BMW 5er (1995-2003)

Gebrauchtwagentest BMW 5er Gebrauchtwagentest BMW 5er

BMW 5er (1995-2003)

— 24.02.2005

Diagnose: im Kern gesund

Angst vor dem Alter kennt der 5er-BMW nicht. Er gilt als rüstiger Rentner (fast) ohne Launen.

Qualität und Marktlage

Am Stammtisch hat sich schon so manche Autokarriere entschieden. Jeder kennt das: Selbsternannte Experten verbreiten dort gern Weisheiten mit dem Tiefgang einer Untertasse. Zum Beispiel diese: BMW ist stets sportlich, Mercedes hält dafür aber wesentlich länger. Der Gebrauchtwagencheck des BMW 5er vom Typ E39 zeigt ein anderes Bild.

Meinte es der Vorbesitzer gut mit seinem Auto, steht einem langen Leben nichts im Wege. Gepflegte Exemplare gibt es aktuell mehr als genug am Markt, die Preisdifferenz zwischen weniger vertrauenserweckenden Stücken von Privat und ohne Gewährleistung sowie Top-Autos ist erstaunlich gering. Also auf zur BMW-Niederlassung, wo es in den großen Städten eine riesige Auswahl gibt.

Interessant ist, wie sich der Markt teilt: Zwischen 10.000 und 20.000 Euro greifen Kunden auch dann zu, wenn die Ausstattung nicht komplett ist, also etwa kein Navigationssystem den Weg weist. Darüber kennt die Nachfrage kein Pardon, Automatik, Navi und Leder sind hier mehr Pflicht als Kür. Exotische Farben haben es traditionell nicht leicht, selbst Silber ist auf dem absteigenden Ast. Gefragt sind Schwarz und verschiedene Grautöne.

Technik und Elektronik

Ob Sie nun einen günstigen E39 suchen oder ein Jüngerer und Teurerer auf der Wunschliste parkt – große Fehler können Sie bei Ihrer Wahl nicht machen. Der Fünfer leistet sich nur eine große und vom TÜV bestätigte Schwäche: schlechte Bewertungen der beiden Achsen im Rahmen der Hauptuntersuchung. Das ist zwar nicht schön, doch es gibt Schlimmeres. Vor allem, wenn die Problemzone bekannt ist und vor dem Kauf geprüft wird.

Auch eine weitere, nicht TÜV-relevante Schwachstelle ist kein Geheimnis: eine leichte Tendenz zur Motorüberhitzung. Deshalb gelegentlich einen Blick auf das Kühlsystem werfen und aufflackernden Kontrollampen Beachtung schenken. Wobei die nicht immer korrekt Defekte melden, das Kombi-Instrument gilt mit seinen Flachleiterplatten als anfällig.

Grundsätzlich nervt der E 39 aber weniger mit Elektronikproblemen als manch anderes, jüngeres Fahrzeug. Das liegt zum Teil an der relativ simplen Konstruktion, die die Anzahl der Schnittverbindungen im Bordnetz geringhält. Und auch an der Tatsache, daß der E39 mittlerweile zehn Jahre alt ist und daher viele aktuelle Probleme noch gar nicht kennt.

Nur der defekte Luftmassenmesser ist auch dem E39 nicht fremd. Und die rasch abgenutzte Kupplungsscheibe, vor allem bei starken Benzinern. Aber wir wollen jetzt nicht den Eindruck vermitteln, daß der E39 zu teuren Werkstattbesuchen neigt. Vielmehr gilt er als vernünftige Auto-Alternative mit dem Komfort der Mittelklasse zum Preis eines Kompakten und der Qualität, die ein langes Autoleben verspricht.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/95 Ablösung des Vorgängers E34 durch die Baureihe E39, zuerst nur als Limousine. Motorisierungen: 2.0 l (110 kW/150 PS), 2.5 l (125 kW/170 PS), 2.8 l (141 kW/192 PS) und 2,5-l-Turbodiesel mit 105 kW. Seitenairbags serienmäßig 3/96 Einführung der V8-Motoren mit 3,5 l (173 kW/235 PS) und 4.4 l (210 kW/286 PS) 9/98 530d mit 135 kW/184 PS. M5 mit V8 und 400 PS 9/00 Modellpflege, der Fünfer bekommt neue, charakteristische Scheinwerfer mit "Heiligenschein" 9/03 Ablöse des E39 durch den E60

Schwachstellen • grundsätzlich gehört der Fünfer der Baureihe E39 zu den sehr zuverlässigen Modellen, auffällig sind aber die wenig haltbaren Vorderund Hinterachsen • bei den Benzinern mit sechs und acht Zylindern kommt es gelegentlich zu Überhitzungen wegen undichter Wasserschläuche, defekter Wasserpumpen oder Thermostaten • vor allem die Baujahre 1997 und 1998 betreffen defekte Kraftstoffpumpen • generell gelten die Modelle nach dem Facelift im Herbst 2003 als zuverlässiger und noch besser verarbeitet • die Bremsen sind als sehr haltbar bekannt, nur die starken V8-Benziner neigen bei sportlicher Fahrweise zu höherem Verschleiß • bei den Diesel-Fünfern ist die Common-Rail-Einspritzpumpe negativ aufgefallen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel BMW 520d, 100 kW/136 PS, Baujahr 2002. Der Fünfer spielt schon in der gehobenen Limousinen-Liga. Die Preise sind nicht günstig, erscheinen aber aufgrund der Teile-Qualität als angemessen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der E 39 stellt seinen Vorgänger bei der Hauptuntersuchung in der Regel in den Schatten. Die früher häufig kritisierten Schwachstellen an der Abgasanlage fallen praktisch nicht mehr auf, noch immer nicht in den Griff bekommt BMW allerdings die Vorder- und Hinterachsen. Die Wirkung der Fußbremse überzeugt, allerdings werden die Bremsscheiben häufig moniert. Ebenfalls wenig überzeugend ist die teilweise einseitig wirkende Feststellbremse." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung BMW 520d (100 kW/136 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 293,36 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 5,9 Liter, gemessen 7,1 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (28/500 Euro SB): 1832 Euro. Teilkasko (35/150 Euro SB): 396 Euro. Haftpflicht (20): 1106 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: Intervall nach Anzeige, etwa 250 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 48 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Euro Verlust

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