen, sondern nehmen, was sie finden. In diesem Fall war es eben ein LKW-Bauteil. Dank der Bergwerks-Power waren die 507 PS schnell Geschichte. Die 764 PS, sind vom Prüfstand bestätigt. Das Geschoß stellt sogar den schwedischen TÜV zufrieden – na ja, fast. Auf der Straße fährt er ja, und bei der Frage, welche Reifen er benutzt, verweist Andreas auf die montierten Renngummis, Den Hinweis auf die Einstellung der schwedischen Polizei zum Extrem-Tuning lässt Andreas kalt. "Das ist egal", sagt er. "Mit 764 PS stellt sich die Situation nicht."

Der BMW explodiert in 2,5 Sekunden auf 100 km/h

Der monströse Schwitzer-Turbo pfeift eigentlich in einem Bergwerks-LKW.

Eigentlich sind die 19-Zoll-OZ-Superleggeras mit Slicks aus der schwedischen Tourenwagen-Meisterschaft bezogen. Trotzdem verglühen sie förmlich bei den Viertelmeilensprints. Um dieses Problem zu lösen, montierte PPF Drag Racing Reifen. Mit ihnen schafft der E30 Fahrleistungen jenseits jeder Vorstellungskraft. Auf Straßenreifen soll die 100-km/h-Barriere nach vier Sekunden durchbrochen sein. Mit den Dragster-Gummis soll die Übung in etwa 2,5 Sekunden erledigt sein. Höchstgeschwindigkeit? Etwa 340 km/h. Die ansprechende Optik ist da die Krönung des Super-BMWs. Natürlich fällt zunächst der mächtige Lkw-Ladeluftkühler hinter der Stoßstange ins Auge. Letztere ist ein leichtgewichtiges Seidl-Teil im E46-M3-Design. Hinten macht sich eine Carzone-Stoßstange breit, aber kein Flügel. Haube und Kofferraumdeckel sind aus Fiberglas. Der hinter der Fahrertür endende Auspuff ist ein Markenzeichen von PPF. Im Innenraum geht Funktion vor Komfort. Kein Rücksitz, Teppich, keine Türverkleidungen treiben das Gewicht in die Höhe. Im Rennen um die schwedische Turbo-Krone liegt der E30 von PPF im Moment auf Platz zwei. Bald könnte sich das Blatt ab zu Gunsten von Andreas wenden. "Ich habe neue Ideen und neue Turbos. Ich schaffe die 1000 PS!"

Autor: Guido Naumann

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